In Deutschland wird die Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsuntersuchung beim Gynäkologen für Frauen ab 20 Jahren einmal pro Jahr empfohlen. Die vielen Fachbegriffe beim Frauenarzt können zur Verwirrung führen. Daher erklären wir hier wichtige Begriffe und Abkürzungen:

Pap-Test

Der Pap-Test ist benannt nach dem griechisch-amerikanischen Arzt George Papanicolaou, der ihn erfunden hat. Er gibt Hinweise darauf, ob am Gebärmutterhals Zellveränderungen auftreten, die möglicherweise auf eine Krebserkrankung hinweisen. Dafür werden bei jedem Gynäkologen-Besuch durch den Pap-Abstrich Zellen vom Muttermund und Gebärmutterhals entnommen und im Labor untersucht. Allerdings haben bei Weitem nicht alle zellulären Veränderungen, die im Abstrich zu finden sind, Krebs zur Folge.

Grob lassen sich die Ergebnisse des Pap-Abstrichs in fünf Gruppen (Pap-Skala I-V) einteilen:

Tumorzellen_Abstrich

Mikroskopische Aufnahmen von Pap-Abstrichuntersuchungen von (links) einer gesunden Patientin und (rechts) einer Patientin mit schwergrasiger Dysplasie CIN3. Die kleinen Tumorzellen sind nicht immer so gut zu erkennen.

Pap I: unauffälliger und unverdächtiger Befund

Pap II: Normalbefund trotz leichter Auffälligkeiten. Wurde erstmals ein Pap II-Befund erhalten, reicht die Wiederholung der Untersuchung nach einem Jahr, wie üblich. Bei einem wiederholten Pap II-Befund sollte die nächste Untersuchung bereits nach 6 Monaten erfolgen.

Pap III: Unklarer Befund. Eine Wiederholung der Untersuchung ist notwendig, da unklar ist, worauf Veränderungen im Zellbild zurückzuführen sind. Eine der Untersuchungen kann ein HPV-Test sein, um abzuklären, ob eine Infektion mit den Viren, die ja Voraussetzung für eine Krebserkrankung ist, vorliegt. Bleibt der Befund auffällig, sollte spätestens dann eine Kolposkopie durchgeführt werden.

Pap IIID: das D steht für Dysplasie, also eine Veränderung von Zellen. Es liegt aber noch kein Krebs vor. Die Chance dass eine solche Dysplasie wieder verschwindet, ist sehr hoch. Bei einem solchen Befund sollte auf jeden Fall eine Abklärung erfolgen. Seit 2015 wird Pap IIID noch einmal untergliedert in Pap IIID1 und Pap IIID2, abhängig von der Schwere der Veränderungen.

Pap IVa: Verdacht auf eine schwere Gewebeveränderung, fortgeschrittene Krebsvorstufe, oder Krebs im Frühstadium (In-situ-Karzinom). Durch eine Gewebeprobe, entnommen bei einer Untersuchung in einer Spezialsprechstunde, wird der Schweregrad der Erkrankung ermittelt.

Pap IVb: schwere Gewebeveränderung. Einige Frauen mit einem solchen Befund haben bereits eine Krebserkrankung, die in tiefere Zellschichten vorgedrungen ist. Der Schweregrad der Erkrankung wird ebenfalls durch Gewebeentnahme geklärt.

Pap V: Eine invasive Krebserkrankung ist sehr wahrscheinlich. Zellen eines Tumors sind bereits im Zellbild deutlich erkennbar.

HPV

Ursache für Gebärmutterhalskrebs sind Humane Papillomaviren (HPV). Nur bestimmte Untergruppen dieser Viren, sogenannte Hochrisiko-HPV, sind letztendlich der Auslöser für Krebs. Der häufigste Typ ist HPV16, aber auch Infektionen mit anderen HPV können Zellveränderungen hervorrufen. Reine Infektionen sind allerdings sehr häufig und fast alle Frauen haben in ihrem Leben irgendwann eine HPV-Infektion – meist jedoch völlig unbemerkt und mit gutem Ausgang, ohne eine Zellveränderung.

GynTect

An Muttermund und Gebärmutterhals (im Bild „Cervix“, links vergrößert) findet sich die Übergangszone. Hier können HP-Viren eindringen und sich festsetzen.

An Muttermund und Gebärmutterhals („Cervix“, links ) findet sich die Übergangszone. Hier können HP-Viren eindringen und sich festsetzen.

Um herauszufinden, ob sich hinter einem auffälligen Pap-Test oder einem positiven HPV Test tatsächlich Krebs oder eine Vorstufe befindet, sind weiterführende Tests notwendig.

Hier kann GynTect weiterhelfen. Bei diesem Verfahren werden Veränderungen, die speziell im Gewebe auftreten, sicher und einfach nachgewiesen.

 

 

 

 

 

CIN (cervikale intraepitheliale Neoplasie = Gewebeveränderung)

CIN Entwicklung

Zellveränderungen während der Krebsentstehung

Ein positives GynTect-Testergebnis bedeutet nach bisherigen Studien, dass sich eine schwergradige Gewebeveränderung oder ein Karzinom entwickeln bzw. bereits vorliegen könnte. Histologisch sind solche Gewebeveränderungen in drei Stufen unterteilt: CIN 1 bedeutet eine leichtgradige und CIN 2 eine mäßige Veränderung, die nicht therapiebedürftig ist. Es wird engmaschig beobachtet wie sich die Anomalie entwickelt. Bei CIN 3 liegt eine schwergradige Gewebeveränderung vor. Hier sollte in der Regel sehr engmaschig kontrolliert und gegebenenfalls gehandelt werden. Jedoch entwickeln sich auch ca 25% aller CIN 3 wieder zurück.

Dementsprechend muss der Gebärmutterhals nach einem positiven GynTect Ergebnis im Rahmen einer Spezialsprechstunde unbedingt näher betrachtet werden. Dabei wird der Gebärmutterhals mit dem sogenannten Kolposkop intensiv untersucht und auf das Vorhandensein tatsächlicher Krebszellen über die Entnahme einer Gewebeprobe und deren Befundung getestet.

Weitere Informationen und mehr Antworten auf offene Fragen gibt es bei unseren FAQ.