Nahezu die Hälfte der Menschheit besitzt dieses Organ, jeder Mensch startet sein Leben darin: Die Gebärmutter. Spätestens mit der ersten Menstruation wird jede Frau ihrer eigenen Gebärmutter gewahr. Doch wie sieht das weibliche Geschlechtsorgan eigentlich genau aus und welche Funktionen erfüllt es?

Die Gebärmutter, auch Uterus genannt, zählt zu den inneren weiblichen Geschlechtsorgangen. Sie besteht aus Muskeln, deren Form an eine umgedrehte hohle Birne erinnert und befindet sich leicht oberhalb des Schambeins. Bei einer erwachsenen Frau ist der Uterus 7-10 cm groß und 50-60 g schwer. Er wird durch die Muskulatur des Beckenbodens gestützt.

Die Gebärmutter besteht aus zwei Abschnitten

Gebärmutter/Uterus

Gebärmutter

Der obere, dickere Abschnitt der Gebärmutter wird als Gebärmutterkörper (Corpus Uteri) bezeichnet, während der untere, schmalere Teil den Gebärmutterhals (Zervix) bildet.

Im oberen Teil des Gebärmutterkörpers münden zu beiden Seiten die Eileiter. Diese transportieren die reife Eizelle in die Gebärmutterhöhle. Dort kann sich eine befruchtete Eizelle einnisten und sich zu einem Embryo, bzw. Baby entwickeln. Dazu ist allerdings eine gut aufgebaute Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) notwendig. Hormonell bedingt baut sich die Gebärmutterschleimhaut zyklisch auf. Liegt keine Schwangerschaft vor, wird sie wieder abgestoßen und es kommt zur Regelblutung.

Die Verbindung zwischen Gebärmutter und der Vagina ist der Gebärmutterhals. Während der Zervixkanal in der Gebärmutter mündet, ragt der äußere Muttermund in die Scheide hinein.

Die Gebärmutter während der Schwangerschaft

Wächst ein Kind in der Gebärmutter heran, leistet das Organ Erstaunliches. Der Uterus wächst, dehnt und verdickt sich, damit in ihm das größer werdende Baby, der Mutterkuchen und Fruchtwasser Platz finden. Während einer Schwangerschaft kann allein die Gebärmutter etwa ein Kilo wiegen. Unter der Geburt ziehen sich die Muskeln der Gebärmutter zusammen, unterschiedliche Wehen helfen schließlich dabei, das Kind auszutreiben.

Erkrankungen des Uterus

Bei einem schwachen Beckenboden kann es zu einer Gebärmuttersenkung kommen. Auch können sich gutartige Knoten in der Muskulatur des Uterus, sogenannte Myome bilden. Eine sehr häufige Frauenkrankheit ist die Endometriose. Dabei lagert sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Organs ab, was für die Frauen sehr schmerzhaft sein kann und häufig auch eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch darstellt.

Gebärmutterkrebs betrifft den Gebärmutterkörper und tritt meist hormonell bedingt, manchmal aber auch durch erbliche Veranlagung auf. Ungewöhnliche Blutungen können einen Hinweis auf eine Krebserkrankung sein und sollten abgeklärt werden.

Infiziert sich eine Frau beispielsweise beim Geschlechtsverkehr mit HPV (Humanen Papillomviren), bemerkt sie in der Regel davon nichts. In den meisten Fällen heilt die HPV-Infektion von allein aus. Selten jedoch hält die Infektion an und verändert das Gewebe am Gebärmutterhals. Auch diese Veränderungen (Dysplasien) können sich wieder zurückbilden – es können sich jedoch auch Krebsvorstufen bis hin zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Aus diesem Grund ist es wichtig, regelmäßig zur Krebsvorsorge beim Frauenarzt zu gehen, um Gebärmutterhalskrebs früh, möglichst bereits in seinen Vorstufen zu entdecken.

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Titelbild:  GoodStudio/Shutterstock.com

Schluckstörungen, auch Dysphagie genannt, können Betroffenen den Genuss beim Essen vermiesen. Sie entstehen unter anderem durch Tumorerkrankungen im Kopf-Hals-Bereich. Die österreichische Foodbloggerin Claudia Braunstein kennt das Problem aus eigener Erfahrung und teilt auf ihrem Blog köstliche Rezepte. Heute verrät sie uns ihr Kürbiskuchen-Rezept:

Liebe Leserinnen und Leser, 

Kuchen sind für Menschen, die an Dysphagie/Schluckstörungen leiden, ein besonders heikles Thema. Vor allem, wenn der Grund eine Tumorerkrankung im Mund war und durch die Entfernung von Gewebeteilen, in meinem Fall ein Teil der Zunge, eine funktionelle Einschränkung besteht. Da ist es oft sehr schwierig, trockene und bröselige Speisen zu schlucken. Wenn ich unterwegs bin, helfe ich mir, indem ich feste Teigböden einfach meiner Begleitung überlasse und nur die weiche Füllung esse.

Kürbiskuchen auch mit Schluckstörung ein Genuss

Ich mag Kürbis in allen Variationen, früher gerne auch den bekannten Pumpkin Pie, der ja einen Mürbteigboden hat. Das geht leider gar nicht. Wenn man die Füllmasse etwas modifiziert, dann lässt sich ganz einfach ein Kürbiskuchen ohne Boden herstellen. Natürlich lässt sich die Kürbis-Topfen-Masse auch mit Teigboden backen.

Wir ÖstereicherInnen sagen zu Quark übrigens Topfen.

Rezept: Kürbiskuchen ohne Boden

  • 500 g Magertopfen/Magerquark
  • 350 g Frischkäse
  • 3 Eier
  • 200 g Feinkristallzucker
  • 3 EL Mehl
  • 250 g Kürbis, Hokkaido
  • ½ TL Zimt, gemahlen
  • ¼ TL Kurkuma, gemahlen
  • ½ TL Vanillezucker
  • ¼ TL Muskat
  • etwas Butter
  • 1 Springform mit 21 cm

Den Springform-Boden mit einem Backpapier-Kreis auslegen und den Rand mit Butter einfetten. Dann den Backofen mit Ober/Unterhitze auf 170 Grad vorwärmen.

Den Kürbis halbieren, die Kerne entfernen, schälen und in Würfel schneiden. Anschließend die Kürbiswürfel in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und weichkochen. Das Wasser abgießen und den Kürbis fein pürieren, danach zur Seite stellen und auskühlen lassen.

Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. In einer anderen Schüssel alle weiteren Zutaten aufschlagen. Erst dann das steife Eiweiß unterheben. Die Masse in die Springform füllen und bei 170 Grad ca. 90 Minuten backen. Auskühlen lassen und am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Ihre Claudia Braunstein!

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Wir von der oncgnostics GmbH forschen an der Diagnostik von unterschiedlichen Krebsarten, so auch im Bereich der Kopf-Hals-Tumoren. Mit Betroffenen, wie Claudia Braunstein im Austausch zu stehen ist uns ein wichtiges Anliegen. So lernen wir die Besonderheiten und Bedürfnisse der Menschen kennen.

Alle Gast-Rezepte von Claudia Braunstein finden Sie hier.

Erfahrungsberichte von Frauen in der Familienplanung, bei denen in der Krebsvorsorge ein auffälliger Befund gestellt wurde, sind häufig von Unsicherheit und Frust geprägt. Nach einem gemeinsamen Aufruf mit der Anti-Krebs-Aktivistin Myriam von M. erzählten uns viele Frauen ihre Geschichte. Einige erlebten nach einer durchgeführten Konisation Risikoschwangerschaften oder sogar Fehlgeburten. Sie berichteten von Schuldgefühlen und der Angst vor einer erneuten Schwangerschaft, obwohl sie gern ein (weiteres) Kind bekommen würden.

Auffälliger Befund: Auswirkungen auf die Familienplanung

Treten Auffälligkeiten in der Gebärmutterhalskrebsvorsorge auf, wie beispielsweise ein auffälliger Pap-Befund oder ein positiver HPV-Test, kann dies zu psychologischen Belastungen führen. Dies zeigt eine neue Studie [1], für die 3.753 Frauen befragt wurden.

  • Danach ist nahezu jede zweite Frau psychologisch stark von den Risiken einer Konisation belastet.
  • Bei knapp einem Drittel der Befragten hat die Überlegung, eine Konisation durchführen zu lassen, starken Einfluss auf die Familienplanung.

Die Unsicherheit der Frauen ist unter anderem auf die Methode des „Kontrollierten Zuwartens“ zurückzuführen. Festgestellte Auffälligkeiten am Gewebe heilen häufig von alleine wieder aus. Daher werden sie oft über einen langen Zeitraum mit wiederholten Tests beobachtet. Bei Frauen, die noch nicht mit der Familienplanung abgeschlossen haben, kann sich so das Gefühl einstellen, dass ihnen wertvolle Zeit verloren geht. Auch das Wissen darum, dass sich Gebärmutterhalskrebs über viele Jahre entwickelt, kann die Frauen mit Kinderwunsch unter Zeitdruck setzen. So kann es sein, dass die Frau so schnell wie möglich schwanger werden möchte, bevor der vermeintlich schlechte Befund des Gebärmutterhalsabstriches noch weiter fortschreitet.

Gibt es einen Zusammenhang von Konisation und Frühgeburt?

Bleiben die Untersuchungsergebnisse auffällig oder verschlechtert sich der Befund, verdichten sich somit die Anzeichen für eine Krebserkrankung. In dem Fall kann vom Arzt eine Konisation empfohlen und durchgeführt werden. Dabei wird der Gebärmutterhals kegelförmig ausgeschnitten [2].

Es ist umstritten, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen einem solchen Eingriff und späteren Frühgeburten gibt. Verschiedene wissenschaftliche Studien legen jedoch nahe, dass das Risiko für eine Frühgeburt nach einer durchgeführten Konisation zunimmt.

Beispielsweise zeigen Studienergebnisse von 2010 [3]:

  • Jede dritte Frau, bei der zwei solcher Eingriffe durchgeführt wurden, erlebten eine Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche. Von den Frauen mit einer Konisation passierte dies elf Prozent, ohne Konisation vier Prozent.
  • Extreme Frühgeburten vor der 28. Schwangerschaftswoche kamen bei drei Prozent der Frauen vor, die zwei Konisationen durchführen ließen. Von den Frauen mit einer Konisation war es ein Prozent, von denen ohne einen Eingriff 0,3 Prozent.

Entsprechend nachvollziehbar ist es, dass betroffene Frauen beunruhigt sind, wenn sie eine erste oder weitere Schwangerschaft planen.

Anzeichen von Gebärmutterhalskrebs: Schwangerschaft nicht unmöglich

An dieser Stelle ist es wichtig festzuhalten, dass Auffälligkeiten in der Gebärmutterhalskrebsvorsorge dem geplanten Familienzuwachs nicht grundsätzlich im Weg stehen. Hier gilt es, die Anzeichen genau zu deuten. Eine Infektion mit Humane Papillomaviren (HPV) kann Krebs auslösen, das muss jedoch nicht geschehen. Ein Großteil der Frauen hat in ihrem Leben eine HPV-Infektion, die meist völlig unbemerkt von allein wieder ausheilt. Ein zusätzlicher auffälliger Pap-Befund kann sich zudem nicht nur verschlechtern, sondern auch verbessern. Nur selten entsteht wirklich Krebs. Gebärmutterhalskrebs entsteht über verschiedene Vorstufen. Er kann bereits in einem frühen Stadium entdeckt werden. In diesem Fall ist die Krebserkrankung fast immer heilbar. Die Gebärmutter selbst bleibt erhalten und nimmt keinen Schaden.

Deutlich wird, dass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt während der Familienplanung bereits vor einer Schwangerschaft dazugehören. Bei auffälligen Pap-Befunden oder HPV-Infektionen können molekularbiologische Verfahren dabei unterstützen, herauszufinden, ob diese Auffälligkeiten tatsächlich auf eine zu behandelnde Krebsvorstufe oder bestehende Krebserkrankung zurückzuführen sind. Die Zeit der engmaschigen Kontrolle beim Frauenarzt kann somit deutlich verkürzt und klare Vorgehensweisen schnell beschlossen werden. Auch können so im Einzelfall operative Eingriffe wie eine Konisation verhindert werden.

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[1] Jentschke et al. (2020): Psychological distress in cervical cancer screening: results from a German online survey, in: Archives of Gynecology and Obstetrics 302:699–705.

[2] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/leben-mit-krebs/kinderwunsch-und-krebs/erhalt-der-fruchtbarkeit.html

[3] Ørtoft et al. (2010): After conisation of the cervix, the perinatal mortality as a result of preterm delivery increases in subsequent pregnancy, in: BJOG 117:258–267.

 

Titelfoto: Africa Studio/Shutterstock.com

Von einem Moment auf den anderen wurde aus dem aktiven, leidenschaftlichen Polizisten Dirk Rohde ein Krebspatient, der um sein Leben kämpft. Inzwischen hat er diesen Kampf gewonnen und eine neue Leidenschaft entdeckt. Mit Leib und Seele ist der Krebsblogger alias Don nun für andere Krebspatienten da. Doch wie entwickelt sich aus einem persönlichen Schock so eine produktive Energie? Wir haben nachgefragt.

Herr Rohde, Ihr Blog auf Facebook heißt „Schockdiagnose Krebs. Plötzlich ist alles anders.“, auf Instagram sind sie als don.ro unterwegs. War es für Sie nach ihrer Diagnose sofort klar, dass Sie Ihr Erlebtes mit der Öffentlichkeit teilen wollen?

“Die Krebsdiagnose war für mich tatsächlich ein Schock. Ich bin mit einer Delle am Hals zum Arzt, der Verdacht einer Zyste stand im Raum. Dann stellte sich plötzlich heraus, dass ich einen Kopf-Hals-Mund-Tumor, genauer einen Tumor am Zungengrund habe. Das bedeutet: sehr komplizierte Operationen, begleitet von Strahlen- und Chemotherapie. Meine Prognose war zunächst nicht sehr gut. Die Therapie war für mich sehr qualvoll. Für die Behandlung habe ich einen Tunnelblick entwickelt. In dieser Situation hätte ich selbst kaum Hilfe annehmen, geschweige denn einen Blog schreiben können. Nach so einer Behandlung sind viele Patienten seelisch angeschlagen. Ich hatte das Bedürfnis, mir das Erlebte von der Seele zu schreiben. Damit habe ich erst Monate danach angefangen. Erst war der Blog nur für mich und Freunde gedacht, um das Erlebte zu verarbeiten. Dass ich damit so eine öffentliche Wirkung erzielen würde und Krebsblogger werden würde, war überhaupt nicht beabsichtigt.”

Sie haben aktuell rund 18 000 Abonnenten auf Facebook – Tendenz steigend. Wie fanden die alle zu Ihnen?

“Als ich in der akuten Situation war, hatte ich niemanden, mit dem ich über die Krankheit reden konnte. Ich habe gegoogelt, aber irgendwann war ich es leid nur noch zu lesen, wie schlecht meine Aussichten sind. Mein Blog ist da anders. Ich war vor der Krebserkrankung Polizist und habe den Wiedereinstieg in den Beruf geschafft. Ich bin wieder als Motorradpolizist unterwegs. Das zeige ich auf meinem Blog. Hoffnung ist ein ganz wichtiger Bestandteil, denn ich bin ein Betroffener, der als geheilt gilt.”

Sie stehen wieder fest im Berufsleben. Nebenbei engagieren Sie sich ehrenamtlich stark für Krebspatienten, beispielsweise leiten sie eine Krebsselbsthilfegruppe in Köln. Wie kam das?

“Das baute sich alles langsam über Monate auf. Ich hatte mich beim Patientennetzwerk Kopf-Hals-M.U.N.D.-Krebs e.V.  angemeldet. Dann wurde ich gefragt, ob ich nicht eine Selbsthilfegruppe in Köln gründen wolle. Ich wusste noch gar nicht, wie man eine Gruppe führt und sagte trotzdem zu. Außerdem erreichen mich über meinen Blog immer wieder Anfragen von Krebspatienten oder deren Angehörige. Mittlerweile bin ich ehrenamtlich Patientenbetreuer, isPO -Onkolotse, leite eine Selbsthilfegruppe und engagiere mich in der Kinderkrebshilfe.”

Herr Rohde, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin alles Gute für Ihre Arbeit!

Fotos: privat: Dirk Rohde

Umgangssprachlich wird eine Sepsis auch als Blutvergiftung bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Infektion, die den ganzen Körper betrifft. Das Gefährliche daran: Im Kampf gegen die Infektion greift das Immunsystem auch körpereigene Organe an. Die schlimmste Folge kann ein lebensbedrohliches Multiorganversagen sein. Umso wichtiger ist es, die Ursachen und Symptome einer Sepsis zu kennen. 

Eine Sepsis ist nicht immer leicht zu diagnostizieren. Jährlich treten in Deutschland rund 280 000 Sepsisfälle auf. Rund ein Drittel enden tödlich. Bei einer Infektion gelingt es dem Immunsystem normalerweise den Entzündungsherd örtlich zu begrenzen. Tritt eine Sepsis auf, konnten die Erreger die lokale Begrenzung allerdings durchbrechen und breiten sich im gesamten Blutkreislauf aus.

Sepsis: Ursachen einer Sepsis

Grundsätzlich kann jede Infektion, ob mit Bakterien, Viren oder Pilzen, eine Blutvergiftung auslösen. Wenn die Krankheitserreger eines lokal begrenzten Infektionsherds in den gesamten Blutkreislauf gelangen, entsteht eine Sepsis. Entgegen der weit verbreiteten Meinung muss diese nicht durch eine äußere, sichtbare und infizierte Wunde entstehen. Infektionen wie eine Lungenentzündung oder ein entzündeter Zahn können ebenso zu einer Sepsis führen, wie offene Wunden durch Verletzungen. Eine Sepsis kann jedoch auch die Folge einer Komplikation nach einem chirurgischen Eingriff sein.

Symptome einer Sepsis

Tritt eine Sepsis auf, zählt oft jede Minute. Leider ist es jedoch nicht immer einfach, diese zu erkennen. Sehr hohes Fieber, Schüttelfrost, aber auch Untertemperatur können auf eine Sepsis hindeuten. Auch Herzrasen oder eine beschleunigte Atmung können Symptome einer Blutvergiftung sein. Oft ähneln die Symptome einem normalen grippalen Infekt, bis sich der Zustand des Patienten schlagartig verschlechtert. Betroffene sollten unverzüglich ein Krankenhaus aufsuchen. Für Ärzte ist es nicht sofort vorher zu sehen, ob sich aus einer scheinbar harmlosen Infektion eine lebensbedrohliche Sepsis entwickeln wird.

Das Immunsystem spielt eine große Rolle

Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Das Risiko für eine Blutvergiftung steigt beispielsweise bei der Einnahme bestimmter Medikamente, Diabetes mellitus, einer Krebserkrankung oder nach einer Operation. Es besteht allerdings auch eine Annahme, dass manche Menschen durch eine Sepsis eine unvorhersehbare Immunschwäche ausbilden und somit für lebensbedrohliche Folgeinfektionen anfällig sind. Aus diesem Grund forschen wir als Teil eines EU-Konsortiums Diagnosemöglichkeiten, um herauszufinden, welche Patienten besonders gefährdet sind, eine solche Immunschwäche auszubilden.

Auch diesen Monat verrät uns die österreichische Foodbloggerin Claudia Braunstein wieder eines ihrer tollen Rezepte. Das Besondere daran: Ihre Rezepte eignen sich hervorragend für Menschen mit Schluckstörung! Heute erzählt uns Claudia Braunstein, wie sie Zwetschgen trotz Schluckstörung genießt.

Gastbeitrag von Claudia Braunstein:

Lieber Leserinnen und Leser,

Powidl, was für ein hübsches Wort. Da kommen Erinnerungen an meine Kindheit hoch. Powidl oder auch Zwetschgen genannt, hat meine Oma im September immer eingekocht. Powidl benötigt man für Buchteln oder Germknödel, die vermutlich jeder Skifahrer irgendwann einmal in einer Skihütte verkostet hat. Achja Germknödel, Hefeklöße würde man wohl nördlich von Bayern sagen. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob man diese Speise überhaupt außerhalb des Alpenraumes kennt.

Und dann noch die beliebten Pofesen. Das sind Arme Ritter, die man mit Powidl herstellt und dann nicht zu vergessen Powidldatschgerl, die kennt man im Wiener Raum und werden aus Kartoffelteig geformt und mit dem Fruchtmus gefüllt.

Zwetschgen trotz Schluckstörung: anders kombinieren

Lauter Herrlichkeiten, die man oftmals mit Schluckstörungen, Dysphagien, nicht mehr essen kann. Meist scheitert es am Teig. Ich verzichte lieber auf das ganze Beiwerk und löffle das Mus mit einem Naturjoghurt. Oder man mischt es unter Sauerrahm oder Topfen.

Die Bezeichnung Powidl stammt aus dem Tschechischen und wir Österreicher sagen ganz gerne „das is mir powidl“, was so viel bedeutet wie „das ist mir egal“.

Ganz original benötigt man für die Herstellung nur Zwetschgen und Wasser. Für eine etwas feinere Note kann man auch Zimt, ein wenig Nelken und sogar Rosmarin verwenden. Ich habe auch schon Lavendelblüten mitverkocht.

Rezept: Zwetschgenmus

  • 5 kg reife Zwetschgen
  • Etwas Wasser
  • 150 g Rohzucker
  • Nach Belieben: eine Zimtstange, etwas Nelken, ein Zweig Rosmarin oder ein Zweig Lavendel

 

Zwetschgen waschen, halbieren, entkernen und in kleine Stücke schneiden. In einen hohen Topf geben und etwas Wasser zufügen. Bei niedriger Temperatur rund acht Stunden ziehen lassen. Immer wieder umrühren. Gegen Ende der Garzeit Zucker und eventuell Gewürze zugeben. Nochmals gut eine Stunde weitergaren lassen. Gewürze eventuell wieder entfernen. Noch heiß in Gläser füllen, gut verschießen. Gläser auf den Kopf stellen und abkühlen lassen. Das tolle an Zwetschgenmus: es ist tatsächlich über Monate, sogar Jahre haltbar.

Alle Gast-Rezepte von Claudia Braunstein finden Sie hier.

Der Begriff Kopf-Hals-Tumor ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Krebsarten, die im Bereich des Kopfes und des Halses auftreten. Dazu gehören der Mundhöhlenkrebs, Krebs der Nase und Nasennebenhöhlen, Tumoren im Rachen, der Mandeln und des Zungengrundes sowie Tumoren des Kehlkopfs und des äußeren Halses, insbesondere der Schilddrüse.

Wenn Kopf-Hals-Tumoren auch zu einer Gruppe zusammengefasst werden, gibt es doch zwischen den Arten wesentliche Unterschiede und medizinische Besonderheiten. Für ein besseres Verständnis sind im Folgenden die Tumorarten des Kopf-Hals-Bereiches genauer erklärt.

Mundhöhlenkrebs

Zu den Mundhöhlenkarzinomen zählen Tumoren in den Regionen der Lippe, Zunge, des Mundbodens, des harten Gaumens, der Wangenschleimhaut und Kieferkämme sowie der Speicheldrüsen. Die Mundbodenkarzinome stellen mit 45% die häufigste Tumorart in dieser Gruppe dar. Neben Alkohol- und Tabakkonsum zählt auch eine mangelhafte Mundhygiene zu den Risikofaktoren. Frühe Symptome werden häufig kaum bemerkt.

Um Mundhöhlenkrebs frühzeitig zu erkennen, sind zwei Dinge wichtig. Der regelmäßige Kontrolltermin beim Zahnarzt dient auch dazu, auffällige Veränderungen der Mundschleimhaut (Leukoplakien) festzustellen. Unabhängig davon sollte jeder selbst auf Veränderungen im Mundraum achten. Das können weißliche oder rote Flecken sein, wunde Stellen, die leicht bluten und nicht heilen, Schwellungen, ein Fremdkörpergefühl oder Schwierigkeiten beim Schlucken. Diese Beschwerden können Anzeichen einer Vorstufe von Kopf-Hals-Tumoren sein und sollten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.

Über die Hälfte der Mundhöhlenkarzinome werden trotzdem weiterhin erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert, was die Chance auf Heilung deutlich senkt.

Querschnitt des Kopf-Hals-Bereichs

Querschnitt des Kopf-Hals-Bereichs – VectorMine/Shutterstock.com

Oropharynx: Rachen, Mandeln und Zungengrund

Diese Untergruppe der Kopf-Hals-Tumoren umfasst Tumoren der Rachenwände (Pharynxkarzinom), des Zungengrunds, der Mandeln (Tonsillenkarzinom) und des weichen Gaumens. Auch bei dieser Tumorart fehlen Frühwarnzeichen, die eine zeitige Erkennung der Erkrankung zulassen. Tumoren im Atem- und Speiseweg werden deshalb häufig in einem fortgeschrittenen Stadium bemerkt.

Risikofaktoren für ein Oropharynxkarzinom sind ebenfalls Alkohol- und Tabakkonsum. Aber auch eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) hängt stark mit einer Krebserkrankung an Rachen, Mandeln und Zungengrund zusammen. Eine HPV-Infektion kann Krebs vor allem am Zungengrund und den Mandeln verursachen. Die Raten der Erkrankungen an Oropharynxkarzinomen, die mit einer HPV-Infektion assoziiert sind, steigt gerade bei jungen Menschen mit gutem Gesundheitszustand an .

Aus diesem Grund werden Impfstoffe für die Anwendung bei Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 13 Jahren empfohlen, um einer Erkrankung an Kopf-Hals-Tumoren und Gebärmutterhalskrebs entgegenzuwirken.

Krebs am Kehlkopf und Schlundrachen

Zu dieser Gruppe zählen Schlundrachenkrebs (Hypopharynxkarzinom) und Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom). In dieser Region des Halses findet nicht nur die Sprach- und Stimmbildung statt, sie wird auch zum Schlucken benötigt. Wird das System beispielsweise durch eine Krebserkrankung gestört, kann den Betroffenen auch das Schlucken schwerfallen. Warnzeichen für eine Krebserkrankung am Kehlkopf und Schlundrachen sind deshalb eine langanhaltende Heiserkeit oder Schwierigkeiten beim Schlucken.

Auch hier gehören Alkohol- und Tabakkonsum zu den Risikofaktoren. Aber auch bestimmte Berufsgruppen gelten als besonders gefährdet, wenn sie beispielsweise regelmäßig mit krebserregenden Stoffen wie Metall- oder Kohlestäuben in Kontakt kommen.

Tumoren des Kehlkopfs und Schlundrachens sind schwer zugänglich, weshalb häufig eine Endoskopie zur Diagnose nötig ist. Die Therapie kann in manchen Fällen zur Veränderung der Stimmqualität führen oder eine erhöhte Heiserkeit hervorrufen. Bei einer stark fortgeschrittenen Erkrankung und großen Tumoren kann es nötig sein, den Kehlkopf vollständig zu entfernen (Laryngektomie). Mit verschiedenen Techniken wird dann alles dafür getan, die Stimme über verschiedene Techniken wiederherzustellen (z.B. über elektronischen Hilfen). Auch der Schluckmechanismus kann durch die Therapie beeinträchtigt werden.

Äußerer Hals und Schilddrüse

Diese Gruppe der Kopf-Hals-Tumoren beinhaltet den seltenen Schilddrüsenkrebs sowie maligne Erkrankungen des äußeren Halses.

Letztere Gruppe ist sehr heterogen und beinhaltet unter anderem maligne Lymphome sowie Halslymphknotenmetastasen mit unbekanntem Primärtumor (CUP-Syndrom). Die Schilddrüse produziert wichtige Hormone, die für eine allgemein normale Körperfunktion essentiell sind.

Schilddrüsenkarzinome treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern und werden meist zufällig bei Untersuchungen der Schilddrüse entdeckt. Patienten sind in der Regel zwischen 25 und 65 Jahren alt. Schwellungen am Hals sollte man deshalb unbedingt von einem Arzt abklären lassen.

Krebs in Nase und Nasennebenhöhlen

Das Nasopharynxkarzinom oder auch Nasenrachenkrebs genannt, gehört zu den seltenen Formen der Kopf-Hals-Tumoren. Diese Form der Krebserkrankung ist vermehrt in Asien verbreitet, da neben genetischen Ursachen besonders Umwelteinflüsse zu den Risikofaktoren zählen. In Mitteleuropa ist das Risiko an einem Nasopharynxkarzinom zu erkranken etwa 40 Mal niedriger. Die Entstehung des Nasopharynxkarzinoms wird mit einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) in Verbindung gebracht.

Treten Symptome wie häufiges Nasenbluten oder eine eingeschränkte Nasenatmung über einen langen Zeitraum auf, wird zur Abklärung und Diagnose eine Spiegelung oder endoskopische Untersuchung durchgeführt. Ist die Krankheit stark fortgeschritten können Hörverlust, Ohrenschmerzen, Gesichtsschwellung und Taubheitsgefühl im Gesicht die Folge sein.

1 für 3 Regel: Diese Symptome abklären lassen.

Vorsorge für Kopf-Hals-Tumoren

Für alle oben beschriebenen Erkrankungen gibt es bislang keine Vorsorge, die Patienten kommen aufgrund von Beschwerden selbst zum Arzt. Häufig treten Symptome erst im Spätstadium der Erkrankung auf. Die Heilungschancen sind dann nicht mehr besonders gut. In Kooperation mit der HNO-Klinik in Jena arbeiten wir an Biomarkern, die zur Erkennung solcher Tumore eingesetzt werden können.

Titelbild: Andrey Popov/Shutterstock.com

Gastbeitrag von Claudia Braunstein:

Jeden Monat verrät uns die Salzburger Bloggerin Claudia Braunstein regelmäßig köstliche Rezepte für Menschen mit Schluckstörungen. Heute steht eine österreichische Spezialität auf der Speisekarte: “Steirischer Sterz mit Häferlkaffee”, was so viel bedeutet wie “Polentabrei mit Kaffee”. 

Hallo liebe Leserinnen und Leser, 

vermutlich kennen die wenigsten Leser den Begriff Sterz für Polenta, den gelben Maisgrieß. Sterz mit Häferlkaffee hat mich durch meine Kindheit und Jugend begleitet, denn dieses Gericht stammt aus der steirischen Heimat meiner geliebten Omi. Sterz gab es bei uns meist als Abendessen, er kann aber genauso gut als Frühstück zubereitet werden. Wir Kinder bekamen damals den typischen Malzkaffee. Wenn ich mir heute diese Speise zubereite, dann darf es ruhig auch ein Cappuccino sein.

Überhaupt ist Polentabrei für Dysphagie-Patienten, die nicht unbedingt flüssig oder dickbreiig essen müssen, ein ideales Gericht und man kann es sehr variantenreich gestalten. Lässt man Zucker oder Honig als Süßungsmittel weg, dann kann man dazu deftigere Beilagen servieren. Ich mag sehr gerne ein feines Ratatouille dazu, das sollte dann aber gut gekocht sein, damit es keine festen Stücke mehr beinhaltet. Je nach Schluckstörung kann man das Gemüse immer noch pürieren.

Aber nun zurück zum Steirischen Sterz, den man übrigens auch in Kärnten unter diesem Namen findet. Wer nun noch fragt, was ein Häferl ist, dem erkläre ich das gerne. Häferl oder auch Haferl ist ein Becher oder eine große Tasse, aus dem man bei uns Milchkaffee trinkt.

Polentabrei mit Kaffee

für 2 Portionen

  • 500 ml Wasser
  • Etwas Salz
  • 150 g Polenta / Maisgrieß
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Honig, ersatzweise 1 TL Zucker
  • 2 Tassen Milchkaffee oder Cappuccino

Wasser mit etwas Salz in einem Topf aufkochen. Polenta einrühren und rund 15 Minuten leicht köcheln. Sollte die Masse zu dick sein, kann man noch Wasser hinzufügen, bis die passende Konsistenz erreicht ist. Von der Herdplatte nehmen und für zirka 10 Minuten ausdampfen lassen. Butter und Honig einrühren und auf zwei Suppenteller oder kleine Schüsseln verteilen. Kaffee dazu genießen oder auch über die Polenta gießen.

Guten Appetit wünscht Claudia Braunstein!

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Geschäftsreisen in Corona-Zeiten sind unmöglich? Das fürchteten wir zu Beginn des Jahres auch. Doch dann reisten wir beispielsweise nach Kuwait oder Barcelona: Die neue Art zu Reisen ist digital.

Digitale Geschäftsreise in die VAE

Im Juni erkundete oncgnostics Geschäftsführer Dr. Alfred Hansel mit einer Geschäftsanbahnungsreise in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Kuwait den dortigen Markt. Die digitale Version der Veranstaltung ersetzte eine Geschäftsanbahnungsreise, die von der trAIDe GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) organisiert wurde. „Die wichtigen Vorträge und Gespräche funktionierten auch online sehr gut“, fasst Dr. Alfred Hansel seine Reise zusammen und ergänzt: „Natürlich konnte ich am PC nicht das Land und die Kultur kennenlernen, doch einige vielversprechende Gespräche ließen sich auch digital anbahnen und führen. Es war eine sehr gute Möglichkeit, Geschäftsreisen in Corona-Zeiten zu realisieren.“

Digitaler Pitch auf den Thüringer Investor Days

Selbst eine kleine Fahrt in die Nachbarstadt zu den Thüringer Investor Days war im Juni noch nicht möglich. Doch die Veranstalter, die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) sowie die bm-t beteiligungsmanagement thüringen gmbh, reagierten schnell mit einer digitalen Version der Veranstaltung. So konnte Dr. Peter Haug für die oncgnostics GmbH beim Format „Meet the Rising Stars“ pitchen. „Ich fand es beeindruckend, wie schnell die Veranstalter reagiert und eine digitale Lösung gefunden haben. Am Anfang war es für mich noch ungewohnt, zu pitchen, ohne dem Publikum in die Augen sehen zu können, aber man gewöhnt sich an das neue Format. Alles in allem möchte ich mich bedanken, dass mit Hilfe einer digitalen Version nicht auf die Thüringer Investor Days verzichtet werden musste.

Geschäftsreisen in Corona-Zeiten auch nach Spanien

Ende Juli reiste oncgnostics Geschäftsführerin Dr. Martina Schmitz per Rechner zur 33. International Papillomavirus Conference (IPVC). Diese sollte in diesem Jahr eigentlich bereits im März in Barcelona stattfinden und wurde zunächst aufgrund der aktuellen Lage verschoben – und nun komplett digital abgehalten. „So eine digitale Konferenz hat Vor- und Nachteile. Viele Beiträge der Konferenz standen in der Woche zeitunabhängig zur Verfügung. So konnte ich mir frei einteilen, wann ich mir was anschaue. Zu bestimmten Diskussionsrunden gab es dann feste Termine. Ich finde es gut, dass die Veranstalter eine digitale Lösung gefunden haben. Für mich persönlich ersetzt allerdings eine digitale Konferenz den menschlichen Kontakt nicht komplett”, fasst Dr. Martina Schmitz ihre digitale Reise zusammen.

 

Titelbild: Vadim Georgiev/Shutterstock.com

Gastbeitrag von Claudia Braunstein:

Hallo liebe Leserin, lieber Leser,

Ich bin Claudia Braunstein aus Salzburg und schreibe seit gut acht Jahren einen Food Blog. Nicht irgendeinen, sondern einen Blog mit Rezepten, Infos und Tipps für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen. Ich selbst bin von Dysphagie, so der Fachausdruck, betroffen, weil ich im Sommer 2011 an einem seltenen Karzinom am Zungenrand, übergehend in den Mundboden erkrankt bin. Zum Glück konnte ich diese schreckliche Krankheit hinter mir lassen. Allerdings erinnern mich täglich zahlreiche Einschränkungen an diese Diagnose. Vor allem die Störungen des Schluckaktes prägen meinen Alltag. Ich kann nicht einfach in ein Restaurant gehen, weil es kaum Speisen für mich gibt. Obwohl ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung an einer Form von Dysphagie leidet, wird dieses Thema in der Gesellschaft verschwiegen und tabuisiert.

Essen mit Dysphagie

Trotzdem gehe ich laufend auswärts essen. Das bedeutet eine gute Vorbereitung und auch ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein, denn nicht jeder kann diese Problematik nachvollziehen. Mein Tipp ist vorab Menükarten im Internet zu studieren und eventuell schon im Vorfeld das gewünschte Lokal per E-Mail zu kontaktieren. Das funktioniert wunderbar.

Zuhause habe ich meine Einschränkung gut im Griff. Ich gestalte Speisen so, dass auch Normalesser eine Freude haben. Ganz selten koche ich für mich extra, meist benötigt es nur ein paar Handgriffe und Speisen für Familie und Gäste sind auch dysphagie-tauglich.

Heute habe ich ein super einfaches Rezept mitgebracht. Normalerweise ist Dysphagiekost nicht sonderlich attraktiv. Dabei lautet der Trick, die Speisen in schönem Geschirr zu servieren, den Tisch auch im Alltag schön zu decken und das Gericht mit Kräutern, Obst- oder Gemüsestückchen, oder auch Salatblättern zu dekorieren. Das isst man dann einfach nicht mit. Dafür freut sich das Auge.

Rezept: Johannisbeer-Traumschaum

Jetzt im Juli ist Saison für Johannisbeeren, die bei uns in Österreich übrigens Ribisel heißen. Zusammen mit Schlagsahne kann man blitzschnell ein Dessert herrichten.

Johannisbeer-Traumschaum: 2 Portionen

  • 300 ml Schlagsahne
  • 150 g Johannisbeeren
  • 1 Spritzer Zitrone
  • 1 TL Staubzucker
  • 1 Zweig Zitronenmelisse
  •  2 Zweige Johannisbeeren und ein paar Blättchen Zitronenmelisse für die Deko zur Seite geben.

Johannisbeeren vom Zweig entfernen und mit den Blättchen der Zitronenmelisse fein pürieren. Zitronenspritzer zufügen. Durch ein Sieb streichen. Zusammen mit der Sahne fest schlagen. Das funktioniert auch gut mit einem Sahnespender.  Johannisbeer-Schaum in Gläser füllen, mit Beeren und Blättchen garnieren. Fertig ist der Traum.

Auf unserem Blog verrät uns Claudia regelmäßig neue Rezepte für Menschen mit Schluckbeschwerden.