Als der Schauspieler Michael Douglas 2010 mit seiner Krebserkrankung an die Öffentlichkeit ging, ließen zwei Dinge aufhorchen. Als einer der ersten brachte er das Thema HPV-assoziierte Krebsarten im großen Stil in die Medien. Außerdem zeigt sein Fall, wie schwer es ist, Kopf-Hals-Tumore zu erkennen.

HPV als Auslöser für Kehlkopfkrebs

Michael Douglas galt in seiner Vergangenheit nicht gerade als Kostverächter, was den Konsum von Alkohol und Tabak angeht. Beides begünstigt eine Krebserkrankung. Umso größer war die mediale Verwirrung, als er selbst HP-Viren für seinen Kehlkopfkrebs verantwortlich machte. Medienwirksam wurde Oralsex als Grund für die Krebserkrankung diskutiert. Schließlich gilt eine HPV-Infektion als sexuell übertragbare Krankheit. Das Thema HPV-assoziierter Krebs wurde dank Michael Douglas bekannt und erlebte eine internationale Medienpräsenz.

Schwierige Diagnose

Als der Schauspieler von seiner Krebserkrankung erfuhr, wurde diese bereits auf Stadium vier von fünf eingestuft. Seine Prognose war entsprechend schlecht. Es gibt mehrere Gründe, weshalb Kopf-Hals-Tumore, zu denen Kehlkopfkrebs zählt, meist sehr spät entdeckt werden. Zum einen werden die Symptome von den Betroffenen erst spät wahrgenommen, zum anderen können sie auch leicht falsch gedeutet werden. Michael Douglas hatte monatelange Beschwerden im Rachenraum, die mit Antibiotika behandelt wurden. Erst dann stellte ein Spezialist die richtige Diagnose.

Um einen Kopf-Hals-Tumor in frühen Stadien überhaupt zu finden, sind aufwendige Untersuchungen notwendig. Dazu zählen spezielle bildgebende Verfahren und invasive Gewebeuntersuchungen. Diesen müssen sich auch Betroffene unterziehen, die am Ende keine Krebsdiagnose erhalten.  Aus diesem Grund entwickeln wir einen Test, der nicht-invasiv Tumorzellen in Speichelproben nachweist. . Dieses niedrigschwellige Verfahren könnte in Zukunft Beschwerden schnell und unkompliziert auf Krebs abklären.

Die Angst vor dem Ungewissen

Übrigens litt Michael Douglas nie an Kehlkopfkrebs. Er hatte einen Tumor an der Zungenwurzel. Da der Krebs bereits sehr fortgeschritten war, war das Risiko groß, bei der anstehenden Operation die Zunge oder einen Teil seines Unterkiefers zu verlieren. Der Schauspieler griff auf diese Notlüge zurück, da er keine Spekulationen über sein zukünftiges Aussehen in den Medien lesen und sich mit intimen Fragen von Reporten konfrontieren wollte.