Sehr vereinfacht ausgedrückt, betrachtet der Gynäkologe das Gewebe des Gebärmutterhalses mit Hilfe eines besonderen Mikroskops, dem Kolposkop. Kleinste Gewebeveränderungen werden dabei sichtbar. Diese können auf eine Krebserkrankung hinweisen. Die Untersuchung wird ambulant durchgeführt und ist für die Frau nicht aufwendiger oder schmerzhafter als eine normale gynäkologische Untersuchung.

Die Kolposkopie

Natürlich läuft die Untersuchung etwas komplexer ab. Das Kolposkop ermöglicht dem Experten das Gewebe des Muttermundes mit einer bis zu 40-fachen Vergrößerung zu betrachten. Veränderungen können so bereits sichtbar werden. Zusätzlich trägt der Arzt fünf prozentige Essigsäure auf den Muttermund auf. Krankhafte Veränderungen färben sich nun weiß. Darüber hinaus wird manchmal eine Jodlösung auf den Muttermund aufgetragen. Auch hier kann der Experte anhand der braunen Färbung des Gewebes Veränderungen erkennen.

Für eine Kolposkopie überweist der Frauenarzt die betroffenen Frauen normalerweise an eine Spezial- oder Dysplasiesprechstunde.

Kolposkopie mit Biopsie   

Gebärmutterhals mit verändertem Zellgewebe

Werden bei einer Kolposkopie Veränderungen des Gewebes sichtbar, kann in der gleichen Untersuchung eine Gewebeprobe entnommen werden. Dazu benutzt der Gynäkologe eine Biopsiezange. Das Verfahren nennt sich kolposkopie-gesteuerte Biopsie und ist nicht schmerzhaft.

Wer es genau wissen möchte

Menschen, die wissen was auf sie zukommt, haben oft weniger Angst vor einer Untersuchung. Das Portal DocCheck stellt ein Lehrvideo zur Verfügung, das auch für den Laien verständlich und gut anzusehen ist. Die Patientin ist in diesem Fall ein Dummy.

Wann ist eine Kolposkopie ratsam?

In den meisten Fällen läuft die jährliche Krebsvorsorge wie folgt ab: Nach dem Pap-Test verabschieden sich die Patientinnen von ihrem Frauenarzt und sehen ihn meist erst nach einem Jahr wieder – zum nächsten Vorsorgetermin. Denn: Keine Nachrichten sind gute Nachrichten.

Doch was passiert, wenn der Arzt anruft, da der Pap-Test auffällig war? Weitere Untersuchungen sind dann notwendig, wie beispielsweise die Kolposkopie. Dafür muss die Patientin meist auf einen Termin in einer Spezialsprechstunde warten.

Der Frauenarzt kann eine erste Abklärung aber auch selbst übernehmen. Zum Beispiel mit Hilfe eines Tests wie GynTect, dessen Methylierungsmarker Veränderungen in den Zellen des Gebärmutterhalses erkennen. Für die Durchführung des Tests ist nur eine weitere Abstrichprobe während der normalen Sprechstunde notwendig. Die Probe wird anschließend in einem Labor ausgewertet. Liefert der Abklärungstest ein positives Ergebnis, liegt sehr wahrscheinlich eine schwergradige Gewebeveränderung (CIN) vor und eine Kolposkopie mit Biopsie ist unumgänglich. Bei negativem Ergebnis muss die Frau nicht zur Kolposkopie und kann in einem Jahr wie gewohnt den Frauenarzt zur Vorsorge aufsuchen.