Bei Gebärmutterhalskrebs wird oft eine Konisation durchgeführt - Gebärmutterkrebs ist in der Gebärmutter selbst lokalisiert.

Zwar entstehen beide Krebsarten nur wenige Zentimeter voneinander entfernt, jedoch ist der große Unterschied in der Ursache der Erkrankung zu suchen. Deshalb sind die Forschungsfelder und die Behandlung ebenfalls grundverschieden. Die Unterschiede wollen wir zur besseren Einordnung in diesem Artikel erklären.

Zunächst zur Anatomie, um die Entstehungsorte beider Krebsarten besser einordnen zu können: Die Gebärmutter besteht aus dem Gebärmutterhals (Cervix), der am unteren Ende im Muttermund endet. Am oberen Ende schließt der Gebärmutterkörper (Corpus) an. Gebärmutterhalskrebs entsteht also im gleichnamigen Gebärmutterhals, nur wenige Zentimeter entfernt von der Gebärmutter, in der Gebärmutter(-körper-) krebs entsteht.

 

Gebärmutterkrebs – Faktoren, Auftreten und Symptome

Gebärmutterkrebs (lat. Endometriumkarzinom, Uteruskarzinom oder Korpuskarzinom) geht meist von den Zellen der Gebärmutterschleimhaut aus. Es gibt den sehr verbreiteten östrogenabhängigen Typ I und den seltenen östrogenunabhängigen Typ II. Begünstigt wird Gebärmutterkrebs durch erbliche Faktoren genauso wie durch Übergewicht, Diabetes und einem langen Östrogeneinfluss (meist hervorgerufen durch hormonelle Störungen). Diese Krebsart tritt meist im hohen Alter auf. Das Durchschnittsalter liegt bei 69 Jahren und es gibt keine geregelte Vorsorge, da kein kostengünstiges und zuverlässiges Verfahren zur Früherkennung existiert.

Während beim Gebärmutterhalskrebs nicht unbedingt Symptome auftreten oder diese erst sehr spät in Erscheinung treten, gibt es beim Gebärmutterkörperkrebs meist frühzeitig ungewöhnliche Blutungen. Sucht die Patientin gleich den Arzt auf und handelt es sich bei den Blutungen tatsächlich um Symptome des Gebärmutterkrebses, gibt es gute Aussichten auf Heilung. Durch einen operativen Eingriff werden die Gebärmutter, die Eileiter und Eierstöcke entfernt. Ist der Krebs weiter fortgeschritten, sind weitere Behandlungen notwendig.

 

 

Gebärmutterhalskrebs – Ursache, Vorsorge, Behandlung

Ganz anders sind die Bedingungen bei Gebärmutterhalskrebs: diese Krankheit entsteht über viele Jahre infolge einer Ansteckung mit bestimmten Stämmen von Humanen Papillomviren (HPV). Durch die regelmäßige Vorsorge können Vorstufen, sogenannte Dysplasien, erkannt und eine Behandlung geplant werden. Vorstufen müssen nicht zum Ausbruch von Gebärmutterhalskrebs führen. Es kann sein, dass sie sich auch wieder zurückbilden. In jedem Fall müssen sie jedoch beobachtet werden. Ist ein Eingriff notwendig, handelt es sich hierbei meist um eine sogenannte Konisation, bei der das Karzinom mit einem kegelförmigen Schnitt entfernt werden kann. Da es sich bei den Patientinnen häufig um Frauen im gebärfähigen Alter handelt, ist es wichtig, möglichst wenig des Gebärmutterhalses abzutragen, um Komplikationen bei eventuellen späteren Schwangerschaften zu vermeiden.

Die Vorsorge wird vom Gynäkologen durchgeführt. Im Moment haben Frauen ab 20 Jahren Anspruch auf eine jährliche Untersuchung durch den Frauenarzt. Diese Regelung ändert sich aber bald für Frauen ab 35 Jahren. Sie werden nur noch alle drei Jahre in einer sogenannten Co-Testung nicht nur mit dem Pap-Test sondern auch mit dem HPV-Test auf HPV untersucht.

Außerdem gibt es die Möglichkeit einer HPV-Impfung, die den Großteil der HP-Virenstämme abdeckt und somit das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken oder ebenfalls durch HPV ausgelöste Genitalwarzen zu bekommen, erheblich einschränkt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für Mädchen noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr, da hier die Schutzwirkung am höchsten ist.

Obwohl Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom) nur wenige Zentimeter voneinander entfernt entstehen können, sind es doch zwei völlig verschiedene Krebsarten mit unterschiedlichen Verläufen, Symptomen und Behandlungsarten. Gerade Gebärmutterhalskrebs ist vermeidbar: Wer regelmäßig zur Vorsorge geht und sich impfen lässt, hat ein sehr geringes Risiko, daran zu erkranken.

 

Zusammenfassend zeigt eine Tabelle beide Krebsarten im Überblick:

Gebärmutterhalskrebs

(Zervixkarzinom)

Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)
HäufigkeitCa. 5000 Neuerkrankungen pro Jahr in DeutschlandCa. 11000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland
Durchschnittsalter der Patientinnen34 Jahre (bei Karzinomen im Frühstadium)

53 Jahre (bei Karzinomen, die fortgeschritten und bereits in weiteres Gewebe vorgedrungen sind)

69 Jahre
Hauptursache/ AuslöserHumane Papillomviren (HPV)Genetische Faktoren, Übergewicht, Diabetes, hormonelle Störungen
SymptomeNicht zwingend, es können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Ausfluss oder Blutungen auftreten (im späten Stadium der Krankheit)Blutungen (treten frühzeitig auf), weitere Symptome treten in späteren Stadien der Krankheit auf
VorbeugungHPV-Impfung, Teilnahme am ScreeningGesunde Lebensweise
FrüherkennungGesetzlich geregeltKeine geregelte Früherkennung, Untersuchung (Ultraschall oder Gebärmutterspiegelung) kann als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) durchgeführt werden
Dauer der EntstehungÜber Jahre hinweg
BehandlungBei Vorstufen Beobachtung und Testung, bei Krebs Konisation (Operativer Eingriff, bei dem ein kegelförmiges Stück des Gebärmutterhalses entfernt wird)Operativer Eingriff (Entfernung der Gebärmutter, der Eileiter und Eierstöcke), bei fortgeschrittener Erkrankung ergänzende Behandlungen

Detaillierte Informationen zu beiden Krankheiten erhalten Sie durch den Krebsinformationsdienst.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat vor kurzem eine neue Impfempfehlung veröffentlicht: Jungen im Alter von neun bis vierzehn Jahren sollen künftig eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) erhalten. Bisher galt die Empfehlung nur für Mädchen in diesem Alter.

 

Warum sollen nun auch Jungen geimpft werden?

Die Impfung gegen HPV ist in erster Linie als “Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs” bekannt. Deswegen verwundert es evtl. etwas, dass die STIKO nun eine Impfempfehlung für Jungen ausgegeben hat. Doch verursacht HPV weit mehr Krankheiten als Gebärmutterhalskrebs.

 

HPV-Impfung – Das ist drin

Der am häufigsten verwendete Impfstoff heißt Gardasil und ist mittlerweile als neunfache Impfung auf dem Markt. Er schützt vor sieben sogenannten Hochrisiko-HPV. Diese verursachen nicht nur Gebärmutterhalskrebs, sondern sind auch für einen Teil von Scheiden-, Penis- und Analkarzinome sowie Mund- und Rachenkarzinome verantwortlich. Das heißt, auch Jungs können mit der Impfung vor entsprechenden Krebserkrankungen geschützt werden.

Außerdem schützt Gardasil gegen zwei sogenannte Niedrigrisiko-HPV, HPV 6 und HPV 11. Diese verursachen keine Karzinome, können aber unangenehme Auswirkungen haben: Sie sind Hauptverursacher von sogenannten Feigwarzen, also Genitalwarzen, die aber auch in anderen Bereichen auftreten können. Eine Behandlung dieser Warzen ist aufwendig und zieht sich über einen längeren Zeitraum.

 

Impfschutz für Jungen = höherer Schutz für die Gesamtbevölkerung

Neben dem direkten Nutzen für die Jungen gibt es noch ein wesentliches Argument für die Impfung: die sogenannte Herdenimmunität. Die Viren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Durch die Impfung der Jungen wird es daher allgemein einen höheren Schutz in der Bevölkerung geben. Eine Modellrechnung zeigte, dass durch die Impfung der Jungen pro Jahr tausende Krebsfälle verhindert werden können.[1]

Nobelpreisträger Harald zur Hausen, der herausfand, dass HPV Gebärmutterhalskrebs verursachen, äußerte sich anlässlich der neuen Impfempfehlung: “‘Männer haben im Alter zwischen 15 und 40 Jahren mehr sexuelle Partner als Frauen im gleichen Alter, weltweit. Deswegen gelten sie als Hauptüberträger der Infektionen’. Wenn man diese Krankheiten in einer absehbaren Zeit wirkungsvoll bekämpfen wolle, müsste man daher beide Geschlechter rechtzeitig impfen.”[2]

 

Welche Auswirkungen hat die Impfempfehlung?

In den nächsten Monaten entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA), ob die Impfempfehlung der STIKO zur Pflichtleistung für Krankenkassen ernannt wird. Die Zeichen stehen gut: der GBA folgt fast immer der Empfehlung der STIKO. Bereits jetzt übernehmen viele Krankenkassen die HPV-Impfung auch für Jungen.

 

Wie steht es um die Impfrate?

Bereits seit 2007 besteht die HPV-Impfempfehlung für Mädchen. Doch in Deutschland gibt es noch immer starke Vorbehalte gegen die Impfung, obwohl sie als sicher und gut verträglich eingestuft wird. Weniger als die Hälfte der 17-jährigen Mädchen ist geimpft (Stand 2015). Ein weiterer Grund könnte sein, dass im Alter zwischen neun und vierzehn Jahren üblicherweise keine Impfungen durchgeführt werden: die Grundimmunisierungen haben die Kinder bereits erhalten und viele Kinderärzte haben die HPV-Impfung nicht auf dem Schirm. Ein Besuch beim Gynäkologen findet in diesem Alter bei den allermeisten Mädchen noch nicht statt. Für viele Eltern ist es befremdlich, schon in diesem Alter an eine Ansteckung mit HPV zu denken. Jedoch hat die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr die größte Wirkung.

Quelle: Robert Koch Institut

Quelle: Robert Koch Institut

 

 

 

 

 

 

Früherkennung ist und bleibt wichtig

Immer wieder liest man, dass man durch die Impfung vor HPV-assoziierten Krankheiten geschützt sei. Das stimmt aber nicht, weil der Impfstoff vor den gefährlichsten bzw. verbreitetesten, aber nicht allen HPV schützt. Deshalb ist es für Mädchen und Frauen wichtig, dass sie regelmäßig zur Vorsorge gehen. Trotzdem zeigen erste Langzeitstudien, dass die Zahlen der Krebsfälle unter den Geimpften deutlich niedriger ist als in der Gruppe der Nichtgeimpften. Eine Impfung lohnt sich auch nach dem 18. Lebensjahr. Die Kosten müssen dann jedoch in der Regel selbst getragen werden.

 

[1]https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2018/07_2018.html;jsessionid=4C71518374BF87F8DF0F28CC1C3A588A.2_cid290, abgerufen am 13.07.2018

[2] https://www.deutschlandfunk.de/hpv-impfstoff-gegen-krebs-beide-geschlechter-muessen.709.de.html?dram:article_id=401789

 

Eventmarathon

Jährlich sind wir auf zahlreichen Fachveranstaltungen und Netzwerkevents vertreten. Der Deutsche Business Angels Tag kam in diesem Jahr als Premiere hinzu.

Das zweitägige Treffen wird alle zwei Jahre vom Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. veranstaltet. Es ist eine bunte Mischung aus Vorträgen, Messe, Feierlichkeiten und Networking für alle, die an der Finanzierung in Frühphasen von Unternehmen beteiligt sind. Investoren des Netzwerks tauschen sich aus und nehmen an Pitches ausgewählter Unternehmen teil. 120 Unternehmen hatten sich in diesem Jahr beworben. Nur acht wurden schließlich von einer hochkarätigen und fachlich breit gefächerten Jury eingeladen, sich vorzustellen – darunter auch oncgnostics. Neben der großen Ehre für oncgnostics bekamen wir die Gelegenheit, neue und interessante Kontakte zu knüpfen. Einen detaillierten Bericht über die Veranstaltung finden Sie hier.

 

Die Investor Days Thüringen hatten mit über 500 Teilnehmern so viele Besucher wie noch nie – wir waren wie auch in den vergangenen Jahren dabei! Dabei trafen wir viele bekannte und noch mehr neue Gesichter und konnten uns zu unterschiedlichen Aspekten unserer Geschäftstätigkeit austauschen. Neben Partnern des Beteiligungsmanagement Thüringen (bm-t) sowie jungen Firmen und Projekten mit neuen Geschäftsideen waren auch viele Investoren und Berater anwesend. Mit all diesen Teilnehmern ergaben sich viele spannende Diskussionen über Ideen, neue Produkte, Investitionsmöglichkeiten…

Einen detaillierten Bericht über die Veranstaltung finden Sie hier.

 

Gleichzeitig fand das größte Netzwerkevent für Life Sciences und der Gesundheitsindustrie, die Bionnale in Berlin, statt. In diesem Jahr nahmen über 900 Personen teil. Wir nutzten den Vorteil des “Partnering”, bei dem man sich schon vor der Veranstaltung zu 1:1- Gesprächen verabreden kann. So trafen wir uns mit möglichen Vertriebs- und Kooperationspartnern, potenziellen strategischen Partner sowie Netzwerkpartnern, die auf weitere Netzwerkpartner aufmerksam machen… Gerade für gemeinsame Forschungsprojekte und Kooperationen im Diagnostikbereich sind diese neuen Kontakte sehr hilfreich. Wegen dieser hervorragenden Möglichkeiten des Netzwerkens ist die Bionnale für uns immer eine Reise wert.

Eröffnung Family Day 2018

Am 29. und 30. Mai war oncgnostics zu Gast auf dem vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) veranstalteten Family Day 2018 in Bonn.

 

Etwa 1.000 Teilnehmer aus dem HTGF-Umfeld nutzten die Möglichkeit zum Netzwerken. Davon waren etwa 300 Unternehmen aus dem HTGF-Portfolio vertreten sowie 500 Investoren aus In- und Ausland. Die Veranstaltung zeichnet sich dadurch besonders aus, dass Geschäftsführer auf Investoren treffen und sich ungezwungen und direkt in 1:1 Meetings austauschen. In diesem Jahr fanden 2500 solcher Meetings statt. Auch oncgnostics nutzte die Chance, wichtige Kontakte aus Wirtschaft und Forschung zu knüpfen und zu vertiefen.

 

Alexander von Frankenberg, einer der zwei Geschäftsführer des HTGF, konnte zudem in seiner Eröffnungsrede das Final Closing des dritten High-Tech Gründerfonds verkünden. Dieser zeichne sich durch eine hohe Zahl privater Investoren aus zahlreichen Branchen aus, was nicht nur einen Zuwachs an Finanzmitteln, sondern auch an Know-how bedeutet. Mit einem Volumen von nun 316,5 Mio € übertrifft der Fonds sogar noch die Erwartungen des Zielvolumens von 310 Mio €.

 

Kaffeepause mit Gummibärchen

Kaffeepause mit Gummibärchen

Wirtschaftsminister sieht großes Potential in neuer Diagnostikplattform aus Jena“, heißt es in einer Mitteilung des InfectoGnostics Forschungscampus Jena.

Gemeinsam mit der oncgnostics hat die Blink AG dem Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee, das Forschungsprojekt “ASSURER” vorgestellt. Dieses startete im Oktober letzten Jahres und wird u.a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es wird voraussichtlich bis Anfang 2020 laufen.

Die Diagnostik-Plattform “ASSURER” soll u.a. den von oncgnostics entwickelten Test GynTect weiterentwickeln, indem er automatisiert und für Labor-Roboter und Point-of-Care-Anwendungen nutzbar gemacht wird. Auf diese Weise können wichtige Tests direkt im Krankenhaus oder beim Arzt durchgeführt und ausgewertet werden.

Der hierfür durch die Blink AG entwickelte Prototyp der Blink-Box ist eine kleine Einheit, die alle Arbeitsschritte, die bisher vom Fachpersonal im Labor durchgeführt werden müssen, selbstständig erledigt. Damit können bspw. auch Arzthelfer oder Pflegepersonal einen Test durchführen lassen und die Ergebnisse verarbeiten. Auf diese Weise entsteht ein vollautomatisiertes System zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, das schnelle Therapieentscheidungen ermöglicht.

Im weiteren Schritt soll die Früherkennung mit neuen Markern auf Eierstockkrebs erweitert werden. Später soll das System auch verschiedene Infektionskrankheiten erkennen, sodass eine universelle, dezentrale und unkomplizierte Lösung entsteht.

 

Hier können Sie die Pressemitteilung zum Start des Projekts lesen.

Geschäftsführerin Dr. Martina Schmitz wurde von “Das-ist-Thüringen” zum Innovationspreis Thüringen interviewt. oncgnostics gewann diesen im letzten Jahr in der Kategorie “Licht und Leben”. Die Webseite www.das-ist-thueringen.de stellt Menschen, Unternehmen und Projekte in und aus Thüringen vor. Sie wird vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft herausgegeben.

Das Interview finden Sie hier.

Forschungsprojekt Medikit

Vor kurzem startete das Forschungsvorhaben “Medikit”. Die Abkürzung steht für “Mobile Diagnostiksysteme für Gesellschaftskrankheiten”.

 

Wohin soll es gehen?

Ziel ist es, für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine bessere Vorsorge sowie bessere Therapiemöglichkeiten umzusetzen und zu etablieren.

Jeder vierte Todesfall innerhalb der Europäischen Union zwischen den Jahren 2011 und 2016 war auf Krebs oder einen Herzkrankheit zurückzuführen. Allein in Deutschland erhielten 2014 rund 480.000 Menschen eine Krebsdiagnose, eine Prognose für 2018 sagt eine Diagnosezahl von knapp einer halben Million Menschen voraus. Knapp 223.000 Patienten starben 2014 daran. An Herz-Kreislauf-Krankheiten starben sogar über 338.000 Menschen.[1] Die Chancen für erfolgreiche therapeutische Behandlungen sind umso höher, je früher und eindeutiger entsprechende Erkrankungen erkannt werden. Andererseits muss die Wirksamkeit von medikamentösen Krebstherapien nachverfolgt und eventuelle Metastasen ohne invasive Eingriffe frühzeitig erkannt und lokalisiert werden. Eine bessere Diagnostik ist also das Ziel.

 

Wie soll das erreicht werden?

Gemeinsam mit Forschungspartnern will oncgnostics im Rahmen des Projektes dem Krebs den Kampf ansagen. Dabei soll eine Diagnostikplattform entwickelt werden, die eine individuelle Diagnostik sowie die Erforschung von Therapiemaßnahmen ermöglicht. oncgnostics will dafür gemeinsam mit den MEDIKIT-Projektpartnern einen neuen Ansatz zum Nachweis bestimmter Biomarker entwickeln. Die von oncgnostics genutzten Biomarker stellen Veränderungen der Zell-DNA, sogenannte DNA-Methylierungen, dar.

Das neue Nachweisverfahren soll mit den Markern des bereits am Markt zugelassenen GynTect Tests etabliert werden. Darüber hinaus ist das Ziel des Projektes, das entwickelte Nachweisverfahren auch für Krebsarten wie z.B. Brust- oder Eierstockkrebs zu adaptieren.

 

Wer sind die Partner?

Das Verbundprojekt führt oncgnostics gemeinsam mit dem Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme (IMMS), sowie den Firmen Senova (Entwicklung von u.a. immunologischen Schnelltests) und ALS (Laborlösungen speziell für die Krebsforschung) durch. Dafür ist eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen. Das Projekt ermöglicht die nachhaltige Etablierung strategischer Partnerschaften zwischen der Forschung, der Klinik und der Industrie und somit den Aufbau eines Kompetenzkerns innerhalb der Thüringer Industrielandschaft.

 

Medikit wird vom Land Thüringen im Rahmen des Programms zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation (FTI-Initiative) und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Medikit ist damit das zweite geförderte Verbundprojekt mit oncgnostics-Beteiligung, das innerhalb eines Jahres gestartet wurde. Das vom BMBF im Rahmen von KMU Net-C geförderte Forschungsvorhaben “Assurer” begann im Oktober 2017. Näheres dazu finden Sie hier.

 

[1] Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsstatistiken.php

Deutsche Biotechnologietage Berlin

Die DBT fanden am 18. und 19. April in Berlin statt. Sie sind DAS deutsche Biotechnologie-Event, das alle Akteure der Branche einmal im Jahr zum Erfahrungsaustausch einlädt. In diesem Jahr waren rund 900 Unternehmer, Forscher und Partner aus Politik, Förderinstitutionen und Verwaltung zu Gast. Neben Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Gelegenheiten zum Netzwerken gibt es eine begleitende Ausstellung, an der oncgnostics als Mitglied des Ausstellers infectognostics-Forschungscampus Jena e.V. beteiligt war.

infectognostics Stand

Dr. Martina Schmitz am Stand des infectognostics Forschungscampus

Dr. Martina Schmitz, Geschäftsführerin von oncgnostics, referierte gemeinsam mit Kollegen des infectognostics Forschungscampus’ zum Thema “Point-of-Care: Wo stehen wir und wo geht es hin?

Dabei ging es um innovative diagnostische Ansätze: Wie sie dazu beitragen, Krankheiten rechtzeitig zu erkennen, wann sie von Ärzten oder Kliniken eingesetzt werden können und welche technischen Anforderungen für die Umsetzung wichtig sind.

Dr. Martina Schmitz ging unter diesen Aspekten auf den Test GynTect und die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ein. Sie gab einen Ausblick auf die Etablierung im Markt: GynTect ist ein vergleichsweise junges medizintechnisches Produkt und deshalb in Deutschland eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Durch zahlreiche Studien wird die Wirksamkeit immer wieder nachgewiesen, sodass der Test gute Chancen hat, in Zukunft von den Krankenkassen übernommen zu werden.

Ein weiterer Aspekt der Etablierung ist die voranschreitende Internationalisierung von GynTect. oncgnostics ist mit Partnern in unterschiedlichen Ländern im Gespräch, um ihnen eine exklusive Vertriebslizenz für den Test zu erteilen. Kooperationen bestehen bereits in China, Tschechien, der Slowakei und Portugal.

Die DBT ziehen von Jahr zu Jahr mehr Teilnehmer an. Dass die Branche an Bedeutung gewinnt, zeigte sich auch durch den Überraschungsbesuch von Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Er unterstrich, dass die Biotechnologie ein wichtiger Innovator der deutschen Wirtschaft ist und will diese daher mit allen Möglichkeiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützen.

Das LABorteam von oncgnostics

Das Labor ist ein sagenumwobener Ort. Hier wird im Verborgenen getüftelt, entwickelt und (lebens-)wichtige Ergebnisse hervorgebracht. Anlässlich des Welttags des Labors am 23. April wollen wir etwas Licht ins Dunkel bringen und Ihnen unsere wichtigste Arbeitsstätte vorstellen, die eigentlich aus drei Arbeitsstätten besteht:

  1. Das Labor für Forschung und Entwicklung (F&E)

Hier werden etwa 80% der Labortätigkeiten durchgeführt. Das betrifft die Weiterentwicklung unseres molekulardiagnostischen Tests GynTect sowie die Bearbeitung von Studienproben und sämtliche Qualitätskontrollen im Bereich der GynTect Herstellung. Weiterhin wird in diesem Labor an Entwicklungen gearbeitet, die zu weiteren Produkten führen sollen. Besonders intensiv arbeiten wir an der Entwicklung eines Tests zur Erkennung von Kopf-Hals-Tumoren.

  1. Das Produktionslabor

Hier stellen wir ausschließlich GynTect als Kit sowie seine dazugehörigen Komponenten her und lagern sie auch hier. Bisher macht das etwa 10% unserer Arbeit aus, Tendenz allerdings steigend. Sobald jedoch größere Bestellungen von GynTect Kits anfallen, weil beispielsweise die Nachfrage in den Märkten, für die wir kürzlich Vertriebspartnerschaften geschlossen haben, ansteigt, wird der Arbeitsaufwand hier schnell höher.

  1. Das PCR-Labor

Allgemein laufen in diesem Labor sämtliche Anwendungen der vorher genannten Labore auf den Geräten. Namensgebend für das Labor ist die “Polymerasekettenreaktion” (= engl. PCR). Diese findet hier zur Vervielfältigung von DNA statt. Auf diese Weise werden die GynTect-Biomarker genauso in den Proben nachgewiesen wie die Biomarker für unsere neuen Entwicklungen im Bereich Kopf-Hals-Tumore. Hier werden also unter Anderem auch eingegangene Proben mit GynTect getestet. Daraus ergeben sich erhöhte Sicherheitsvorkehrungen:

Hat eine Kollegin das PCR-Labor einmal betreten, so darf sie an diesem Tag nicht mehr in das Produktionslabor. Das liegt daran, dass im PCR-Labor die DNA-Vervielfältigung der Marker stattfindet. Die Komponenten und Chemikalien, die bei der Herstellung von GynTect im Produktionslabor zum Einsatz kommen, dürfen auf gar keinen Fall mit der DNA aus dem anderen Labor in Berührung kommen, es besteht hier Kontaminationsgefahr. Mit dieser Regelung werden also die im Produktionslabor hergestellten GynTect Kits absolut sauber gehalten.

Wenn jemand an einem Tag in die Produktion will, kann er zwar im F&E-Labor tätig sein und z.B. Pipettierarbeiten für GynTect durchführen. Aber er kann die Arbeit nicht im PCR-Labor ins Gerät stellen. Deshalb müssen wir uns gut untereinander absprechen. So kann jemand anderes, der an dem Tag nicht in der Produktion ist, diese Aufgabe erledigen.

Damit wir nicht durcheinander kommen, herrscht neben der Kittelpflicht im Labor auch die Kittel-Farben-Pflicht. Im F&E-Labor tragen alle weiße Kittel, im Produktionslabor sind rote Kittel Pflicht und im PCR-Labor werden grüne Kittel getragen.

Wichtige Arbeitsmittel im Labor

Trotz der immer schneller zunehmenden Automatisierung ist in allen Laboren die gute alte Pipette das am meisten genutzte Gerät. Darüber hinaus verwenden wir besonders häufig die sogenannten real-time PCR-Geräte. In diesen werden bestimmte Bereiche der DNA für die Durchführung von GynTect, aber auch für die Forschung und Entwicklung vervielfältigt.

Als Hersteller von Medizintechnik befolgen wir ein Qualitätsmanagement-System mit hohem Anspruch. Das bringt eine umfangreiche Dokumentationspflicht mit sich: so ist auch der Computer für das Labor eines der wichtigsten Arbeitsmittel.

Ohne Labor gäbe es auch oncgnostics nicht. Hier finden alle wichtige Prozesse statt, die das Unternehmen ausmachen: Entwicklung neuer Produkte, Durchführung von Studien, Produktion von GynTect Kits und Auswertung von Patientenproben. Für uns ist es der spannendste Arbeitsort, den wir uns vorstellen können.

Das Laborteam von oncgnostics.

Wer gerade in welchem Labor arbeitet, erkennt man an den Kittelfarben.

The oncgnostics managers together with Geneo Dx managers and colleagues.

Gerade sind unsere Geschäftsführer Dr. Martina Schmitz und Dr. Alfred Hansel von ihrer Reise nach China zurückgekehrt. Sie hatten ereignisreiche Tage voller Termine. Trotzdem konnten sie die wenigen freien Stunden für Sightseeing nutzen.

Shanghai bei Nacht

Shanghai bei Nacht

 

 

 

 

 

 

 

 

Finale eines mehrstufigen Pitching-Wettbewerbs in Shenzhen

Nachdem oncgnostics bei dem internationalen Pitching-Wettbewerb “Innovation & Entrepeneurship International Competition (IEIC) unter 200 Unternehmen den zweiten Platz in Berlin belegte, wurden wir nach Shenzhen zum Finale eingeladen. Shenzhen ist ein boomender Technologiestandort, dessen zahlreiche Technologieparks im Rahmen des Events besichtigt wurden.

 

China International Medical Equipment Fair (CMEF)

Während Alfred Hansel in Shenzhen pitchte, besuchte Martina Schmitz die internationale Messe für Medizintechnik CMEF, in Shanghai. Mehr als 4.000 Aussteller präsentierten vor rund einer halben Millionen Besucher. Auch der oncgnostics-Partner GeneoDx stellte sich und unseren Früherkennungstest GynTect vor.

CMEF

Luxiang Cheng, Business Development Manager von GeneoDx, und Dr. Martina Schmitz vor dem Roll Up zu GynTect.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besuch bei GeneoDx

Schließlich trafen sich die oncgnostics-Geschäftsführer mit Mitarbeitern und Geschäftsführern unseres Partners GeneoDx. Die Kooperation für den exklusiven Vertrieb unseres Früherkennungstests GynTect wurde vor einem Jahr geschlossen, als der Partner noch CJMT hieß. Mit der Umbenennung gab es auch einen Umzug der Geschäftsräume nach Shanghai.

Die chinesische Zulassungsstelle CFDA nahm bereits im neuen Labor die Produktion von GynTect ab. Bevor der Test aber endgültig zugelassen werden kann, folgen nun noch Studien. Die oncgnostics-Besucher berieten die Chinesischen Kollegen zum Studiendesign, so dass GeneoDx im nächsten Schritt die Studien aufsetzen und mit der Zulassungsbehörde diskutierten kann. Auch eine mögliche Zusammenarbeit über GynTect hinaus wurde mit der Geschäftsführung besprochen.

“Die Mitarbeiter von GeneoDx haben sich viel Zeit genommen. Es hat uns sehr gefreut, bekannte Gesichter wiederzutreffen, denen wir im letzten Jahr in unserem Labor die Herstellung und Durchführung von GynTect gezeigt haben. Es war spannend, die Forschungslabore von GeneoDx zu sehen sowie die Chinesische Produktionsstätte von GynTect “, so Martina Schmitz.

Im Anschluss wurden die oncgnostics-Geschäftsführer zum traditionellen chinesischen Essen eingeladen, bestehend aus vielfältigen Fleisch-, aber auch vegetarischen Gerichten, bevor es nach aufregenden Tagen wieder zurück nach Deutschland ging.

Traditionelles chinesisches Essen mit den Kollegen von GeneoDx

Traditionelles chinesisches Essen mit den Kollegen von GeneoDx