Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs zählt mit jährlich mehr als 500.000 Neuerkrankungen und über 260.000 Todesfällen noch immer zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen weltweit. Auch in Deutschland werden jährlich noch immer fast 5000 neue Krebsfälle diagnostiziert, und mehr als 1.600 Frauen sterben jährlich an dieser Erkrankung. Andererseits erhalten in Deutschland jedes Jahr etwa  200.000 Frauen eine auffällige Diagnose beim Pap-Test, Pap III oder Pap IIID. Nur die wenigsten dieser Frauen haben eine zu behandelnde Erkrankung.

Tumorzellen_Abstrich

Mikroskopische Aufnahmen von Pap-Abstrichuntersuchungen von (links) einer gesunden Patientin und (rechts) einer Patientin mit schwergrasiger Dysplasie CIN3. Die kleinen Tumorzellen sind nicht immer so gut zu erkennen.

Humane Papillomviren – Auslöser von Gebärmutterhalskrebs

Fast immer steckt hinter der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs eine Infektion mit sogenannten humanen Papillomviren (HPV). Infektion mit HPV gilt als die am häufigsten sexuell übertragene „Krankheit“. Die Infektion verläuft nämlich in den allermeisten Fällen ohne jegliche Symptome und heilt nach 1 – 2 Jahren wieder aus.

Die meisten der mehr als 150 bekannten HPV-Stämme sind harmlos. 14 Stämme gelten dagegen als Hochrisiko-HPV (hrHPV), denn nach andauernder Infektion mit diesen kann Krebs entstehen.

Seit einigen Jahren sind Impfungen gegen HPV-Infektionen verfügbar. Diese sind allerdings nur gegen zwei der 14 hrHPV-Typen gerichtet. Eine Teilnahme an der Krebsvorsorge empfiehlt sich also weiterhin.

Zervix
An Muttermund und Gebärmutterhals (im Bild „Cervix“, links vergrößert) findet sich die Übergangszone (transformation zone). Hier können Papillomviren eindringen und sich in seltenen Fällen festsetzen.

Von der Infektion zum Krebs – ein seltenes Ereignis

Von der Infektion mit den Viren bis zur Entstehung eines Karzinoms können viele Jahre vergehen. Somit ist die Chance, den Krebs oder seine Vorstufen rechtzeitig zu erkennen, sehr hoch. Gebärmutterhalskrebs entsteht über Vorstufen, die sog. Dysplasien. Nur ein geringer Teil dieser Dysplasien entwickelt sich zu Karzinomen weiter, die meisten heilen von selbst aus.

GynTect® bietet die Chance, diejenigen Dysplasien zu erkennen, die ein hohes Potenzial haben, sich zum Karzinom weiterzuentwickeln. Bei allen anderen Betroffenen kann dagegen durch kontrolliertes Zuwarten eine Operation vermieden werden. Gerade bei Frauen mit Kinderwunsch ist so eine Entscheidungshilfe wichtig, denn in Folge der Operation kann es zu Komplikationen in der Schwangerschaft und zu Frühgeburten kommen.

Zellveränderungen während der Krebsentstehung. Zu Beginn sind nur sehr wenige Zellen in der Basalzellschicht betroffen, später bei einer Diagnose CIN3 und Zervixkarzinom dann die gesamten Zellschichten.