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Ein Großteil der Frauen, die in einkommensstarken Ländern wie Deutschland an Gebärmutterhalskrebs erkranken, ist nicht regelmäßig zur Vorsorge gegangen. Das ist besonders alarmierend, da Krebsvorsorgeuntersuchungen seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich seltener wahrgenommen werden. Eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover und dem Biotechnologieunternehmen oncgnostics GmbH prüft Selbsttests als mögliche Lösung, um mehr Personen zu erreichen. Denn auch für Gebärmutterhalskrebs gilt, dass bei früher Erkennung die besten Heilungschancen bestehen. Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass spezifische Vorsorgeuntersuchungen zukünftig von Zuhause aus durchführbar sein können.

Ablauf der Pilotstudie

Für die Studie nahmen 87 Patientinnen der Hannoveraner Kolposkopie-Klinik jeweils einen Abstrich bei sich selbst. Eine gynäkologische Fachkraft nahm anschließend einen weiteren Abstrich. Im ersten Schritt wurden die Proben auf vorliegende HPV-Infektionen getestet. Der Gebärmutterhalskrebstest GynTect von oncgnostics kam im zweiten Schritt bei allen Proben zum Einsatz. Dieser klärt ab, ob die vorliegende HPV-Infektion von allein ausheilt oder sich zu Krebs weiterentwickeln kann. Dafür ist kein weiterer Abstrich notwendig. Der Test wird mit der vorliegenden Probe im Labor durchgeführt.

Bei 95,5 Prozent der Selbstabstriche stimmte das Ergebnis der HPV-Tests mit denen der Proben überein, die von den Ärztinnen und Ärzten entnommen wurden. Das wird als gutes Zeichen dafür gewertet, dass Frauen für diesen Test zukünftig selbst die Proben nehmen könnten. Für den GynTect-Test war die Übereinstimmung zwischen den Selbsttests und den ärztlichen Proben niedriger.

Nachweise mit eigenständig entnommenen Proben können funktionieren

„GynTect funktioniert über spezifische Biomarker. Er untersucht die DNA der Zellen eines Abstrichs und schlägt Alarm, wenn krebstypische Veränderungen vorliegen. Die Studie legt nahe, dass Krebsvorstufen sowie -erkrankungen auch mit eigenständig genommenen Proben gut nachgewiesen werden können. Natürlich muss die Methode weiter optimiert werden, um die Trefferquote zu erhöhen. Zurzeit arbeiten wir außerdem daran, die Marker in Urinproben nachweisen zu können. Dabei erhalten wir vielversprechende erste Ergebnisse. Zudem sind Urinproben für die Patientin deutlich einfacher zu nehmen als Abstriche“, erklärt Martina Schmitz, Geschäftsführerin der oncgnostics GmbH und Co-Autorin der Studie.

Großangelegte Studie „HaSCo“ folgt

Für die weitere Forschung und Entwicklung zu den Selbsttests kooperiert das Biotechnologieunternehmen aus Jena weiter mit der Medizinischen Hochschule Hannover. Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse der Pilotstudie wird GynTect in der folgenden, großangelegten Studie „HaSCo“ als Abklärungstest bei HPV positiven Selbsttest eingesetzt1. Die Studie wird noch in diesem Jahr starten und über 20.000 Probanden einschließen. Zudem kooperiert die oncgnostics GmbH mit zwei Forschungseinrichtungen in den Niederlanden und Belgien.

Fast jeder Erwachsene infiziert sich irgendwann im Leben mit HPV, ohne es zu merken. Schätzungen zufolge sind in Deutschland jährlich sechs Millionen Frauen mit HPV infiziert. Jedes Jahr werden bei mehreren Hunderttausend von ihnen Auffälligkeiten diagnostiziert. Bei etwa 4.300 Personen entwickelt sich eine Krebserkrankung, an der wiederum etwa 1.600 Betroffene sterben2.

 

Quellen

[1] Medizinische Hochschule Hannover (2021): Klinische Studien. Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Online unter: www.mhh.de/fileadmin/mhh/frauenheilkunde-geburtshilfe/downloads/Broschueren_Flyer/Klinische_Studien.pdf

[2] Robert Koch-Institut (2017): Zentrum für Krebsregisterdaten. Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Online unter: www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Gebaermutterhalskrebs/gebaermutterhalskrebs_node.html

 

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Pressemitteilung
Pilotstudie der oncgnostics GmbH und Medizinische Hochschule Hannover:
Krebsvorsorge von Zuhause ist möglich

Seitdem Anfang 2020 die Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung in Deutschland um einen routinemäßigen HPV-Test für Frauen ab 35 ergänzt wurde, sehen sich mehr Personen mit einem positiven Testergebnis konfrontiert. Wichtig ist vorab, dass dies keinen Grund zu Panik darstellt. Ein positives Testergebnis ist nicht mit einer Krebsvorstufe oder gar Krebs gleichzusetzen. Vielmehr infizieren sich die meisten sexuell aktiven Menschen mindestens einmal in ihrem Leben mit Humanen Papillomaviren (HPV). In 90 Prozent der Fälle heilen die Infektionen von allein wieder aus. Ist ein HPV-Test positiv, wird dadurch also nicht direkte eine aufwändige Behandlung notwendig. Zuerst ändert sich nur der Kontrollrhythmus: Anstelle von drei Jahren wird bereits nach zwölf Monaten ein weiterer HPV-Abstrich durchgeführt. Es gilt zunächst, Ruhe zu bewahren. (Wie man zu schneller Gewissheit gelangt, besprechen wir am Ende des Blogbeitrags).

Was bedeutet HPV positiv?

Ein positiver HPV-Test weist auf eine klinisch relevante HPV-Infektion am Gebärmutterhals hin. Damit ist ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Gewebeveränderung verbunden. Diese Veränderungen entwickeln sich sehr langsam und über Jahre hinweg. Ein einmalig positiver HPV-Test sagt deshalb nichts über eine Krebserkrankung aus – er weist lediglich eine vorliegende Virus-Infektion nach1.

Ist der erneute HPV-Abstrich nach einem Jahr ebenfalls positiv, folgt innerhalb von drei Monaten eine sogenannte Kolposkopie. Dabei wird mit einer speziellen Lupenvergrößerung abgeklärt, ob Gewebeveränderungen vorliegen2.

Bei ungefähr zehn Prozent der Infizierten kann der Körper HPV nicht selbst erfolgreich bekämpfen. In diesen Fällen können sich Gewebeveränderungen entwickeln, die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs entsprechen oder sich im Verlauf zu Krebs entwickeln3. In Zahlen trifft dies auf 4.500 Personen von bis zu 500.000 zu, die jährlich ein auffälliges Testergebnis erhalten. Daher ist es wichtig, Vorsorgetermine wahrzunehmen.

Unterscheidung von Hoch- und Niedrigrisiko HPV-Typen

Inzwischen sind über 200 verschiedene HPV-Arten bekannt. Gebärmutterhalskrebs oder Genitalwarzen werden von etwa 40 HPV-Typen ausgelöst4. Sie sind in zwei Kategorien unterteilt:

  • Die Niedrigrisikotypen können lästige und wiederkehrende Genitalwarzen verursachen. Diese lassen sich durch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten (z.B. Salben, Vereisung, Lasertherapie) gut therapieren5.
  • Wird einer der Hochrisikotypen festgestellt, ist die regelmäßige Nachkontrolle auf Zellveränderungen essenziell. Vor allem am Gebärmutterhals können die HPV High-Risk-Typen zu Krebserkrankungen führen. Darüber hinaus stellen sie einen möglichen Auslöser für Kopf-Hals-Tumoren

Generell gilt es zu beachten, dass eine HPV-Infektion selbst nicht behandelt werden kann. Allerdings sollten die jeweiligen Auswirkungen im Auge behalten und Gewebeveränderungen behandelt werden.

HPV: Partnerschaft nicht zwingend betroffen

Die erstmalige Diagnose einer HPV-Infektion im Rahmen der neuen Vorsorge wirft häufig Fragen auf. Da im Moment keine regelmäßigen Tests auf HPV bei Männern vorgesehen sind, werden Infektionen primär durch die Krebsvorsorge bei Frauen festgestellt. Zentral ist zu wissen, dass die Infektion schon seit vielen Jahren oder Jahrzehnten vorliegen kann. Kein Testverfahren kann die Frage beantworten, wann es zu einer Infektion kam. Sie spielt für den Verlauf der normalerweise harmlos verlaufenden Infektion auch keine Rolle. Die Frage wer wen in einer Partnerschaft angesteckt hat, ist ebenfalls kaum zu klären. Das liegt daran, dass die HP-Viren in der Bevölkerung insgesamt weit verbreitet sind. Dementsprechend kann sich HPV trotz fester Partnerschaft bemerkbar machen.

In neuen Partnerschaften lässt sich das Risiko einer Ansteckung beispielsweise durch den Einsatz von Kondomen beim Geschlechtsverkehr verringern. Eine weitere Möglichkeit der Vorsorge besteht in der Impfung gegen einige der krebserregenden HPV-Typen6.

Schnelle Gewissheit durch GynTect

Natürlich kann die Wartezeit zwischen den Kontrollterminen belastend sein. Eine Studie unter Co-Autorschaft unserer Geschäftsführenden Dr. Alfred Hansel und Dr. Martina Schmitz ergab, dass die psychische Belastung in der Gebärmutterhalskrebsvorsorge sogar zu Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung führen kann7.

Um diese unklare Situationen schnellstmöglich aufzulösen, haben wir GynTect entwickelt. Der molekularbiologische Gebärmutterhalskrebstest ist in der Lage, eine Krebserkrankung bereits in ihren Vorstufen zu erkennen. Für die Durchführung ist ein gynäkologischer Abstrich beim Frauenarzt ausreichend.

Fragen Sie den Arzt oder die Ärztin Ihres Vertrauens

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch garantiert er die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Informationen. Er ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt und darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt oder die Ärztin Ihres Vertrauens!

 

Quellen

[1] Projektgruppe ZERVITA (Hrsg.): HPV-Test.

[2] Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) (2021): HPV-positiv: Was nun?

[3] und [4] Dr. med. Katharina Anstett (2020): HPV-Nachweis (Positive Testung auf ein Humanes Papillomavirus).

[5] Robert Koch Institut: Erläuterungen zum Befund Ihres HPV-Tests.

[6] Dr. med. Katharina Anstett (2020): HPV-Nachweis (Positive Testung auf ein Humanes Papillomavirus).

[7] Jentschke, M., Lehmann, R., Drews, N., Hansel, A., Schmitz, M., Hillemanns, P. (2020): Psychological distress in cervical cancer screening: results from a German online survey. Archives of Gynecology and Obstetrics, 3/2020, 699-705.

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Jährlich werden in Deutschland rund 65.000 Kinder zu früh geboren. Die betroffenen Familien trifft dieses Ereignis meist unvorbereitet. Viele Fragen tun sich auf. Der Welt-Frühgeborenen-Tag möchte am 17. November auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen und aufklären.

Was ist eine Frühgeburt

Kommt ein Kind vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt, handelt es sich um eine Frühgeburt. In Deutschland haben inzwischen Kinder ab der vollendeten 23. Schwangerschaftswoche gute Chancen mit medizinischer Hilfe zu überleben. Welche gesundheitlichen Folgen auf ein Frühchen zukommen, zeigt sich aber oft erst im Laufe der Zeit.

Mögliche Auslöser einer Frühgeburt

Es gibt unterschiedliche Gründe, die zu einer Frühgeburt führen können. Neben psychischen Ursachen, wie beispielsweise Stress, spielen auch körperliche Ursachen der Mutter eine Rolle. Viele sind kaum zu beeinflussen, wie eine bakterielle Infektion, genetische Faktoren oder eine Schwangerschaftsvergiftung. Andere Faktoren lassen sich eher steuern: Alkohol und Nikotin während der Schwangerschaft erhöhen das Risiko einer Fehlgeburt.

Es gibt jedoch auch Risikofaktoren, die keinen natürlichen Ursprung haben und trotzdem für die betroffenen Frauen nur schwer zu vermeiden sind. Beispielsweise steigt das Risiko einer Frühgeburt nach einer sogenannten Konisation vor oder während der Schwangerschaft.

Die Konisation ist nach der Kolposkopie ein gängiges Verfahren, um einen auffälligen Pap-Test und/oder positiven HPV-Test abzuklären bzw. eine Veränderung am Muttermund, die sich zu Krebs entwickeln könnte, zu entfernen. Pap-Test und HPV-Test werden in der Gebärmutterhalskrebsvorsorge eingesetzt. Sie können aber nicht zwischen Läsionen, die von selbst ausheilen, und solchen, die sich zu Krebs entwickeln könnten, unterscheiden. Dazu ist hingegen ein nicht-invasiver molekularbiologischer Test auf echte Krebsmarker in der Erbinformation in der Lage. Dieser Test ist erst seit wenigen Jahren auf dem Markt und noch nicht flächendeckend bekannt. Gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt findet die Mutter in spe die individuell geeignete Methode.

Hilfreiche Informationen für die gesamte Familie

Doch was tun, wenn da plötzlich ein kleiner Mensch viel zu früh auf der Welt ist, der besonderen Schutz und Unterstützung braucht? Diese Frage stellen sich oft nicht nur die Eltern, sondern das gesamte Umfeld: Geschwisterkinder verstehen nicht, warum plötzlich alles anders ist als versprochen. Großeltern sorgen sich und stehen doch nur hilflos daneben. Aus diesem Grund engagiert sich der Bundesverband „Das Frühgeborene Kind“ e.V. nicht nur am Welt-Frühgeborenen-Tag, sondern hat auch zahlreiche Informationen zusammengestellt. Eine App begleitet Geschwisterkinder beispielsweise kindgerecht durch die erste Zeit, außerdem stellt der Verband Informationen speziell für Eltern oder Großeltern zur Verfügung. Aber auch Kitas, Schulen oder Fachleute finden bei dem Verband Antworten auf viele Fragen.

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Zurzeit werden in den Medien (z.B Tiroler Zeitung, Ärzteblatt1, Ärzteblatt2) Diskussionen um die Sinnhaftigkeit von Pap- im Vergleich zum HPV-Test geführt. Denn in der Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung sind einige Neuerungen geplant. Wir wollen deshalb genauer erklären, was beide Tests eigentlich leisten.

 

Was ist der Pap-Test?

Der Pap-Test ist nach dem amerikanisch-griechischen Arzt Dr. George Papanicolaou benannt, der diesen mikroskopischen Test bereits 1928 entwickelt hat. Der Test wird vom Frauenarzt bei der jährlichen Untersuchung zur Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung durchgeführt. Der Arzt entnimmt hierfür einen Zellabstrich vom äußeren Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhalskanal. Im Labor wird dieser Abstrich eingefärbt und auf Zellveränderungen unter dem Mikroskop untersucht. Dabei wird nach Zellveränderungen gesucht, die Hinweise auf Erkrankungen geben können. Aufgrund des Zellbildes werden die Abstriche in Schweregrade von Pap I (= keine Auffälligkeit) bis hin zu Pap V (= Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs), eingeteilt.

Werden Auffälligkeiten erkannt, meldet sich der Frauenarzt bei der Patientin und bespricht mit ihr das weitere Vorgehen.

Nachteil des Tests: Patientinnen mit auffälligen Pap-Befunden werden regelmäßig alle 3 – 6 Monate untersucht, um die Zellveränderungen zu beobachten. Die meisten Zellveränderungen sind nicht Besorgnis erregend, denn sie heilen von allein wieder aus. Und es dauert meist Jahre, bevor sich aus einigen der Gewebeveränderungen (sog. Dysplasien) Gebärmutterhalskrebs entwickeln kann.

Zellveränderungen können auch übersehen werden. Um dies zu kompensieren, wird hierzulande der Pap-Test jährlich durchgeführt. Dies soll die Chance erhöhen, bösartige Veränderungen rechtzeitig zu entdecken. Allerdings nimmt nur etwa die Hälfte der Frauen jährlich an der Untersuchung teil. Und trotz regelmäßiger Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen kommt es bei manchen Frauen zu Gewebeveränderungen bis hin zu Krebs. Fast die Hälfte aller Frauen, bei denen jährlich eine Krebserkrankung festgestellt wird, gibt an, regelmäßig an der Vorsorge teilzunehmen. Bei ihnen hat der Pap-Test dann mehrfach versagt.

Vorteil des Tests: neben Gewebeveränderungen bis hin zu Krebs können auch Entzündungen und Infektionen nachgewiesen werden, die nicht durch HPV ausgelöst werden und auch nicht zu Krebs führen.

Weitere Informationen zur Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung und auch speziell zum Pap-Test finden Sie hier:

www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/frueherkennung.php#inhalt3

 

 

Was ist der HPV-Test?

Zur Abklärung, ob sich Zell- und Gewebeveränderungen zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln können, wird häufig ein HPV-Test durchgeführt. Bei diesem wird getestet, ob eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) vorliegt. Diese Viren sind die Verursacher von Gebärmutterhalskrebs. Fällt der HPV-Test also negativ aus, muss sich die Patientin keine Sorgen machen, denn ohne Virusinfektion keine Krebserkrankung.

Vorteil des Tests: speziell ein negatives Testergebnis hat eine sehr hohe Aussagekraft. Denn im Falle eines negativen HPV-Tests ist das Risiko, eine Krebserkrankung zu entwickeln oder bereits zu haben, sehr gering. In einigen Ländern wird daher inzwischen statt des Pap-Tests ein HPV-Test als erster Test in der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge eingesetzt.

Nachteil des Tests: Ein positives HPV-Testergebnis weist eine vorliegende HPV Infektion nach. Die meisten dieser Infektionen heilen innerhalb von 1 – 2 Jahren aus, ohne dass die Frau etwas davon merkt. Nur ca. 10% aller HPV Infektionen verbleiben länger und können in der Folge zu Gewebeveränderungen (Dysplasien) führen. Letztendlich würde nur ca. 0,5 – 1% der infizierten Frauen bei nicht rechtzeitiger Behandlung Krebs entwickeln.

Weitere Infos zum HPV-Test erhalten Sie hier: www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/hpv2.php

 

Merke: Der Pap-Test klärt, ob Zellveränderungen vorhanden sind. Der HPV-Test klärt, ob eine Infektion mit Humanen Papillomviren vorliegt. Beide Tests haben ihre Vor- und Nachteile.

 

Veränderung in der Vorsorge: Kombination aus Pap- und HPV-Test

In der Gebärmutterhalskrebsvorsorge steht eine Veränderung bevor. Frauen ab 35 erhalten voraussichtlich künftig in Deutschland ein sog. Co-Testing aus Pap- und HPV-Test, das nur alle drei Jahre durchgeführt werden muss. Co-Testing heißt, es werden Pap- und HPV-Test gleichzeitig durchgeführt. Dadurch erhält man nicht nur den Hinweis, ob Zellveränderungen vorliegen (Pap-Test), sondern erfährt, ob gleichzeitig eine HPV-Infektion vorliegt (HPV-Test). Durch die Kombination sinkt das Risiko, dass Zellveränderungen beim Pap-Test übersehen werden, wenn der HPV-Test zeitgleich positiv ausfällt. Zugleich sinkt das Risiko einer Übertherapie für Patientinnen, bei denen eine HPV-Infektion nachgewiesen wird, obwohl (noch) keine Zellveränderungen feststellbar sind. Die deutlich höhere Sicherheit bei doppelt negativem Ergebnis rechtfertigt, dass die Co-Testung nur alle drei Jahre durchgeführt wird. Ist nur einer von beiden Tests auffälligen bzw. positiv, wird je nachdem der Pap-und HPV-Test in 12 Monaten wiederholt, bei auffälligem Pap-Test mit niedriger Stufe (Pap II) und negativem HPV-Test wird sogar keine zusätzliche Untersuchung gemacht. Gibt es schwerwiegende Auffälligkeiten mit beiden Testverfahren, schließen sich direkt weitere Untersuchungen in einer Spezialsprechstunde an.

Weitere Informationen zu den Neuregelungen in der Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung finden Sie hier:

www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/iblatt-gebaermutterhalskrebs-frueherkennung.pdf

Weisen bei positivem HPV-Testergebnis die Auffälligkeiten im Pap-Test nicht direkt auf eine schwergradige Gewebeveränderung hin (z.B. Pap II, Pap IIID) kann z.B. auch der GynTect-Test von oncgnostics zur Abklärung eingesetzt werden. GynTect klärt, ob bei einer vorliegenden Infektion mit HPV und/oder einer unklaren Zellveränderung Gebärmutterhalskrebs entstehen wird oder bereits vorliegt. Bei negativem GynTect-Testergebnis ist das Risiko, trotz positivem HPV-Test und Auffälligkeit im Pap-Test eine ernsthafte Erkrankung zu haben, sehr gering.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier: www.oncgnostics.com/gyntect-gebaermutterhalskrebs

GynTect

Wann GynTect zum Einsatz kommt, haben wir im letzten Blogartikel geklärt. Doch welche Vorteile bringt er gegenüber anderen Tests und Methoden, die die Diagnostik bezüglich Gebärmutterhalskrebs erleichtern sollen?

GynTect ist ein molekularbiologischer Test, der auf epigenetischen Biomarkern beruht. Wenn sich Krebs bildet, verändern sich die Erbinformationen in den Zellen, es kommt unter anderem zu DNA-Methylierungen, die sich als Biomarker nutzen lassen. GynTect erkennt spezifisch die Regionen in der Erbinformation, die bei einer Methylierung anzeigen ob sich Gebärmutterhalskrebs entwickelt oder bereits entwickelt hat. Es erfolgt also ein direkter Nachweis von Krebs-(Vorläufer) Zellen und kein indirekter wie beispielsweise beim HPV Test.

Mit der erweiterten Version, die seit September 2016 auf dem Markt ist, konnte die Sensitivität des Tests erhöht werden. GynTect gibt also noch genauere richtig-positive Ergebnisse an. Liegt bereits ein Zervixkarzinom vor, erkennt GynTect das sogar in 100% der Fälle. Das heißt: Fällt GynTect positiv aus, kann man davon ausgehen, dass ein Zervixkarzinom oder eine Vorstufe davon vorliegt.

Im Gegensatz zum Pap- und zum HPV-Test kann GynTect angeben, ob die vorhandenen HP-Viren bösartige Veränderungen des Gewebes verursachen. Nur wenn eine Veränderung des Gewebes vorliegt, die sich auch zu einem Karzinom entwickeln kann, ist eine Operation zu empfehlen. Durch den Test können also unnötige Operationen vermieden werden. Das schützt die Patientin nicht nur vor den Risiken eines Eingriffes, sondern auch vor Komplikationen, die infolgedessen vor allem bei einer späteren Schwangerschaft auftreten können.

Im Vergleich zu anderen Abklärungstests ist GynTect zudem der einzige, der zwischen ungefährlichen Gewebeveränderungen, sogenannten leichten Dysplasien, und gefährlichen Gewebeveränderungen unterscheidet. Das ergab eine Vergleichsstudie mit anderen Abklärungstests, die auf der Internationalen HPV-Konferenz in Kapstadt vorgestellt wurde.

Dadurch, dass für GynTect kein neuer Abstrich notwendig ist, spart die Patientin Zeit und eine zusätzliche Behandlung beim Gynäkologen. Außerdem entspricht die Abstrichentnahme für GynTect damit der neuen S3-Leitlinie, die bald in Kraft treten soll. Die S-Leitlinien sind wissenschaftlich fundierte, praxisorientierte Handlungsempfehlungen. Die S3-Leitlinie hat die gesamte systematische Entwicklung medizinischer Tests und Studien durchlaufen, so dass sie die höchste Qualitätsstufe darstellt. Auch wenn sie nicht rechtlich bindend ist, ist die Einhaltung der Leitlinie ein Qualitätsmerkmal.

Da GynTect ständig weiter verbessert und die zuverlässige Funktionsweise weiterhin belegt werden soll, gibt es einige Studien rund um das Produkt. Im Dezember startete eine Verlaufsstudie mit mehreren Studienzentren in Deutschland. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden Frauen untersucht, die zwischen 18 und 25 Jahre alt sind sowie Dysplasien (Zellveränderungen) der Stufen CIN 2 oder CIN 3 aufweisen. Hier kommt zugute, dass mit der Erweiterung des Produktes die Proben länger haltbar sind. Sie können einige Monate im Kühlschrank oder kurz sogar bei Raumtemperatur aufbewahrt werden und weisen keine Veränderungen auf. Mit der Verlaufsstudie soll gezeigt werden, dass bei denjenigen Frauen, die ein GynTect-negatives Ergebnis erhalten haben, auch die Läsionen nach zwölf bzw. 24 Monaten zurückgebildet oder zumindest nicht weiter gewachsen sind.

In Deutschland wird die Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsuntersuchung beim Gynäkologen für Frauen ab 20 Jahren einmal pro Jahr empfohlen. Die vielen Fachbegriffe beim Frauenarzt können zur Verwirrung führen. Daher erklären wir hier wichtige Begriffe und Abkürzungen:

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Jena, 29. Oktober 2015 – Pünktlich zur MEDICA 2015 präsentiert das Biotechnologie-Unternehmen oncgnostics GmbH  sein neues Produkt „GynTect“ – ein Test zur schnellen Erkennung von Gebärmutterhalskrebs – erstmals einem internationalen Fachpublikum. Vom 16. bis 19. November 2015 erklären die Epigenetik-Experten auf der weltgrößten Medizin-Messe in Düsseldorf den innovativen Test und die Vorteile gegenüber bestehenden Untersuchungsmethoden zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge, wie z.B. der stark erleichterten Risikoeinschätzung und der Verminderung unnötiger Operationen.

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