Die „38th Annual J.P. Morgan Healthcare Conference“ brachte in San Francisco wieder Vertreter der Biotech-, Pharma- und Diagnostikindustrie zusammen. Vom 13. bis 16. Januar nutzten viele Unternehmen das weltweit größte Branchentreffen als Netzwerkplattform. Für die oncgnostics GmbH reiste Dr. Peter Haug in die USA.

„Um das eigene Netzwerk auszubauen sind die Veranstaltungen rund um die J.P. Morgan optimal. In der Zeit der Konferenz sind die großen Unternehmen in San Francisco gezielt auf der Suche nach neuen Firmen, neuen Produkten oder potentiellen Partnern. Die weltweite Branche befindet sich wenige Tage an einem Ort“, erzählt Dr. Peter Haug, bei oncgnostics zuständig für Business Development & Licensing. „Wer plant, ein Produkt auf den US-Markt zu bringen, kann hier den passenden Partner oder das passende Know-how finden.“

Ab dem 1. Januar finden Frauen ab 20 Jahre eine Einladung der besonderen Art in ihrem Briefkasten: Dann startet das neue Krebsfrüherkennungsprogramm für Gebärmutterhalskrebs. Kurz vor Start war umstritten, ob die neuen Richtlinien von den Frauenärzten und Krankenkassen umgesetzt werden können.

Neuerungen in der Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung

Die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs soll in ein organisiertes Screening überführt werden. Bisher hatten Frauen jährlich Anspruch auf einen sogenannten Pap-Test. Ein auffälliger Befund weist auf eine mögliche Krebserkrankung hin, der behandelnde Frauenarzt musste jedoch selbst entscheiden, wie die Befunde abgeklärt werden. Eine einheitliche Regelung gab es nicht. Ab 2020 jedoch sollen Frauen mit verdächtigen Befunden eine Kolposkopie erhalten.

Neu ist außerdem, dass Frauen ab 35 Jahre eine Co-Testung aus Pap- und HPV-Test zusteht. Letzterer weist eine Infektion mit Humanen Papillomviren nach. Gebärmutterhalskrebs wird von Humanen Papillomviren ausgelöst, doch nicht jede Infektion zieht eine Krebserkrankung nach sich. Ein negativer HPV-Test gibt Frauen eine echte Entwarnung. Frauen mit einem positiven HPV-Test hingegen gehören zu einer Risikogruppe. Da sich Gebärmutterhalskrebs aus einer HPV-Infektion nicht in jedem Fall entwickelt, bzw. der Prozess mehrere Jahre andauert, findet die Co-Testung alle drei Jahre statt.

Kritik an Umsetzung

Kurz vor Start des neuen Gebärmutterhalskrebsscreenings sorgte eine öffentliche Debatte für Verwirrung. Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. forderte eine Verschiebung des Beginns. Der Verband kritisierte, dass wesentliche Fragen der Umsetzung noch nicht ausreichend geklärt seien und veröffentlichte einen offenen Brief an Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit. Die Kritik betrifft unter anderem folgende Punkte:

  • Kolposkopie: Aktuell seien noch nicht ausreichend Gynäkologen dazu qualifiziert, eine Kolposkopie durchzuführen. Entsprechend sind auch nur wenige Praxen mit einem Kolposkop ausgestattet. Mit der neuen Regelung werden deutlich mehr Kolposkopien durchgeführt werden müssen als bisher.
  • Fehlende Software: Um den Erfolg des Programms bewerten zu können, müssen alle Gynäkologen die Ergebnisse der Untersuchungen, die im Rahmen des neuen Screenings generiert werden, dokumentieren. Eine entsprechende Software fehlt bislang allerdings.

Das neue Krebsfrüherkennungsprogramm startet ab 2020

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) reagierte auf die Kritik des Berufsverbandes der Frauenärzte. Zwar wird am Start des Screening-Programms zum 1. Januar 2020 festgehalten, jedoch müssen die Arztpraxen die Ergebnisse des Programms für einen bestimmten Zeitraum nicht gesondert dokumentieren. Auf die weiteren Kritikpunkte des Berufsverbandes der Frauenärzte reagierte der G-BA bisher nicht öffentlich.

Die Richtlinien für das neue Gebärmutterhalskrebsscreening wurden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossen und erarbeitet.

Es gibt bereits spezifische Testverfahren, die den befürchteten Andrang auf eine kolposkopische Untersuchung auffangen könnten. Bereits seit 2015 ist GynTect auf dem Markt. Der Krebstest arbeitet auf Basis von epigenetischen Biomarkern und unterscheidet, ob sich Veränderungen am Gebärmutterhals zu Krebs entwickeln können oder ob diese von allein ausheilen. Der Test ist jedoch nicht Teil des neuen Früherkennungsprogramms auf Gebärmutterhalskrebs.

Die EUROGIN ist jährlich fester Bestandteil unserer Terminplanung. In diesem Jahr fand der internationale und multidisziplinäre Kongress zu Infektionen mit HPV (humane Papillomviren) und dadurch ausgelöste Erkrankungen in Monaco statt. Mit fünf Vorträgen nahmen wir vom 4. bis 7. Dezember am wissenschaftlichen Austausch teil.

Eingeladener Sprecher

Prof. Dr. Matthias Dürst hielt als eingeladener Sprecher einen Vortrag in der Hauptsession mit dem Titel „Methylation: from molecular biology to clinical practice“. Darin stellte der Leiter des Funktionsbereichs Gynäkologische Molekularbiologie der Uni-Frauenklinik Jena und oncgnostics-Co-Founder insbesondere unsere GynTect-Marker vor. Außerdem konnten wir vier weitere Themen in unterschiedlichen Sessions präsentieren. Oncgnostics-Geschäftsführerin Dr. Martina Schmitz gab beispielsweise einen Vorgeschmack auf Studienergebnisse, die in Kürze veröffentlicht werden. Darin wurde die psychologische Belastung von Frauen mit auffälligen Befunden bei wiederkehrenden Untersuchungsintervallen untersucht.

Erstmalig hatten wir auch einen Stand bei der EUROGIN, der besonders nach den Vorträgen sehr rege besucht war. Es waren sehr erfolgreiche und ereignisreiche Tage und wir freuen uns auf die nächste EUROGIN 2021 in Düsseldorf.

 

Vorträge EUROGIN 2019 der oncgnostics GmbH:

Dr. Alfred Hansel; Biologe; oncgnostics GmbH:
“Epigenetic markers allowing for early risk determination for cervical neoplasia and cancer”

Dr. Martina Schmitz; Biochemikerin; oncgnostics GmbH:
„A german online survey of patients with CIN, highlighting the psychological distress during repetitive diagnostics cycles“

Anna-Bawany Hums; Molekularbiologin; oncgnostics GmbH:
„15 Improved Detection of promising epigenetic biomarkers for head and neck cancer in saliva

Carolin Dippmann; Pharma-Biotechnologin; oncgnostics GmbH:
„Analysis of diagnostically relevant DNA methylation marker regions in cervical cancer and its precancerous lesions using next generation sequencing“

Prof. Matthias Dürst, Leiter Funktionsbereich “Gynäkologische Molekularbiologie” an der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin der Universitätsklinik Jena: “Methylation: from molecular biology to clinical practice”

Vom 18. bis 21. November präsentierten wir uns auf der MEDICA 2019 in Düsseldorf. Auf der weltweit größten Fachmesse der Medizinbranche waren wir mit einem eigenen Stand am Gemeinschaftsstand des Branchenverbands medways e.V. vertreten.

Aussteller- und Besucherrekord

Mit rund 5.500 Ausstellern und rund 121. 000 Fachbesuchern stellte die Messe in diesem Jahr wieder einen eigenen Rekord auf. Etwa 170 verschiedene Nationen tummelten sich auf der Nr. 1 Plattform für internationales Business. Viele der Besucher informierten sich am oncgnostics-Stand über unsere neusten Entwicklungen.

„Die MEDICA ist für uns die wichtigste Messe des Jahres. Hier kommt die Branche zusammen, wir knüpfen und pflegen hier wichtige Kontakte. Als Aussteller können wir uns gut präsentieren und nutzen den eigenen Stand sehr gern als Treffpunkt für Meetings. Gleichzeitig lohnt ein Rundgang über die Messe immer, um sich auf den neusten Stand zu bringen”, schildert oncgnostics-Geschäftsführer Dr. Alfred Hansel seine Eindrücke.

Pitch auf der COMPAMED

Dr. Peter Haug auf dem Forum High-tech for Medical Devices.

Parallel zur MEDICA fand außerdem die COMPAMED, die Fachmesse für den Zulieferermarkt der medizinischen Fertigung, statt. Dr. Peter Haug folgte der Einladung des IVAM, dem Fachverband für Mikrotechnik. Unser Leiter Business Development & Licensing pitchte auf dem Forum High-tech for Medical Devices.

„Die oncgnostics GmbH ist nicht nur ein Hersteller zuverlässiger und innovativer Krebsdiagnostik. Sie ist auch für andere Unternehmen als Entwicklungspartner für Pharma- und Diagnostikfirmen interessant, die auf Basis epigenetischer Marker zuverlässige Tests für neue Indikationen mit uns entwickeln möchten. Zusätzlich können wir auch dank unserer strategischen Partnerschaft mit GeneoDx, einem Tochterunternehmen der chinesischen SINOPHARM-Gruppe, Produktionsaufträge mit hohen Stückzahlen anbieten“, fasst Dr. Peter Haug seinen Vortrag zusammen.

Jährlich werden in Deutschland rund 65.000 Kinder zu früh geboren. Die betroffenen Familien trifft dieses Ereignis meist unvorbereitet. Viele Fragen tun sich auf. Der Welt-Frühgeborenen-Tag möchte am 17. November auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen und aufklären.

Was ist eine Frühgeburt

Kommt ein Kind vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt, handelt es sich um eine Frühgeburt. In Deutschland haben inzwischen Kinder ab der vollendeten 23. Schwangerschaftswoche gute Chancen mit medizinischer Hilfe zu überleben. Welche gesundheitlichen Folgen auf ein Frühchen zukommen, zeigt sich aber oft erst im Laufe der Zeit.

Mögliche Auslöser einer Frühgeburt

Es gibt unterschiedliche Gründe, die zu einer Frühgeburt führen können. Neben psychischen Ursachen, wie beispielsweise Stress, spielen auch körperliche Ursachen der Mutter eine Rolle. Viele sind kaum zu beeinflussen, wie eine bakterielle Infektion, genetische Faktoren oder eine Schwangerschaftsvergiftung. Andere Faktoren lassen sich eher steuern: Alkohol und Nikotin während der Schwangerschaft erhöhen das Risiko einer Fehlgeburt.

Es gibt jedoch auch Risikofaktoren, die keinen natürlichen Ursprung haben und trotzdem für die betroffenen Frauen nur schwer zu vermeiden sind. Beispielsweise steigt das Risiko einer Frühgeburt nach einer sogenannten Konisation vor oder während der Schwangerschaft.

Die Konisation ist nach der Kolposkopie ein gängiges Verfahren, um einen auffälligen Pap-Test und/oder positiven HPV-Test abzuklären bzw. eine Veränderung am Muttermund, die sich zu Krebs entwickeln könnte, zu entfernen. Pap-Test und HPV-Test werden in der Gebärmutterhalskrebsvorsorge eingesetzt. Sie können aber nicht zwischen Läsionen, die von selbst ausheilen, und solchen, die sich zu Krebs entwickeln könnten, unterscheiden. Dazu ist hingegen ein nicht-invasiver molekularbiologischer Test auf echte Krebsmarker in der Erbinformation in der Lage. Dieser Test ist erst seit wenigen Jahren auf dem Markt und noch nicht flächendeckend bekannt. Gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt findet die Mutter in spe die individuell geeignete Methode.

Hilfreiche Informationen für die gesamte Familie

Doch was tun, wenn da plötzlich ein kleiner Mensch viel zu früh auf der Welt ist, der besonderen Schutz und Unterstützung braucht? Diese Frage stellen sich oft nicht nur die Eltern, sondern das gesamte Umfeld: Geschwisterkinder verstehen nicht, warum plötzlich alles anders ist als versprochen. Großeltern sorgen sich und stehen doch nur hilflos daneben. Aus diesem Grund engagiert sich der Bundesverband „Das Frühgeborene Kind“ e.V. nicht nur am Welt-Frühgeborenen-Tag, sondern hat auch zahlreiche Informationen zusammengestellt. Eine App begleitet Geschwisterkinder beispielsweise kindgerecht durch die erste Zeit, außerdem stellt der Verband Informationen speziell für Eltern oder Großeltern zur Verfügung. Aber auch Kitas, Schulen oder Fachleute finden bei dem Verband Antworten auf viele Fragen.

Für uns von der oncgnostics GmbH ist es ein großer Erfolg, dass wir von EURONEXT für das TechShare Programm ausgewählt wurden. Ein halbes Jahr lang dürfen wir an hochkarätigen Workshops und Coachings teilnehmen.

Hochwertiges Coaching für Start-ups

Als eines von elf deutschen Start-ups im Medizin- und Biotechbereich erhalten wir in den nächsten sechs Monaten die Gelegenheit über den Tellerrand hinaus zu schauen. Dabei erfahren wir, wie ein potentieller Börsengang vorbereitet werden müsste und für welche Unternehmen er sinnvoll sein kann. Außerdem dürfen wir uns über ein hochwertiges Coaching direkt bei uns vor Ort in Jena freuen. Mit dem gewonnenen Wissen können wir stetig unsere Firmenstrategie bearbeiten und stärken.

Vom Erfolg anderer lernen

Onno van de Stople teilt seine Erfahrung mit den TechShare-Teilnehmern | photo: Robert Tjalondo © | www.rockinpictures.com

Beim Kick-off Campus Erasmus Centre for Entrepreneurship der Universität Rotterdam war Dr. Peter Haug vor Ort. Er ist bei oncgnostics für den Bereich „Business Development & Licensing“ zuständig. Das umfangreiche Programm wurde von hochkarätigen Sprechern, wie beispielsweise Onno van de Stolpe, CEO und Gründer von Galapagos NV, gestaltet. Das belgische Unternehmen aus dem Bereich der Wirkstoffforschung wurde 1999 gegründet und ging nur sechs Jahre später erfolgreich an die Börse. „Es ist sehr inspirierend, von den Erfolgsgeschichten einstiger Start-ups zu hören“, beschreibt Dr. Peter Haug den Vortrag von van de Stolpe. „Außerdem hat EURONEXT eine wirklich interessante Auswahl hochkarätiger europäischer Start-ups zusammengestellt. Ich kannte einige davon schon vorher und freue mich darauf, mich mit anderen zu vernetzen, die allesamt vor ähnlichen nächsten Schritten und Herausforderungen stehen wie wir bei der oncgnostics GmbH“.

Nach dem Kick-off in Rotterdam mit rund 150 internationalen Teilnehmern geht es für diese in unterschiedlichen Gruppen weiter. Die oncgnostics GmbH wird in München gemeinsam mit sechs weiteren Firmen aus dem Bereich Biotech und Medtech an vier Workshops teilnehmen. Im kommenden Frühjahr treffen sich dann alle Teilnehmer in Lissabon zur Abschlussveranstaltung.

Dieser Sommer stand ganz unter dem Zeichen: Sei aktiv und tue dabei Gutes. Deswegen liefen und radelten die Mitarbeiter*innen der oncgnostics GmbH bei zahlreichen sportlichen Aktivitäten, die dem guten Zweck dienten.

Ein Lauf jagt den anderen

Am jährlichen „Lauf gegen Krebs“ teilzunehmen ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Am 11. September legte das oncgnostics-Team sportliche 19 Runden à 1,8 Kilometer insgesamt zurück. Bereits zum 13. Mal wurde die Benefizveranstaltung von der Klinik für Frauenheilkunde und Fortpflanzungsmedizin in Jena veranstaltet. An diesem Tag kamen rund 5.000 Euro zusammen, die der Frauenselbsthilfe nach Krebs – Gruppe Jena übergeben wurden.

Der 4. progesund Jenaer Frauenlauf fand nur eine Woche später statt. Am 18. September starteten acht Mitarbeiterinnen der oncgnostics GmbH bei herbstlichen Temperaturen. Das Frauenzentrum Towanda darf sich in diesem Jahr über finanzielle Unterstützung durch den Lauf freuen.

Auf die Räder fertig los

Beim Stadtradeln für ein gutes Klima erstrampelten wir stolze 1.107 km in nur drei Wochen. Damit sparten wir 157 kg CO2 gegenüber der Fahrt mit dem Auto. Die Aktion soll ein Zeichen für vermehrte Radförderung in Kommunen setzen. Von 139 Teams in Jena belegte die oncgnostics GmbH übrigens den 59. Platz.

Und weil es so gut für die Gesundheit und Umwelt ist, machten wir außerdem noch bei der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ mit. Vom 1. Mai bis 31. August legte das oncgnostics-Team 4.289 km Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurück. Das sparte 844,08 kg Co2 gegenüber dem Auto. Nebenbei verbrauchten wir außerdem 100.362,60 kcal. Das entspricht beispielsweise 201 Tafeln Schokolade. Bei den heißen Temperaturen in diesem Sommer glichen wir das aber gerne mit einer großen Portion Eis zum Nachtisch wieder aus.

Als der Schauspieler Michael Douglas 2010 mit seiner Krebserkrankung an die Öffentlichkeit ging, ließen zwei Dinge aufhorchen. Als einer der ersten brachte er das Thema HPV-assoziierte Krebsarten im großen Stil in die Medien. Außerdem zeigt sein Fall, wie schwer es ist, Kopf-Hals-Tumore zu erkennen.

HPV als Auslöser für Kehlkopfkrebs

Michael Douglas galt in seiner Vergangenheit nicht gerade als Kostverächter, was den Konsum von Alkohol und Tabak angeht. Beides begünstigt eine Krebserkrankung. Umso größer war die mediale Verwirrung, als er selbst HP-Viren für seinen Kehlkopfkrebs verantwortlich machte. Medienwirksam wurde Oralsex als Grund für die Krebserkrankung diskutiert. Schließlich gilt eine HPV-Infektion als sexuell übertragbare Krankheit. Das Thema HPV-assoziierter Krebs wurde dank Michael Douglas bekannt und erlebte eine internationale Medienpräsenz.

Schwierige Diagnose

Als der Schauspieler von seiner Krebserkrankung erfuhr, wurde diese bereits auf Stadium vier von fünf eingestuft. Seine Prognose war entsprechend schlecht. Es gibt mehrere Gründe, weshalb Kopf-Hals-Tumore, zu denen Kehlkopfkrebs zählt, meist sehr spät entdeckt werden. Zum einen werden die Symptome von den Betroffenen erst spät wahrgenommen, zum anderen können sie auch leicht falsch gedeutet werden. Michael Douglas hatte monatelange Beschwerden im Rachenraum, die mit Antibiotika behandelt wurden. Erst dann stellte ein Spezialist die richtige Diagnose.

Um einen Kopf-Hals-Tumor in frühen Stadien überhaupt zu finden, sind aufwendige Untersuchungen notwendig. Dazu zählen spezielle bildgebende Verfahren und invasive Gewebeuntersuchungen. Diesen müssen sich auch Betroffene unterziehen, die am Ende keine Krebsdiagnose erhalten.  Aus diesem Grund entwickeln wir einen Test, der nicht-invasiv Tumorzellen in Speichelproben nachweist. . Dieses niedrigschwellige Verfahren könnte in Zukunft Beschwerden schnell und unkompliziert auf Krebs abklären.

Die Angst vor dem Ungewissen

Übrigens litt Michael Douglas nie an Kehlkopfkrebs. Er hatte einen Tumor an der Zungenwurzel. Da der Krebs bereits sehr fortgeschritten war, war das Risiko groß, bei der anstehenden Operation die Zunge oder einen Teil seines Unterkiefers zu verlieren. Der Schauspieler griff auf diese Notlüge zurück, da er keine Spekulationen über sein zukünftiges Aussehen in den Medien lesen und sich mit intimen Fragen von Reporten konfrontieren wollte.

Viele Menschen sorgen sich, irgendwann einmal schwer zu erkranken. Laut einer Studie der DAK Gesundheit ist die Angst vor einer Krebserkrankung am größten. In vielen Fällen ist dies auf keinen konkreten Grund zurück zu führen. Es gibt jedoch Menschen, die tatsächlich ein erhöhtes Risiko für eine Krebserkrankung in sich tragen.

Das Breast-Cancer-Gen

Menschen, bei denen das Breast-Cancer-Gen (BRCA) festgestellt wurde, haben ein um 65 % höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken. BRCA steigert auch das Risiko von Eierstockkrebs. Mit diesem Wissen zu leben kann eine Herausforderung sein, wie prominente Beispiele zeigen. Angelina Jolie machte 2013 bekannt, dass sie sich aufgrund ihres erhöhten Krebsrisikos beide Brüste entfernen ließ. Zwei Jahre später ließ sie sich außerdem vorsorglich ihre Eierstöcke und Teile ihrer Eileiter entfernen – und das, obwohl sie nie eine Krebsdiagnose erhalten hatte.

Ein weiteres prominentes Beispiel ist die Schauspielerin Christina Applegate. 2008 wurde bei ihr auf einer Seite Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium festgestellt. Vorsorglich ließ sie sich gleich beide Brüste entfernen. Auch sie ist BCRA-positive. „So kann ich die Kontrolle über alles behalten. Jetzt ist es vom Tisch“. Mit diesen Worten begründete sie ihre Entscheidung in einem TV-Interview. Denn: „Ich wollte mich nicht alle vier Monate testen und untersuchen lassen. Ich wollte das ganze Ding einfach loswerden.

Beide Schauspielerinnen entschieden sich dazu, gesunde Organe zu entfernen, um sich nicht weiter einem Risiko auszusetzen und mit der täglichen Sorge leben zu müssen. Sie nehmen dafür große körperliche Veränderungen in Kauf. Angelina Jolie entschied sich mit der Entfernung ihrer Eierstöcke gleichzeitig dafür, vorzeitig in die Wechseljahre zu kommen.

Hinweise auf Gebärmutterhalskrebs

Auch ein positiver HPV-Test und/oder ein auffälliger Pap-Test kann einen Hinweis auf eine spätere Krebserkrankung liefern. Denn über Jahre hinweg kann sich aus einer HPV-Infektion Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Doch in den meisten Fällen heilt eine HPV-Infektion wieder vollständig aus. Ebenfalls können sich Veränderungen der Zellen am Gebärmutterhals  wieder zurück entwickeln, ohne dass Krebs entsteht. Die betroffenen Frauen werden engmaschig überwacht (wachtfull-waiting) und müssen teils invasive Maßnahmen, wie eine Konisation, in Kauf nehmen.

Psychologische Belastung senken

Wir von der oncgnostics GmbH haben einen molekularen Test entwickelt, für dessen Durchführung ein gynäkologischer Abstrich vom Gebärmutterhals ausreichend ist. Der Test kann nicht nur Gebärmutterhalskrebs erkennen. Er gibt zudem Auskunft darüber, ob sich bereits vorhandene Veränderungen am Gebärmutterhals zu Krebs entwickeln werden oder höchstwahrscheinlich von selbst ausheilen.

Die Strategie des watchfull-waiting kann sich über Jahre ziehen. Es ist bekannt dass diese Zeit für die Frauen eine erhebliche psychologische Belastung darstellt. Eine schnelle und nicht-invasive Abklärung kann die Frauen deutlich entlasten. Aktuell untersuchen wir diesen Zusammenhang und werden ihn in Kürze in einer Studie vorstellen.

Krebs-Früherkennung

Weltweit zählen Kopf-Hals-Tumore zu den fünf häufigsten Krebserkrankungen. In Deutschland erhalten jährlich ca. 17.000 Menschen die Diagnose Krebs im Kopf-Hals-Bereich. Da die Tumore oft spät erkannt werden, ist die relative 5-Jahres-Überlebensrate niedrig. Ein organisiertes Früherkennungsscreening, wie beispielsweise für Gebärmutterhalskrebs, existiert nicht. Deswegen stehen wir in der Entwicklung eines Diagnostiktests für Kopf-Hals-Tumore. Oft zu spät zum […]