Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs: „GynTect 2.0“- Breiteres Anwendungsspektrum durch größere Vielfalt verwendbarer Proben

Jena, 20. September 2016 – Der vom Biotechnologie-Unternehmen oncgnostics entwickelte Abklärungstest GynTect erlaubt die zuverlässige und schnelle Diagnostik von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und dessen Vorstufen. Der Test wurde überabreitet und bietet nun als eine erweiterte Version ein breiteres Anwendungsspektrum als der Vorgänger. Die erweiterte Version von GynTect ist ab sofort für den Einsatz in Laboren und Praxen erhältlich. Zudem bietet oncgnostics Kleinanlegern die Möglichkeit, sich mit einem Investment über eine Crowdinvesting-Kampagne am Erfolg des Unternehmens und des Tests zu beteiligen.

 

GynTect ist ein Abklärungstest, der im Rahmen der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge Anwendung findet. Durch die schnellen und sicheren Ergebnisse, die der Test liefert, wird frühzeitig erkannt, ob bei einer Patientin mit auffälligem Pap-Befund in der bisher immer noch üblichen Abstrichuntersuchung bzw. einer humanen Papillomvirus-Infektion (HPV) eine zu behandelnde Krebsvorstufe oder gar Krebs selbst vorliegt. So wird die Risikoeinschätzung bei der Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung stark verbessert: Einerseits können bei negativem GynTect-Ergebnis unnötige, vorschnelle Operationen vermieden werden, andererseits werden bei positivem GynTect-Ergebnis die Chancen auf frühzeitige und damit erfolgreiche Therapiemaßnahmen erhöht.

 

Nur ein Abstrich für HPV-Testung und Abklärungstest nötig

GynTect wurde im Herbst 2015 mit der CE-IVD-Kennzeichnung europaweit die Marktzulassung erteilt. Seitdem wurde der Test durch die Experten von oncgnostics stetig weiterentwickelt: mit der neuen Version steht ein stark erweitertes Anwendungsspektrum zur Verfügung. GynTect ist in der neuen Version nun ebenfalls direkt aus einem weit verbreitetem Entnahmemedium (PreservCyt, Hologic) durchführbar, welches bisher sowohl für eine verbesserte Form der mikroskopischen Abstrichuntersuchung, die sogenannte Dünnschichtzytologie (Form des Pap-Tests), als auch für HPV-Tests unterschiedlicher Anbieter (Abbott, HOLOGIC, Roche Diagnostics, Becton Dickinson etc.) verwendet wird. War zuvor ein separater Abstrich für GynTect notwendig, kann der Test nun aus einer für die Dünnschichtzytologie genommenen Probe realisiert werden. Damit entspricht auch GynTect den Vorgaben der anstehenden S3-Leitlinie, nach der HPV-Testungen und Abklärungstests aus dem gleichen Abstrich durchgeführt werden sollen wie der Screeningtest.

oncgnostics wird in den nächsten Monaten weitere Studien zur Validierung des neuen Testformats durchführen, um die Produkteinführung für den international patentierten Test über Deutschland hinaus in weiteren europäischen und außereuropäischen Ländern realisieren zu können. Eine Vermarktungspartnerschaft für Indien wurde bereits geschlossen.

 

Chance zum Einstieg

Aktuell bietet oncgnostics Kleinanlegern die Chance, sich am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen. Mit der Kampagne auf seedmatch.de will das Jenaer Biotech-Unternehmen nicht nur weitere Investitionen für die Entwicklung, Internationalisierung und den Vertrieb ermöglichen, sondern auch die Aufklärung über Gebärmutterhalskrebs, Früherkennung und Untersuchungsmethoden vorantreiben. Eine Besonderheit besteht in der geplanten Co-Finanzierung durch die Venture-Capital-Gesellschaft bm|t (bm|t Beteiligungsmangement Thüringen GmbH). Über ihren „StartUp-Fonds“ will die bm|t bis hin zur gleichen Summe investieren, die durch das Crowdinvesting eingeworben wird. Maximal sind somit durch die bm|t zusätzlich 500.000 Euro möglich. Als Markenbotschafterin und prominente Unterstützerin konnte zudem die mehrmalige Biathlon-Weltmeisterin und Goldmedaillen-Gewinnerin Andrea Henkel gewonnen werden.

 

Bereits innerhalb von 12 Stunden wurde die erste Fundingschwelle von 100.000 Euro überschritten. Auch die zweite Schwelle in Höhe von 300.000 Euro wurde nach drei weiteren Wochen erreicht. Die rasanten Investments zeigen, dass der Test auf starkes Interesse stößt und dem Unternehmen großes Vertrauen entgegengebracht wird.

 

Die Kampagne läuft noch bis zum 03. Oktober auf Seedmatch.
Honorarfreies Bildmaterial zur Meldung sowie zum Test und zum Unternehmen finden Sie hier.

 

Über die oncgnostics GmbH:

Die oncgnostics GmbH ist 2012 als Ausgründung aus einer universitären Forschungsgruppe der Universitäts-Frauenklinik in Jena entstanden. Als Molekulardiagnostik-Unternehmen hat sich das Jenaer StartUp auf die Diagnostik von Krebserkrankungen spezialisiert. Die Tests weisen charakteristische epigenetische Veränderungen, sog. DNA-Methylierungen, in den Krebszellen nach. Die mit speziellem Algorithmus identifizierten und patentierten Biomarker bilden das Herzstück der Produkte und sind die Basis des Unternehmens.

Ein Fortschritt im Kampf gegen den Gebärmutterhalskrebs – extrem hoher Schutz dank neuem HPV-Impfstoff

Neuer HPV-Impfstoff Gardasil 9 schützt vor neun verschiedenen Typen humaner Papillomviren, kurz HPV

Bösartige Tumore des Gebärmutterhalses (Zervix) sind Zellwucherungen im Übergangsbereich des Gebärmutterkörpers zur Scheide und zählen zu den häufigsten Krebserkrankungen an den weiblichen Geschlechtsorganen. Den aktuellsten Daten des Robert-Koch-Institutes zufolge, erkrankten 2012 in Deutschland mehr als 4.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Knapp 35% starben schließlich an der aggressiven Krankheit. Besonders betroffen sind Frauen im Alter zwischen 40 und 59 Jahren, wobei Vorstufen und Frühstadien der Krebsart jedoch bereits bei 20 bis 40 Jährigen festgestellt werden. Zervixkarzinome entstehen wie alle Krebstypen durch die Veränderung von Erbinformationen und damit durch ein Ungleichgewicht zwischen Zellwachstum und Zelltod.

Ein Nobelpreis für die Entdeckung von Tumorviren

Es ist bekannt, dass die unkontrollierte Vermehrung von Zellen auch durch äußere Einflüsse, also durch krebserregende Stoffe und Onkoviren, hervorgerufen werden. Weltweit sind onkogene Viren für ca. 10 bis 17 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich. Die Entdeckung dieses Zusammenhangs war bahnbrechend und wurde schließlich mit einem Nobelpreis in Medizin geehrt. Gebärmutterhalskrebs wird laut Weltgesundheitsorganisation in allen Fällen durch die Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) ausgelöst. Die Viren differenzieren sich in über hundert verschiedene Typen, wobei Zervixkarzinome hauptsächlich durch die Typen 16 und 18 hervorgerufen werden. Dieser Befund ermöglicht die gezielte Bekämpfung solcher Krebsarten durch eine schützende Impfung gegen bestimmte HPV-Typen.

Schutz vor zahlreichen Krebsarten dank HPV-Impfstoff Gardasil®

HP-Virus | Neuer HPV-Impfstoff verfügbar

HP-Virus | Neuer HPV-Impfstoff verfügbar

Bisher befanden sich zwei HPV-Impfstoffe auf dem europäischen Markt. Während Cervarix® vor den HPV-Typen 16 und 18 schützt, wirkt Gardasil® zudem gegen die Typen 6 und 11. Seit dem 25. April 2016 gibt es nun den neuen Impfstoff Gardasil® 9. Dieser schützt zusätzlich vor den HPV-Typen 31, 33, 45, 52 und 58, wodurch nunmehr eine breitere Impfung gegen Krebsvorstufen und Karzinomen an Zervix, Vulva, Vagina und Anus, sowie gegen Genitalwarzen möglich ist. Der neue Impfstoff soll 90% aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen vorbeugen können. Gardasil® 9 deckt neun verschiedene HP-Viren ab und ist sinnvoll für junge Mädchen und Frauen, doch auch für Jungen ist die Impfung empfehlenswert.

Warum sich auch Jungen und junge Männer impfen lassen sollten

Die Ständige Impfkommission (STIKO) verweist derzeit auf eine standardmäßige HPV-Impfung für Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Bundesverband der Deutschen Urologen (BDU) empfinden diese Empfehlung in Anbetracht der medizinischen Fortschritte als rückständig und zu kurz gegriffen. So würden einerseits die vielseitigen Lebensweisen sexuell aktiver Menschen und andererseits die Tatsache außer Acht gelassen, dass Männer die Hauptübermittler der Humanen Papillomaviren sind. Da die Impfquote bei jungen Mädchen bei unter 40% liegt, kann die durch die Empfehlung angestrebte Herdenimmunität (Populationsschutz durch Verbreitungsausschluss) auf keinen Fall gewährleistet werden. Eine Impfung von Jungen ist daher unbedingt ratsam. Gestützt wird dies auch von Studien aus Australien und den USA, deren Gesundheitssysteme die Impfung gegen HP-Viren längst für Jungen und junge Männer vorsieht. Auch das empfohlene Alter für die Impfung entspricht aktuellen Forschungsergebnissen nicht mehr. So werden durch die Schutzimpfung auch bei sexuell erfahrenen Erwachsenen Folgeerkrankungen nach einer Infektion sowie Rückfälle bei Zervixkarzinomen deutlich reduziert.

Neben der Empfehlungsanpassung der DGU und BDU verweist auch die Sächsische Impfkommission (SIKO) auf die Notwendigkeit der HPV-Impfung für Jungen und junge Männer. Aus diesem Grund wird sie von allen gesetzlichen Krankenkassen in Sachsen übernommen. Diesem Beispiel voran, ziehen mittlerweile auch andere deutsche Krankenkassen nach. Alle anderen Kassen wägen allerdings genauestens ab, ob sich die Übernahme der Impfung im Vergleich zur Behandlung von Karzinomen finanziell rentiert. So oder so bewegt sich der Anteil geimpfter Jungen jedoch noch auf einem verschwindend geringen Niveau. Auch insgesamt lassen sich nicht annähernd so viele Menschen gegen Humane Papillomaviren impfen, wie möglich und notwendig wäre. Es bleibt abzuwarten, ob und zu hoffen, dass sich dies mit dem neuen und umfangreicheren Schutzangebot durch den HPV-Impfstoff Gardasil® 9 ändert.

Regelmäßige Früherkennungsuntersuchung trotz Impfung sehr wichtig

Die jährliche Früherkennungsuntersuchung beim Gynäkologen ist und bleibt wichtig. Trotz des umfangreichen Schutzes durch die neue Impfung, kann nicht in allen Fällen von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen vorgebeugt werden! Daher sollten auch geimpfte Frauen nicht auf das Vorsorge-Angebot verzichten.

Insbesondere für Frauen, für die die Präventionsmaßnahme zu spät kommt, ist die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung umso wichtiger. Jede Frau in Deutschland kann sich ab dem 20. Lebensjahr beim Frauenarzt einmal im Jahr kostenlos untersuchen lassen. Den ersten Schritt – den wichtigsten Schritt – müssen Patientinnen aber selbst tun und einen Termin bei ihrem Gynäkologen vereinbaren.

Andrea Henkel und das oncgnostics-Team

Biathletin Andrea Henkel zu Besuch in unserer Firma

 Martina Schmitz berichtet von ihren Eindrücken.

„Das bin ich gar nicht gewöhnt, dass ich die Größere bin“, sage ich zu der Frau neben mir und lächle weiter in die Kamera. Genau genommen ist alles etwas ungewöhnlicher als sonst, denn zu meiner Rechten steht Andrea Henkel.

Aber der Reihe nach.

Für unsere dritte Finanzierungsrunde setzen wir seit Anfang August auf Crowdinvesting. Dabei können sich Investoren ab 250 Euro über die Plattform Seedmatch an unserem Gebärmutterhalskrebstest „GynTect“ beteiligen. Diese Kampagne wird einerseits von der bm-t unterstützt, die auf jeden gesammelten Euro einen weiteren investiert und andererseits von der ehemaligen Biathletin, mehrmalige Olympiasiegerin und Weltmeisterin Andrea Henkel. Gemeinsam mit ihr möchten wir Frauen verstärkt für dieses Thema sensibilisieren und zu einer besseren Aufklärung beitragen.

Den Job als GynTect-Botschafterin macht sie sehr gut, denke ich, als ich sie heute persönlich kennen lerne. Ihren Deutschlandbesuch verbindet die 1,58 m große Wahl-Amerikanerin heute mit einem Pressetermin und einem Fotoshooting  in unseren Räumen. Redakteure der regionalen Medien sind anwesend. Ich zeige ihr unsere Labore, wir reden über GynTect und die Crowdinvesting-Kampagne, machen Bilder mit ihr, meinen Kollegen und mir. Wir verstehen uns auf Anhieb super. Sie ist sehr interessiert an jedem Detail unseres Tests GynTect und lässt sich alles in unserem Labor genau zeigen. Wir freuen uns, dass wir eine sympathische GynTect-Botschafterin für unsere Kampagne gefunden haben.

Labor Kittel Flur

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss wünscht sie uns ganz viel Erfolg mit GynTect und verspricht, über ihre Facebook-Seite einen schönen Post zum Fotoshooting und unserer Crowdinvesting-Kampagne zu veröffentlichen. Ein kleines Interview mit Andrea zum Thema Gebärmutterhalskrebs und Früherkennungsmethoden konnten wir bereits führen und haben dieses in einem Blogbeitrag veröffentlicht.

Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit und wünschen Andrea noch ein paar schöne Tage in ihrer Thüringer Heimat!