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Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) greift das Immunsystem an. Das bedeutet, dass infizierte Personen Krankheitserreger schlechter abwehren können. Dadurch steigt auch das Risiko für Betroffene, an Krebs zu erkranken. Damit HIV und Krebs nicht zusammenkommen, sollten die Betroffenen Krebsvorsorgeuntersuchungen daher regelmäßig wahrnehmen.

Warum steigt das Krebsrisiko für Menschen mit einer HIV-Infektion?

Die wahrscheinlichste Ursache für das gestiegene Krebsrisiko liegt darin, dass die Immunantwort des Körpers beeinflusst ist. Er wird schlechter darin, krebsauslösende Viren abzuwehren. Bei Gebärmutterhalskrebs oder auch Kopf-Hals-Tumoren können das Humane Papillomaviren (HPV) sein.

Die Wissenschaft vermutet zudem, dass die durch HIV ausgelöste, chronische Entzündung dazu beiträgt, dass Tumore entstehen. Weiterhin wird vermutet, dass das HI-Virus in das Wachstumsverhalten von Zellen eingreift. Somit schafft es günstige Voraussetzungen dafür, dass sich Krebs entwickelt.

Wichtig ist daher, die HIV-Infektion zu behandeln und das Immunsystem zu stärken. So kann das Krebsrisiko wieder gesenkt werden. Allerdings sind hierzu noch viele Fragen unbeantwortet.  Sicher ist leider nur, dass auch die moderne HIV-Therapie keinen vollständigen Schutz bietet.

Studie zeigt sechsfach höheres Risiko für Gebärmutterhalskrebs

Laut einer Studie der Technischen Universität München haben HIV-infizierte Frauen ein sechsmal höheres Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Besonders betroffen sind Frauen aus Süd- und Ostafrika. Bei 63,8 Prozent der Frauen in Süd- bzw. 27,4 Prozent der Frauen in Ostafrika, bei denen Gebärmutterhalstumore festgestellt wurden, lagen zudem HIV-Infektionen vor.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen daher ein signifikant höheres Risiko für Gebärmutterhalskrebs, wenn eine HIV-Infektion vorliegt. HPV-Impfungen sowie frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen in den Ländern südlich der Sahara seien von entsprechend hoher Bedeutung. Bisher sind diese allerdings oft kostenpflichtig und werden von zu wenigen Frauen wahrgenommen.

Doch auch in Deutschland betrifft HIV noch immer viele. Ende 2019 lebten hierzulande rund 90.700 Menschen mit HIV.

HPV-Impfung kann bei HIV im Erwachsenenalter sinnvoll sein

Die HPV-Impfung wirkt vorbeugend gegen einige der krebserregenden HPV-Typen. Da sich diese vor allem sexuell übertragen, empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung eigentlich vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

Trotzdem sollten an HIV erkrankte, ungeimpfte Menschen auch im Erwachsenenalter mit ihren Ärztinnen und Ärzten über die Impfung sprechen. Denn wer bisher nur mit wenigen Personen intim geworden ist, hat sich wahrscheinlich noch nicht mit HPV infiziert. In diesem Fall kann eine nachgeholte Impfung z. B. vor Gebärmutterhalskrebs oder Kopf-Hals-Tumoren schützen.

Dabei gilt es zwei Dinge zu beachten: Zum einen übernimmt nicht jede Krankenkasse die Impfkosten. Zum anderen braucht es eine ausreichende Immunfunktion, damit erfolgreich Antikörper gegen HPV gebildet werden. Bei stark immungeschwächten HIV-Patientinnen und -Patienten sollte dies individuell geprüft werden.

Fragen Sie den Arzt oder die Ärztin Ihres Vertrauens

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch garantiert er die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Informationen. Er ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt und darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt oder die Ärztin Ihres Vertrauens!

 

Quellen

Idw – Informationsdienst Wissenschaft (2020): Sechsfach höheres Risiko: Studie zeigt Zusammenhang zwischen HIV-Infektion und Gebärmutterhalskrebs. www.idw-online.de/de/news760509

Deutsche Krebsgesellschaft (2020): Bei HIV-Infektion: Früherkennungsuntersuchungen für Krebs wahrnehmen. www.krebsgesellschaft.de

Ärztezeitung (2020): Wie HIV-Infektion und Zervixkarzinom zusammenhängen. www.aerztezeitung.de

Deutsches Krebsforschungszentrum (2018): AIDS und HIV: Steigert die Infektion das Krebsrisiko? www.krebsinformationsdienst.de

Deutsche Aidshilfe e.V. (2020): HIV-Statistik in Deutschland und weltweit. www.aidshilfe.de/hiv-statistik-deutschland-weltweit

 

Grafik: Mary Long/shutterstock.com

Im Fall einer Krebserkrankung ist es wichtig, frühzeitig auf eine ausgewogene und kalorienreiche Ernährung zu achten. Nur so kann der Körper gegen das Schwächerwerden ankämpfen und den Verlauf der Krebserkrankung verträglicher gestalten. Denn die Krankheit schwächt die Abwehrkräfte. Zusätzlich strapaziert die Therapie den Körper. Viele PatientInnen klagen während und nach einer Chemo- oder Strahlentherapie über Müdigkeit, Übelkeit und Entzündungsreaktionen der Speiseröhre oder Schleimhäute. Daraus resultieren meist Appetitlosigkeit und ein Gewichtsverlust.

Mit einer vorsorglichen Ernährungstherapie bei Kräften bleiben

Krankheitsbedingter Gewichtsverlust und Nährstoffmangel können durch eine frühzeitige Untersuchung des Ernährungszustandes sowie eine regelmäßige Gewichtskontrolle vorgebeugt werden. Dabei werden der Body-Mass-Index (BMI) und der unbeabsichtigte Gewichtsverlust dokumentiert. Beispielsweise spricht die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM) von einer krankheitsspezifischen Mangelernährung, wenn ein/e PatientIn bei einem BMI von >18,5 einen Gewichtsverlust von 10-15 % innerhalb von sechs Monaten vorweist[1]. Verliert also eine 1,65 m große Frau mehr als 6,5 kg innerhalb eines halben Jahres, sollten die Alarmglocken läuten. Auf diese Weise können die ÄrztInnen vorzeitig Defizite erkennen und entsprechend eingreifen, wobei ErnährungsberaterInnen unterstützen können.

Vielseitiger Ernährungsplan statt Krebsdiät

Der Ernährungszustand während einer Krebserkrankung und -therapie ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Der individuelle Status der Erkrankung, das Alter, der Allgemeinzustand und ggf. weitere Erkrankungen können einen Einfluss auf die Nahrungszufuhr haben. Daher ist es wichtig, die Ernährungsweise anzupassen, um die Therapieverträglichkeit, das Wohlbefinden und die Überlebenszeit positiv zu beeinflussen. Je vielfältiger und nährstoffreicher die Ernährung ist, umso effektiver können die PatientInnen Energie schöpfen. Besonders auf eine erhöhte Zufuhr von Proteinen sollte geachtet werden, um Muskelschwäche vorzubeugen. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) empfiehlt etwa 1,2-1,5 g/kg Körpergewicht pro Tag[2].

Erkrankten PatientInnen wird zudem von sogenannten „Krebsdiäten“ abgeraten. Beispielsweise werden bei der „Gerson-Diät“ ausschließlich pflanzliche Lebensmittel mit reduzierter Fett- und Proteinzufuhr aufgenommen. Der Körper soll dadurch entgiftet und die Abwehrkräfte gestärkt werden. Für solche alternativen und meist einseitigen Kostformen, die eine Besserung bzw. Heilung von Tumorleiden versprechen, gibt es laut DGEM keine „wissenschaftlich akzeptable Beweisführung“[3]. Vielmehr gehen die PatientInnen das Risiko ein, ihre ohnehin eingeschränkte Nahrungsaufnahme durch den bewussten Verzicht auf Nährstoffe zu verschlechtern.

Nachhaltiger Lebensstil zahlt sich aus

Nach wie vor ist Prävention der wichtigste Faktor für ein gesundes Leben: Schützen Sie sich zum Beispiel gegen Gebärmutterhalskrebs mit einer Impfung gegen HP-Viren, regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und einem ausgewogenen Lebensstil. Grundsätzlich gilt: Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt das Risiko, an einer Infektion zu erkranken. Bereits mit ausreichend Schlaf und Bewegung sowie einer gesunden Ernährung kann man dieses Risiko senken. Ebenso sollte auf Zigaretten, Zucker und Alkohol verzichtet werden.

Folgende Empfehlungen in Bezug auf die Ernährung bei Krebs spricht das dkfz aus[4]:

  • Essen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkorn (Richtwert für Ballaststoffzufuhr: 30g pro Tag).
  • Reduzieren Sie stark verarbeitete Lebensmittel mit hoher Energiedichte (Fast Food, Softdrinks).
  • Achten Sie auf einen gemäßigten Fleischkonsum (max. 500g pro Woche).
  • Achten Sie beim Grillgut darauf, dass es nicht verkohlt ist.
  • Essen Sie regelmäßig Fisch, dieser liefert wertvolle ungesättigte Fettsäuren.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser (mind. 1,5L pro Tag).
  • Decken Sie den Vitaminbedarf durch eine vielfältige und ausgewogene Ernährung. Dann sind Nahrungsergänzungsmittel nicht nötig.

 

Ernährung bei Gebärmutterhalskrebs

Wie bereits geschildert, gibt es auch bei Gebärmutterhalskrebserkrankungen keine speziellen Diäten. Verschiedene Faktoren während der Behandlung können jedoch Einfluss auf die Ernährung haben[5]:

  • Die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs kann die Darmtätigkeit verändern. Gerade nach einer Operation sind Verwachsungen im Bauchraum möglich und die Patientin kann an Verstopfungen leiden. Hier hilft es, statt großer Portionen regelmäßig kleinere Portionen aufzunehmen.
  • Eine Bestrahlung im Bauchraum kann zu Reizungen der Darmschleimhaut führen. Hier sind Nahrungsmittel zu empfehlen, die die Schleimhaut schonen. Eine individuelle Empfehlung sollte jedoch von der medizinischen Betreuung oder von einer Ernährungsberatung gegeben werden.

Weitere Tipps und Rezepte, die auf Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall oder Bauchkrämpfe abgestimmt sind, gibt es auf was-essen-bei-krebs.de. Dieses Projekt wurde vom gemeinnützigen Verein Eat What You Need e.V. – Allianz für bedarfsgerechte Ernährung bei Krebs in Kooperation mit dem CCC München Comprehensive Cancer Center am Klinikum der Universität München Ludwig-Maximilians-Universität ins Leben gerufen.

Shiitake-Pilze: Heilmittel gegen HP-Viren oder nur ein Hype?

In einigen Ländern Asiens, z.B. China und Japan, gelten Shiitake-Pilze schon lange als Heilmittel, doch auch in Deutschland erfreuen sie sich immer größerer Beliebtheit. Ihnen werden neben guten Geschmacks- und Würzeigenschaften („Umami“) heilende Kräfte gegen Entzündungen, Schmerzen und sogar Krebs nachgesagt. Unter anderem enthält der Pilz den Inhaltsstoff Active Hexose Correlated Compound (AHCC), der regenerierende und antivirale Wirkungen haben soll. Demnach soll AHCC gegen HP-Viren ankämpfen .

In Deutschland haben die Shiitake-Pilze keinen Stellenwert in der Krebstherapie[6], da es aktuell keine aussagekräftigen Studien über die Wirksamkeit von AHCC gibt. Außerdem warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor möglichen Hautausschlägen beim (übermäßigen) Verzehr dieser Pilze. Betroffen sind hier allerdings nur wenige Menschen, die besonders empfindlich auf den natürlichen Inhaltsstoff Polysaccharid Lentinan reagieren[7].

Ob krank oder gesund – wir sind, was wir essen. Deshalb sind eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil die Grundlage für gute Lebensqualität.

Fragen Sie die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch garantiert er die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Informationen. Er ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt und darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt oder die Ärztin Ihres Vertrauens!

 

Literatur:

[1] Mangelernährung – Was ist das? In: Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. Online verfügbar: https://www.dgem.de/definition-mangelern%C3%A4hrung

[2] ERNÄHRUNG BEI KREBS: Was ist wichtig? In: Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum, 15. Januar 2020. Online verfügbar: https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-ernaehrung-bei-krebs.pdf

[3] Klinische Ernährung in der Onkologie. In: S3-Leitline der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e. V. (DGHO), der Arbeitsgemeinschaft „Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin“ der Deutschen Krebsgesellschaft (ASORS) und der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Ernährung (AKE). Oktober 2015. Online verfügbar: https://www.dgem.de/sites/default/files/PDFs/Leitlinien/S3-Leitlinien/073-006l_S3_Klin_Ern%C3%A4hrung_in_der_Onkologie_2015-10.pdf

[4] Ernährung und Krebs. In: Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum, 2020. Online verfügbar: https://www.dkfz.de/de/nationale-krebspraeventionswoche/ernaehrung-und-krebs.html

[5] Gebärmutterhalskrebs: Leben mit und nach der Erkrankung. In: Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum, 9. November 2016. Online verfügbar: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/leben.php

[6] Shiitake: Harmloser “Heilpilz”? In: Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum, 20. Oktober 2016. Online verfügbar: https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2016/news78-shiitake-pilze.php

[7] Gesundheitliches Risiko von Shiitake-Pilzen. In: Bundesinstitut für Risikobewertung, 34. Juni 2004. Online verfügbar: https://www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliches_risiko_von_shiitake_pilzen.pdf

 

Titelbild: www.pixabay.com

Forschungsprojekt Medikit

Vor kurzem startete das Forschungsvorhaben “Medikit”. Die Abkürzung steht für “Mobile Diagnostiksysteme für Gesellschaftskrankheiten”.

 

Wohin soll es gehen?

Ziel ist es, für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine bessere Vorsorge sowie bessere Therapiemöglichkeiten umzusetzen und zu etablieren.

Jeder vierte Todesfall innerhalb der Europäischen Union zwischen den Jahren 2011 und 2016 war auf Krebs oder einen Herzkrankheit zurückzuführen. Allein in Deutschland erhielten 2014 rund 480.000 Menschen eine Krebsdiagnose, eine Prognose für 2018 sagt eine Diagnosezahl von knapp einer halben Million Menschen voraus. Knapp 223.000 Patienten starben 2014 daran. An Herz-Kreislauf-Krankheiten starben sogar über 338.000 Menschen.[1] Die Chancen für erfolgreiche therapeutische Behandlungen sind umso höher, je früher und eindeutiger entsprechende Erkrankungen erkannt werden. Andererseits muss die Wirksamkeit von medikamentösen Krebstherapien nachverfolgt und eventuelle Metastasen ohne invasive Eingriffe frühzeitig erkannt und lokalisiert werden. Eine bessere Diagnostik ist also das Ziel.

 

Wie soll das erreicht werden?

Gemeinsam mit Forschungspartnern will oncgnostics im Rahmen des Projektes dem Krebs den Kampf ansagen. Dabei soll eine Diagnostikplattform entwickelt werden, die eine individuelle Diagnostik sowie die Erforschung von Therapiemaßnahmen ermöglicht. oncgnostics will dafür gemeinsam mit den MEDIKIT-Projektpartnern einen neuen Ansatz zum Nachweis bestimmter Biomarker entwickeln. Die von oncgnostics genutzten Biomarker stellen Veränderungen der Zell-DNA, sogenannte DNA-Methylierungen, dar.

Das neue Nachweisverfahren soll mit den Markern des bereits am Markt zugelassenen GynTect Tests etabliert werden. Darüber hinaus ist das Ziel des Projektes, das entwickelte Nachweisverfahren auch für Krebsarten wie z.B. Brust- oder Eierstockkrebs zu adaptieren.

 

Wer sind die Partner?

Das Verbundprojekt führt oncgnostics gemeinsam mit dem Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme (IMMS), sowie den Firmen Senova (Entwicklung von u.a. immunologischen Schnelltests) und ALS (Laborlösungen speziell für die Krebsforschung) durch. Dafür ist eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen. Das Projekt ermöglicht die nachhaltige Etablierung strategischer Partnerschaften zwischen der Forschung, der Klinik und der Industrie und somit den Aufbau eines Kompetenzkerns innerhalb der Thüringer Industrielandschaft.

 

Medikit wird vom Land Thüringen im Rahmen des Programms zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation (FTI-Initiative) und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Medikit ist damit das zweite geförderte Verbundprojekt mit oncgnostics-Beteiligung, das innerhalb eines Jahres gestartet wurde. Das vom BMBF im Rahmen von KMU Net-C geförderte Forschungsvorhaben “Assurer” begann im Oktober 2017. Näheres dazu finden Sie hier.

 

[1] Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsstatistiken.php

Portugal Partnership

Jena, 16. April 2018 – Das Unternehmen Speculum S.A. ist ab sofort exklusiver Lizenzpartner der oncgnostics GmbH für den Früherkennungstest GynTect in Portugal. Der Test soll auffällige Ergebnisse aus Vorsorgeuntersuchungen genauer spezifizieren und somit helfen, die beste Behandlungsmethode zu finden.

 

Bereits im Januar schloss das Jenaer BioTech-Unternehmen oncgnostics GmbH eine exklusive Vertriebspartnerschaft für den Früherkennungstest GynTect in den Ländern Slowakei und Tschechien. Mit Speculum S.A. in Portugal kommt nun ein neuer Vertriebspartner, der eine exklusive Lizenz innehat, hinzu. Damit ist Portugal das vierte europäische Land, in dem GynTect angeboten wird.

 

Speculum S.A. in Portugal gut aufgestellt

Das Team von Speculum S.A. in Portugal

Das Team von Speculum S.A. in Portugal. Quelle: Speculum S.A.

 

 

 

 

 

Speculum S.A. vertreibt verschiedene Medizinprodukte mit dem Schwerpunkt auf den gynäkologischen Bereich. Das Unternehmen ist sehr gut mit Fachleuten und führenden Größen im Bereich Frauengesundheit vernetzt. Auch LAP Porto, das größte Portugiesische Diagnostiklabor im Bereich Frauengesundheit, arbeitet mit Speculum S.A. zusammen.

Das Unternehmen war zudem maßgeblich an der Einführung der Dünnschichtzytologie beteiligt, einer verbesserten Pap-Abstrichmethode, die in Portugal einen Marktanteil von über 50% hat. Da aus genau diesen verbesserten Pap-Abstrichen auch GynTect durchgeführt werden kann, sind die Chancen für die Markteinführung in Portugal sehr gut.

 

GynTect bringt schnelle und sichere Ergebnisse

Der von oncgnostics entwickelte molekularbiologische Test GynTect klärt frühzeitig ab, ob bei einer Patientin mit auffälligem Pap-Befund bzw. einer humanen Papillomvirus-Infektion (HPV) eine zu behandelnde Gebärmutterhalskrebs-Vorstufe vorliegt bzw. sich ein Karzinom entwickeln wird. Der Test liefert schnelle und sichere Untersuchungsergebnisse und betroffenen Frauen Gewissheit, wie mit einer auffälligen Voruntersuchung am besten weiterverfahren wird. Durch GynTect wird die Risikoeinschätzung bei der Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung stark erleichtert: einerseits können unnötige, vorschnelle Operationen vermieden, andererseits die Chancen auf erfolgreiche Therapiemaßnahmen erhöht werden.

 

Hohe Sterberate bei Gebärmutterhalskrebs in Portugal

Die Erkrankungsrate bei Gebärmutterhalskrebs ist in Portugal etwas höher als in Deutschland. In Portugal erkranken jährlich 9 von 100.000 Frauen, in Deutschland sind es 8,2 von 100.000. In Portugal ist Gebärmutterhalskrebs die zweithäufigste Krebsart bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren, in Deutschland liegt die Häufigkeit bei Frauen dieses Alters auf Platz 3. Weit größer ist die Differenz bei der Sterblichkeitsrate: In Portugal versterben 54% aller an Gebärmutterhalskrebs Erkrankten, in Deutschland ist es etwa ein Drittel.

“Durch eine frühe Erkennung von Gebärmutterhalskrebs kann eine wirksame Behandlung durchgeführt und weitere Komplikationen vermieden werden. Wir versprechen uns von GynTect eine effektive Maßnahme im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs und dessen Folgen”, so Antonio Ferreira, Geschäftsführer von Speculum S.A. in Lissabon.

 

Weitere Partnerschaften in Planung

Die europaweite CE-IVD Zulassung für GynTect erfolgte 2015 und ebnete den Weg für europäische Partnerschaften. Im vergangenen Jahr konnte oncgnostics zudem eine exklusive Lizenzvereinbarung für den chinesischen Markt mit GeneoDx, einem Tochterunternehmen der staatlichen Sinopharm-Gruppe, abschließen.

Weitere Partnerschaften zur Internationalisierung von GynTect sind in Verhandlung.

 

Über die oncgnostics GmbH:

Die oncgnostics GmbH ist 2012 als Ausgründung aus einer universitären Forschungsgruppe der Universitäts-Frauenklinik in Jena entstanden. Als Molekulardiagnostik-Unternehmen hat sich das Jenaer Start-Up auf die Diagnostik von Krebserkrankungen spezialisiert. Die Tests weisen charakteristische epigenetische Veränderungen, sog. DNA-Methylierungen, in den Krebszellen nach. Die mit speziellem Algorithmus identifizierten und patentierten Biomarker bilden das Herzstück der Produkte und sind die Basis des Unternehmens.

GynTect ist ein eingetragenes Warenzeichen der oncgnostics GmbH.

 

Honorarfreies Bildmaterial zur Meldung finden Sie hier:

www.mynewsdesk.com/de/tower-pr/latest_media/tag/oncgnostics

und zu oncgnostics hier:

www.oncgnostics.com/downloads/

Weltgesundheitstag

Am 7. April ist Weltgesundheitstag! Er wird jährlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen und steht immer unter einem anderen Motto. Dieses Jahr ist ein besonderer Weltgesundheitstag, denn die WHO feiert mit ihm ihren 70. Geburtstag.

Deshalb geht es in diesem Jahr um das Gründungsthema der WHO, die “Flächendeckende Gesundheitsversorgung”. In Deutschland sind wir – im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern auf der Welt – in der glücklichen Lage, dass wichtige Versorgungsleistungen von den Krankenkassen übernommen werden.

Unser Problem ist oftmals eher, dass uns die Zeit fehlt und dass wir das unangenehme Thema “Vorsorge” vernachlässigen. Akut wird es meist erst dann, wenn wir ernsthaft erkrankt sind. Bei vielen Krankheiten ist eine Heilung aber nur möglich, wenn sie frühzeitig erkannt werden.

Gerade wenn es um gynäkologische oder urologische Untersuchungen geht, neigen wir dazu, diese zu verdrängen. Interessant ist deshalb folgende Nachricht eines Krankenhauses aus Thailand: den Frauen wird bei gynäkologischen Untersuchungen angeboten, eine Pappmaske zu tragen. Dadurch treten sie dem Krankenhauspersonal und vor allem dem Gynäkologen anonym gegenüber auf und können so ihre Scham überwinden. Manchmal sind es verblüffend einfache Dinge, die große Probleme lösen können, denn die Pappmasken haben bereits zu mehr Vorsorgeuntersuchungen geführt. Den Artikel dazu finden Sie hier.

Vielleicht sollten wir – auch aus Respekt vor den Menschen, die keine Vorsorgeangebote in Anspruch nehmen können – die wichtigsten Untersuchungen durchführen lassen. Doch so sieht es bei uns in Deutschland im Moment aus: Nur 50% der Frauen gehen zu Krebsvorsorgeuntersuchungen. Bei den Männern sind es weniger als 20%![1]

Deshalb ruft das oncgnostics-Team dazu auf, die Angebote wahrzunehmen. Denn wir sind in der glücklichen Lage, dass die eigene Gesundheit zu einem Großteil in unserer Hand liegt!

Die wichtigsten Untersuchungen auf einem Blick, die momentan in Deutschland von den gesetzlichen Kassen übernommen werden, finden Sie hier.

 

 

[1] www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/leistungen-gesetzliche-krankenkassen/gesetzlich-vorgeschriebene-leistungen/gesetzliche-krankenkassen-Vorsorgeuntersuchungen

Deutscher Krebskongress

Rund 12.000 Experten der Krebsforschung tauschten sich vom 21. bis 24. Februar auf dem Deutschen Krebskongress über aktuelle Forschungsergebnisse der Onkologie aus.

Großes Interesse weckte Prof. Dr. Matthias Dürst, Leiter der “Gynäkologischen Molekularbiologie” an der Universitätsfrauenklinik Jena. Prof. Dürst stellte dem interessierten Fachpublikum aktuelle Studienergebnisse zum Früherkennungstest GynTect vor. Dabei ging es vor allem darum, die Vorhersagegenauigkeit von GynTect zu belegen, ob bei Zellveränderungen Gebärmutterhalskrebs entstehen wird oder nicht.

Bisherige Ergebnisse wurden bekräftigt, dass mit GynTect Karzinome mit 100%iger Wahrscheinlichkeit erkannt werden. Auch Zellveränderungen der CIN3-Stufe (höchste Stufe von Zellveränderungen, bevor Krebs ausbrechen kann), die sich zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln werden, erkennt GynTect zu 60 bis 80%. Beeindruckt waren die Teilnehmer von der hohen Spezifität des Tests: über 98% der Proben von gesunden Frauen waren auch negativ für GynTect.

Die Daten weisen damit darauf hin, dass GynTect in der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge großes Potenzial hat, da der Test vielen Frauen eine unnötige Operation und deren mögliche Folgeerscheinungen ersparen kann, nämlich die erhöhte Wahrscheinlichkeit, eine Früh- oder Fehlgeburt zu erleiden. GynTect kann also eine echte “Perspektive” für Frauen sein, um bei auffälligem Befund Klarheit zu erhalten, ob eine Operation tatsächlich notwendig ist. Denn GynTect konkretisiert die Krebswahrscheinlichkeit bei Zellveränderungen. Ein negatives Testergebnis hilft unnötige Operationen zu vermeiden, während ein positives Testergebnis rechtzeitiges Handeln und dadurch eine möglichst schonende Behandlung ermöglicht. Gerade dem ersten Teil des diesjährigen Kongressmottos “Perspektiven verändern Krebs – Krebs verändert Perspektiven” hat sich oncgnostics damit verschrieben.

Weltkrebstag 2018

Auch in diesem Jahr möchten wir den Weltkrebstag am 4. Februar dazu nutzen, um auf Krebs aufmerksam zu machen und vor allem darauf, dass er oft vermeidbar ist. Zudem können viele Krebserkrankungen bei rechtzeitiger Erkennung erfolgreich behandelt werden.

Vorsorge rettet Leben

Nur etwas über 50% der Frauen in Deutschland nehmen an der jährlichen Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt teil. Dabei ist das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, noch immer allgegenwärtig. Wird die Krankheit spät entdeckt, muss eine Konisation (Entnahme des betroffenen Gewebes) durchgeführt werden, die bei späteren Schwangerschaften zu Komplikationen führen kann.

HPV-Impfung noch immer wenig wahrgenommen

Gerade bei Gebärmutterhalskrebs gibt es noch eine weitere Vorsorgemethode: die HPV-Impfung. Auch diese nehmen nur wenige junge Menschen wahr. Dabei bietet die Impfung einen langjährigen Schutz gegen die gefährlichsten HPV-Typen, aber nicht gegen alle HP-Viren. Deshalb ist eine weitere regelmäßige Vorsorge beim Frauenarzt unbedingt zu empfehlen.

 

Wir haben durch unseren Früherkennungstest GynTect dem Gebärmutterhalskrebs schon lange den Kampf angesagt. Wir möchten aber auch darauf aufmerksam machen, dass die Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen wichtig ist, um später böse Überraschungen zu vermeiden.

Medirex team in Bratislava

Jena, 31. Januar 2018 – Die oncgnostics GmbH ist eine Partnerschaft mit der MEDIREX Group eingegangen. Die Firma hält damit die exklusiven Vertriebsrechte an dem Test zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs GynTect® für die Slowakei und Tschechien.

 

Nach ihrem Crowdfunding-Erfolg über die Plattform Seedmatch geht die oncgnostics GmbH nun mit der Kooperation mit der MEDIREX Group die weitere Internationalisierung an. Der Labordiagnostikverbund aus der Slowakei beschäftigt mehr als 1700 Mitarbeiter. Mit einem Marktanteil von über 50% ist MEDIREX der Marktführer für Labordiagnostik in der Slowakei. Der Vertrag sieht eine Laufzeit von drei Jahren mit Option auf Verlängerung vor.

 

GynTect schafft Gewissheit

Der von oncgnostics entwickelte molekularbiologische Test GynTect klärt frühzeitig ab, ob bei einer Patientin mit auffälligem Pap-Befund bzw. einer humanen Papillomvirus-Infektion (HPV) eine zu behandelnde Gebärmutterhalskrebs-Vorstufe vorliegt bzw sich ein Karzinom entwickeln wird.

“Wir möchten mit GynTect die Vorsorge in Tschechien und der Slowakei qualitativ verbessern. Der Test liefert schnelle und sichere Untersuchungsergebnisse und betroffenen Frauen Gewissheit, wie mit einer auffälligen Voruntersuchung am besten weiterverfahren wird.”, so Jozef Gavlas, Geschäftsführer der MEDIREX Labordiagnostik.

Durch GynTect wird die Risikoeinschätzung bei der Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung stark erleichtert: einerseits können unnötige, vorschnelle Operationen vermieden, andererseits die Chancen auf erfolgreiche Therapiemaßnahmen erhöht werden.

 

Zahlen in Deutschland, Tschechien und der Slowakei

In Deutschland erkranken jährlich etwa 5.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Damit erkranken jedes Jahr 8,2 von 100.000 Frauen. In Tschechien und in der Slowakei liegen die Erkrankungsraten wesentlich höher, nämlich bei 14,1 und in der Slowakei sogar bei 16,1 von 100.000 Frauen jährlich.

In allen drei Ländern stirbt etwa ein Drittel der erkrankten Frauen an Gebärmutterhalskrebs.

Durch eine regelmäßige Teilnahme an der Vorsorge, die in allen drei Ländern angeboten wird, kann die Erkrankungsrate wesentlich verringert werden. Durch HPV verursachte Veränderungen können rechtzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Trotzdem nehmen in Deutschland und Tschechien nur knapp über 50% der Frauen an der jährlichen Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen teil, in der Slowakei sind es sogar noch weniger als 50%, hier ist die Vorsorge jedoch nur alle drei Jahre vorgesehen.

 

Weitere Partnerschaften sind geplant

GynTect ist bereits europaweit für den Einsatz in Laboren zugelassen, so dass die MEDIREX Group sofort mit dem Vertrieb sowie mit der Anwendung in den eigenen Laboren beginnen kann. Die CE-IVD Zulassung für den Test erfolgte 2015. Letztes Jahr konnte oncgnostics eine exklusive Lizenzvereinbarung für den Chinesischen Markt mit Geneo Dx, einem Tochterunternehmen der staatlichen Sinopharm-Gruppe, abschließen.

Weitere Partnerschaften in und außerhalb Europas sind in Verhandlung und sollen noch 2018 geschlossen werden. Die gerade außergewöhnlich erfolgreich beendete Kampagne zur Crowd-Finanzierung auf der Investment-Plattform Seedmatch brachte oncgnostics 750.000 Euro ein und trägt zur Planung und zum Abschluss der Partnerschaften bei.

Jena/Weimar, 22. November 2017 – Der XX. Innovationspreis Thüringen ging in der Kategorie “Licht und Leben” an oncgnostics. Das Jenaer Biotech-Unternehmen erhielt die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Produkt GynTect. Nach dem IQ Innovationspreis Mitteldeutschland im Cluster “Life Sciences” war das die zweite hochdotierte Auszeichnung in diesem Jahr.

Die feierliche Preisverleihung der Sieger aus vier Kategorien, innerhalb derer sich insgesamt 70 Firmen mit ihren Produkten beworben hatten, fand vor etwa 400 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft im Congress Centrum Neue Weimarhalle statt. Mit dem Innovationspreis Thüringen, mit 100.000 € einer der höchstdotierten Innovationspreise Deutschlands, werden innovative, marktfähige Produkte, Verfahren, Dienstleistungen und Forschungsexzellenz in vier Kategorien ausgezeichnet. In der Kategorie “Licht und Leben” werden Neuheiten aus den Bereichen Energie, Umwelt, optische Technologien, Medizintechnik und Biotechnologie prämiert. Die oncgnostics GmbH konnte sich mit ihrer Innovation GynTect gegen 13 hochkarätige Mitbewerber durchsetzen.

Der molekularbiologische Test GynTect klärt frühzeitig ab, ob bei einer Patientin mit auffälligem Befund bei der Pap-Abstrichuntersuchung bzw. einer humanen Papillomavirus-Infektion (HPV) ein zu behandelnder Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entsteht oder vorliegt. GynTect liefert dabei schnelle und sichere Untersuchungsergebnisse und betroffenen Frauen somit ebenso schnell Gewissheit. Dadurch wird die Risikoeinschätzung bei der Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung stark erleichtert. Unnötige, vorschnelle Operationen können vermieden und die Chancen auf frühzeitige, erfolgreiche Therapiemaßnahmen erhöht werden.

Der Innovationspreis Thüringen wird vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung (STIFT) Thüringen, dem TÜV Thüringen e.V. und der Ernst-Abbe-Stiftung ausgelobt. Die Sieger werden von einer 18-köpfigen Fachjury ermittelt. Dr. Sven Günther, Geschäftsführer der STIFT: „Ich freue mich sehr für alle unsere Preisträger. Gerade die Ehrung der oncgnostics GmbH steht für das umfassende Innovationspotenzial im Bereich Life Science in Thüringen.”

Hintergrund

Gebärmutterhalskrebs entsteht durch eine Infektion mit HP-Viren, welche u.a. durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Eine Infektion erfolgt daher in den meisten Fällen weit vor Vollendung des 30. Lebensjahrs. Je eher eine auffällige bösartige Veränderung im Gewebe des Gebärmutterhalses oder eine Krebsvorstufe erkannt wird, desto besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie und Genesung der Patientin. An der derzeit üblichen Pap-Abstrichuntersuchung zur Früherkennung nehmen nur etwa 50 Prozent der Frauen jährlich teil.

Weltweit besteht ein sehr hoher Bedarf an zuverlässigen Screening- und Abklärungstests. GynTect soll helfen, Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen zuverlässig zu diagnostizieren, unnötige Operationen zu vermeiden und bösartige Gewebeveränderungen rechtzeitig zu erkennen.

Der Abklärungstest ist bereits europaweit für den Einsatz in Laboren zugelassen. Die CE-Zulassung für den Test erfolgte 2015. Bisher gibt es Vertriebspartnerschaften in China und Indien, internationale Kooperationen sind in Vorbereitung.

Honorarfreies Bildmaterial zur Meldung finden Sie hier: http://bit.ly/2jPfYkh

Zu GynTect und oncgnostics hier:

https://www.mynewsdesk.com/de/tower-pr/latest_media/tag/oncgnostics

und hier: https://www.oncgnostics.com/downloads/

Das Nominierungsvideo finden Sie hier: http://bit.ly/2Bd3NSz

 

Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die dritthäufigste Krebsart bei Frauen und wird oftmals durch die Entnahme des betroffenen Gewebes (der Konisation) behandelt. Vorsorgeuntersuchungen erfolgen derzeit durch die Analyse von Zellproben des Gebärmutterhalses, den sog. Pap-Abstrich. Dieser Test gibt Aufschluss darüber, ob Zellveränderungen vorliegen. Findet der Arzt oder der Zytologe im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung im Zellabstrich auffällige Veränderungen, ist der nächste Schritt meist eine Betrachtung des Muttermundes mit Hilfe einer Art Lupe, die sogenannte Kolposkopie. Erkennt der Arzt dabei auffällige Bereiche am Muttermund, entnimmt er eine Gewebeprobe. Diese Gewebeprobe wird anschließend im spezialisierten Labor untersucht.

Konisation

Konisation – Entnahme des betroffenen Gewebes in Form eines Kegels

In selteneren Fällen weist eine Pap-Abstrichuntersuchung direkt auf eine schwere Gewebeveränderung, z.B. CIN3, hin. Dann greift der Arzt manchmal gleich zur invasiven Therapie der Gewebeveränderung, der sog. Konisation. Eine Untersuchung des entnommenen Gewebes im Anschluss an den Eingriff verschafft dann Klarheit, ob eine zu behandelnde Krebsvorstufe oder eine bestehende Erkrankung vorlag. Das Ziel der Konisation, die vollständige Entfernung der sog. Transformationszone mit allen neoplastischen Läsionen, wurde damit erfüllt.

Eine solche Konisation wird mit Skalpell, Laser oder einer sog. Elektroschlinge durchgeführt. Am häufigsten setzen Ärzte aktuell die Schlinge ein. Damit können sie leichter gesundes Gewebe erhalten. Die Schlingenkonisation ist in geübter Hand ein kleiner Eingriff, der meist ambulant und entweder in Vollnarkose, örtlicher Betäubung oder Rückenmarknarkose (Spinalanästhesie) erfolgen kann.

Der Arzt arbeitet mit dem Kolposkop, er entfernt ein kegelförmiges Stück von Muttermund und Gebärmutterhals. Dabei entfernt er vor allem bei Frauen, die ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben, möglichst wenig Gewebe. Deshalb wählt er in solchen Fällen einen flachen Kegel. Denn je weniger Gewebe er abträgt, desto geringer ist das Risiko einer Frühgeburt bei einer späteren Schwangerschaft. Andererseits ist es aber wichtig, dass der Arzt das veränderte Gewebe vollständig entfernt.

Bei Frauen nach den Wechseljahren entstehen die Veränderungen oft verstärkt innerhalb des Gebärmutterhalses. Deshalb führen Ärzte im Normalfall statt einer eher flachen Konisation eine spitze, tiefere Konisation durch. Häufig wird der Eingriff mit einer Ausschabung der Schleimhaut im Gebärmutterhals kombiniert.

Zum aktuellen Stand in Deutschland

Einem aktuellen Ärztebrief erkranken in Deutschland ca. 13 von 100 000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Aktuell sind hierzulande rund 7000 Frauen von dieser Krankheit betroffen und waren bei der Diagnose im Durchschnitt zwischen 40 und 50 Jahren alt. Besonders häufig erkranken laut Bericht Frauen zwischen 35 und 39 Jahren sowie ab 60 Jahren. Pro Jahr sterben rund 1500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs[1].

Weiterhin erfolgen nach Auswertung anonymisierter Datensätze der Techniker Krankenkasse  im Jahr 2009 laut Soergel[2] hochgerechnet auf ganz Deutschland ca. 90.000 Konisationen. Anderen Zahlen zufolge[3] wurden 2008 schätzungsweise 125.000 Kolposkopien und Biopsien sowie ca. 140.000 Operationen (hauptsächlich Konisationen) durchgeführt. Ist eine Frau konisiert ist das Risiko, dass die Schwangerschaft vor Woche 37 mit einer Frühgeburt endet, höher und nach zwei Konisationen noch höher.

Mögliche Spätfolgen nach Konisation

Zwar wird die Konisation allgemein als ungefährlich erachtet, jedoch gibt es auch hier, wie bei jedem operativen Eingriff, mögliche Risiken und Spätfolgen.

Einer Schwangerschaft steht nach der Konisation nichts im Wege, da sich der Eingriff nicht auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Jedoch wird durch die Entfernung des Kegels Form und Weite des Muttermundes verändert, wodurch er an seiner Funktion einbüßt. Das wiederrum kann bei einer Schwangerschaft schwerwiegende Folgen nach sich ziehen: Am Muttermund entstandene Narben können den Geburtsverlauf verzögern, aber auch Frühgeburten treten bei konisierten Frauen häufiger auf, siehe oben.

Was eine Frühgeburt für Kinder bedeutet, zeigt Peters[4] an einem Praxisbeispiel, bei dem eine junge Frau nach zwei Konisationen ein Kind in der 30. Woche per Kaiserschnitt zur Welt brachte. Der Junge wog 1.310 Gramm bei 40,5 Zentimetern Länge und litt an einem Atemnotsyndrom, Neugeborenensepsis, Trinkschwäche, Blutungsanämie, arterieller Hypotension sowie Frühgeborenenanämie. Glücklicherweise konnte der Säugling gut behandelt und zwei Monate später in einem guten Zustand entlassen werden.

Eine solche Frühgeburt zieht jedoch nicht nur Schäden für das Kind und Stress für die Eltern nach sich, sondern auch juristische Auseinandersetzungen mit dem behandelnden Arzt.

Zusammenhang – ja oder nein?

Der Zusammenhang zwischen einer Konisation und dem Risiko einer Frühgeburtlichkeit wird unter Experten kontrovers diskutiert. Fest steht jedoch, dass sich ein Zusammenhang weder explizit belegen noch ausschließen lässt. Vorliegende Daten müssten ausgewertet und weitere Studien durchgeführt werden. Erst dann lassen sich konisationsbedingte Frühgeburtlichkeit sowie deren Folgen für Mutter und Kind eindeutig be- oder widerlegen.

Man kann dieses Risiko generell umgehen: Einerseits durch die frühzeitige Impfung gegen die den Gebärmutterhalskrebs auslösenden humanen Papillomaviren, andererseits durch Abklärungstests wie zum Beispiel GynTect. GynTect ist ein neues, molekularbiologisches Verfahren um eindeutig zu bestimmen, ob ein auffälliges Pap-Test-Ergebnis und/oder eine HPV-Infektion tatsächlich auf eine zu behandelnde Krebsvorstufe oder bestehende Krebserkrankung zurückzuführen ist. Die Probe der Dünnschichtzytologie reicht dabei vollkommen aus, sodass kein weiterer Abstrich entnommen werden muss.

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[1] Tagesspiegel: Arztbrief „Gebärmutterhalskrebs“

[2] Soergel, Hillemanns (2011)

[3] Mühlhauser, Filz (2010)

[4] Peters (2010)

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Literatur:

Ärzte Zeitung, November 2014 (abgerufen am 03. Januar 2016).

Ärztebrief, Der Tagesspiegel (abgerufen am 11. Mai 2016)

Mühlhauser, Filz. Arznei-Telegramm 2008, Sonderbeilage Screening auf Zervixkarzinom; oncgnostics expert interviews; Ortoft G et al.: After conisation of the cervix, The perinatal mortality due to preterm delivery increases in subsequent pregnancy. BJOG, 117 (2010):  258 – 267.

Peters K.: Konisation und ihre Folgen. Frauenarzt (02/2010), S.136 -138.

Soergel P., Hillemanns P.: Die Versorgung von Zervixdysplasien mittels Konisation in Deutschland. Frauenarzt (03/2011), S. 210 – 215

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