Weltweit zählen Kopf-Hals-Tumore zu den fünf häufigsten Krebserkrankungen. In Deutschland erhalten jährlich ca. 17.000 Menschen die Diagnose Krebs im Kopf-Hals-Bereich. Da die Tumore oft spät erkannt werden, ist die relative 5-Jahres-Überlebensrate niedrig. Ein organisiertes Früherkennungsscreening, wie beispielsweise für Gebärmutterhalskrebs, existiert nicht. Deswegen stehen wir in der Entwicklung eines Diagnostiktests für Kopf-Hals-Tumore.

Oft zu spät zum Arzt

Zu den Kopf-Hals-Tumoren zählen bösartige Tumore der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der Nase und Nasennebenhöhlen sowie des äußeren Halses, insbesondere der Schilddrüse. Kopf-Hals-Tumore können sich häufig über lange Zeit unbemerkt entwickeln, da es Betroffenen schwerfällt selbst frühzeitige Warnsignale zu erkennen. Ein Arzt wird meist erst bei sehr starken Beschwerden aufgesucht. Aus diesem Grund überleben nur 51 % der Männer und 61 % der Frauen die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Werden Kopf-Hals-Tumore in einem Frühstadium entdeckt und behandelt, überleben 80% der Patienten.

Häufige Symptome:

  • Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit
  • Schwellungen am Hals
  • Wucherungen im Mund, an der Zunge und im Rachen
  • Einseitig verstopfte Nase
  • Blutige Absonderungen

Besteht eines der Symptome länger als drei Wochen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Hauptrisikofaktoren

Hauptrisikofaktoren für die Entstehung eines Kopf-Hals-Tumors sind Tabak- und übermäßiger Alkoholkonsum. Auch eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) kann zu einer Krebserkrankung im Kopf-Hals Bereich führen. HPV-positive Kopf-Hals-Tumore entstehen in der Regel im Bereich der Rachenmandeln und haben eine deutlich bessere Heilungschance.

Diagnose

Da die Symptome erst spät wahrgenommen werden, ist es schwierig eine Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Für die Diagnose sollte ein Spezialist für Kopf-Hals-Tumore aufgesucht werden. Dieser führt beispielsweise eine aufwendige Endoskopie (Spiegelung) des betreffenden Bereiches durch.

Entwicklung eines Diagnostiktests

Wir von oncgnostics entwickeln einen Test, basierend auf DNA-Methylierungsmarkern, der Krebszellen schon frühzeitig im Mundraum erkennen soll und so einen bösartigen Tumor anzeigt. Die Verwendung von Speichelproben bietet den Vorteil, dass keine invasive Gewebeentnahme nötig ist. Bei einem positiven Testergebnis ist ein vorhandener Kopf-Hals-Tumor dann sehr wahrscheinlich. Wo der Krebs genau sitzt, müssen dann Spezialisten abklären.

Noch befindet sich der Test zur Erkennung von Kopf-Hals-Tumoren anhand von Speichelproben in der Entwicklungsphase. Mit der Entwicklung eines diagnostischen Tests zur Detektion von Kopf-Hals-Tumoren planen wir bald einen Beitrag zur Früherkennung von Kopf-Hals-Tumoren leisten zu können.

Weiterführende Informationen rund um das Thema Kopf-Hals Tumore:

FOCUS ONLINE: Tückischer Kopf-Hals-Krebs: Welche Warnsignale Sie früh erkennen und ernst nehmen sollten (07.05.2019)

Selbsthilfenetzwerk: Kopf-Hals-Mund-Krebs e.VLeitlinienprogramm: Mundhöhlenkrebs / Patientenleitlinie
Deutsche Krebsgesellschaft