Forschungsprojekt Medikit

Vor kurzem startete das Forschungsvorhaben „Medikit“. Die Abkürzung steht für „Mobile Diagnostiksysteme für Gesellschaftskrankheiten“.

 

Wohin soll es gehen?

Ziel ist es, für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine bessere Vorsorge sowie bessere Therapiemöglichkeiten umzusetzen und zu etablieren.

Jeder vierte Todesfall innerhalb der Europäischen Union zwischen den Jahren 2011 und 2016 war auf Krebs oder einen Herzkrankheit zurückzuführen. Allein in Deutschland erhielten 2014 rund 480.000 Menschen eine Krebsdiagnose, eine Prognose für 2018 sagt eine Diagnosezahl von knapp einer halben Million Menschen voraus. Knapp 223.000 Patienten starben 2014 daran. An Herz-Kreislauf-Krankheiten starben sogar über 338.000 Menschen.[1] Die Chancen für erfolgreiche therapeutische Behandlungen sind umso höher, je früher und eindeutiger entsprechende Erkrankungen erkannt werden. Andererseits muss die Wirksamkeit von medikamentösen Krebstherapien nachverfolgt und eventuelle Metastasen ohne invasive Eingriffe frühzeitig erkannt und lokalisiert werden. Eine bessere Diagnostik ist also das Ziel.

 

Wie soll das erreicht werden?

Gemeinsam mit Forschungspartnern will oncgnostics im Rahmen des Projektes dem Krebs den Kampf ansagen. Dabei soll eine Diagnostikplattform entwickelt werden, die eine individuelle Diagnostik sowie die Erforschung von Therapiemaßnahmen ermöglicht. oncgnostics will dafür gemeinsam mit den MEDIKIT-Projektpartnern einen neuen Ansatz zum Nachweis bestimmter Biomarker entwickeln. Die von oncgnostics genutzten Biomarker stellen Veränderungen der Zell-DNA, sogenannte DNA-Methylierungen, dar.

Das neue Nachweisverfahren soll mit den Markern des bereits am Markt zugelassenen GynTect Tests etabliert werden. Darüber hinaus ist das Ziel des Projektes, das entwickelte Nachweisverfahren auch für Krebsarten wie z.B. Brust- oder Eierstockkrebs zu adaptieren.

 

Wer sind die Partner?

Das Verbundprojekt führt oncgnostics gemeinsam mit dem Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme (IMMS), sowie den Firmen Senova (Entwicklung von u.a. immunologischen Schnelltests) und ALS (Laborlösungen speziell für die Krebsforschung) durch. Dafür ist eine Laufzeit von drei Jahren vorgesehen. Das Projekt ermöglicht die nachhaltige Etablierung strategischer Partnerschaften zwischen der Forschung, der Klinik und der Industrie und somit den Aufbau eines Kompetenzkerns innerhalb der Thüringer Industrielandschaft.

 

Medikit wird vom Land Thüringen im Rahmen des Programms zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation (FTI-Initiative) und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Medikit ist damit das zweite geförderte Verbundprojekt mit oncgnostics-Beteiligung, das innerhalb eines Jahres gestartet wurde. Das vom BMBF im Rahmen von KMU Net-C geförderte Forschungsvorhaben „Assurer“ begann im Oktober 2017. Näheres dazu finden Sie hier.

 

[1] Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsstatistiken.php