Gastbeitrag von Claudia Braunstein:

Hallo liebe Leserin, lieber Leser,

Ich bin Claudia Braunstein aus Salzburg und schreibe seit gut acht Jahren einen Food Blog. Nicht irgendeinen, sondern einen Blog mit Rezepten, Infos und Tipps für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen. Ich selbst bin von Dysphagie, so der Fachausdruck, betroffen, weil ich im Sommer 2011 an einem seltenen Karzinom am Zungenrand, übergehend in den Mundboden erkrankt bin. Zum Glück konnte ich diese schreckliche Krankheit hinter mir lassen. Allerdings erinnern mich täglich zahlreiche Einschränkungen an diese Diagnose. Vor allem die Störungen des Schluckaktes prägen meinen Alltag. Ich kann nicht einfach in ein Restaurant gehen, weil es kaum Speisen für mich gibt. Obwohl ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung an einer Form von Dysphagie leidet, wird dieses Thema in der Gesellschaft verschwiegen und tabuisiert.

Essen mit Dysphagie

Trotzdem gehe ich laufend auswärts essen. Das bedeutet eine gute Vorbereitung und auch ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein, denn nicht jeder kann diese Problematik nachvollziehen. Mein Tipp ist vorab Menükarten im Internet zu studieren und eventuell schon im Vorfeld das gewünschte Lokal per E-Mail zu kontaktieren. Das funktioniert wunderbar.

Zuhause habe ich meine Einschränkung gut im Griff. Ich gestalte Speisen so, dass auch Normalesser eine Freude haben. Ganz selten koche ich für mich extra, meist benötigt es nur ein paar Handgriffe und Speisen für Familie und Gäste sind auch dysphagie-tauglich.

Heute habe ich ein super einfaches Rezept mitgebracht. Normalerweise ist Dysphagiekost nicht sonderlich attraktiv. Dabei lautet der Trick, die Speisen in schönem Geschirr zu servieren, den Tisch auch im Alltag schön zu decken und das Gericht mit Kräutern, Obst- oder Gemüsestückchen, oder auch Salatblättern zu dekorieren. Das isst man dann einfach nicht mit. Dafür freut sich das Auge.

Rezept: Johannisbeer-Traumschaum

Jetzt im Juli ist Saison für Johannisbeeren, die bei uns in Österreich übrigens Ribisel heißen. Zusammen mit Schlagsahne kann man blitzschnell ein Dessert herrichten.

Johannisbeer-Traumschaum: 2 Portionen

  • 300 ml Schlagsahne
  • 150 g Johannisbeeren
  • 1 Spritzer Zitrone
  • 1 TL Staubzucker
  • 1 Zweig Zitronenmelisse
  •  2 Zweige Johannisbeeren und ein paar Blättchen Zitronenmelisse für die Deko zur Seite geben.

Johannisbeeren vom Zweig entfernen und mit den Blättchen der Zitronenmelisse fein pürieren. Zitronenspritzer zufügen. Durch ein Sieb streichen. Zusammen mit der Sahne fest schlagen. Das funktioniert auch gut mit einem Sahnespender.  Johannisbeer-Schaum in Gläser füllen, mit Beeren und Blättchen garnieren. Fertig ist der Traum.

Auf unserem Blog verrät uns Claudia regelmäßig neue Rezepte für Menschen mit Schluckbeschwerden.

Für Menschen mit einer Schluckstörung ist jede Mahlzeit eine Herausforderung. Beißen, Kauen und Schlucken – mit einer sogenannten Dysphagie ist das keine Selbstverständlichkeit. Freude am Essen sieht anders aus. Hier verrät demnächst die Bloggerin Claudia Braunstein, wie Dysphagiekost genussvoll geht.

Schluckstörungen können sehr individuell sein. Was für den einen funktioniert, bleibt dem anderen möglicherweise im Halse stecken. Es gilt also, sich selbst und seine Besonderheiten kennen zu lernen: Ob beispielsweise Erdbeeren als kleine Stücke oder besser als Püree dem Gaumen schmeicheln, muss jeder für sich selbst herausfinden. Möglicherweise müssen die roten Früchte auch passiert werden.

Dysphagie als Folge einer Krebserkrankung

In vielen Fällen können Schluckstörungen, auch Dysphagien genannt, als Begleiterscheinung eines Tumors im Kopf-Hals-Bereich wie zum Beispiel Zungenkrebs oder Kehlkopfkrebs auftreten. Aber auch neurologische Erkrankungen können dazu führen, dass der komplexe Vorgang gestört wird. Der Schluckakt ist gestört und Nahrung sowie Flüssigkeiten können nicht mehr richtig zum Magen transportiert werden. Die Kraft beim Beißen und Kauen kann nachlassen, Speichel unkontrolliert fließen. Das Essen bleibt den Betroffenen dann im wahrsten Sinne des Wortes im Halse stecken oder gerät sogar in die Luftröhre. Das Frühstück wird zu einem langwierigen Prozess und das Mittagessen der tägliche Mount Everest. Ein nettes Abendessen mit Freunden scheint plötzlich wie ein Albtraum. Niemand möchte im Restaurant mit scheinbar schlechten Tischmanieren auffallen und zu Hause zu kochen scheint oft auch keine Lösung. Denn Dysphagiekost klingt weder schmackhaft noch optisch ansprechend.

Dysphagiekost: Kochen aus Leidenschaft

Claudia Braunstein

Foodbloggerin Claudia Braunstein

Dysphagiekost geht lecker, genussvoll und schick! Das beweist die Bloggerin Claudia Braunstein regelmäßig mit ihren Posts. Suppen oder sogar gefüllte Paprika sind dort so köstlich angerichtet, dass sie sich von „normalen“ Speisen nicht unterscheiden. Nach ihrer Zungenkrebserkrankung wollte sich die Österreicherin nicht damit abfinden, dass jede Mahlzeit nur noch ein notwendiges Übel ist. Sie eroberte sich den Genuss beim Essen trotz Schluckstörung zurück. Dabei entdeckte Claudia Braunstein ihre Leidenschaft fürs Kochen neu. Sie experimentierte in der Küche und entwickelte eigene Rezepte. Schließlich veröffentlichte sie sogar Kochbücher über Dysphagiekost. In den nächsten Wochen wird uns Claudia Braunstein einige ihrer Rezepte verraten.

Schluckstörung: Rezepte zum Genießen

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Portrait: R.E.S Photo
Titelbild: Rawpixel.com/Shutterstock.com

Kehlkopfkrebs Symptome erkennen

Bösartige Tumoren in den oberen Luft- und Speisewegen stellen weltweit die sechsthäufigste aller Krebsarten dar[1]. Im Jahr 2014 wurden allein in Deutschland etwa 2.980 Männer und rund 520 Frauen diagnostiziert, die an Kehlkopfkrebs erkrankt waren[2].

Tückisch an dieser Krebserkrankung sind die uneindeutigen Symptome. Vermeidbar hingegen sind die häufigsten Ursachen. Wir wollen für beide Aspekte sensibilisieren.

Symptome für Kehlkopfkrebs

Dass die Krankheit häufig erst spät bemerkt wird, liegt vor allem daran, dass erste Anzeichen von Kehlkopfkrebs nicht eindeutig zuzuordnen sind. Das erschwert die Diagnose enorm. Ein Grund dafür ist, dass die in der Regel schnell wachsenden Geschwüre individuell an verschiedenen Stellen des Kehlkopfes ansetzen. Entsprechend unterschiedlich sind die ausgelösten Beschwerden.

Typische Frühwarnzeichen bei Kehlkopfkrebs sind[3]

  • Beschwerden oder Schmerzen beim Schlucken
  • Kratzen im Hals, der Zwang sich zu Räuspern und anhaltende Heiserkeit
  • Chronischer Husten
  • Das unbestimmte Gefühl, einen Fremdkörper im Hals zu haben

Treten diese Tumor-Symptome über einen Zeitraum von drei Wochen auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Häufigste Ursachen für Kehlkopfkrebs

Das größte Risiko an Kehlkopfkrebs zu erkranken, tragen Raucher. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch der Krankheit und der Dauer und Intensivität des eigenen Tabakkonsums. Durch zusätzliches Trinken von Alkohol wird das Auftreten bestimmter Kehlkopfkrebsarten wahrscheinlicher.

Des Weiteren kann eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) zu Krebs im Rachenbereich und somit auch am Kehlkopf führen.

Vorsorgeuntersuchung und Heilungschancen

Bislang sind aufwändige Untersuchungen für eine Diagnose notwendig, da die Region schwer zugänglich ist. Dazu zählen beispielsweise:

  • Spezielle endoskopische Verfahren, bei denen der Arzt den gesamten Kehlkopf und die obere Luftröhre, an der sich die Stimmbänder befinden, mit einer Art abgewinkeltem Spiegel auf Auffälligkeiten untersucht.
  • Die operative Entfernung von Gewebe, das anschließend auf Krebsanzeichen getestet wird.

Diese Verfahren greifen generell erst bei einem Verdachtsfall. Ein organsiertes Screening der Bevölkerung und insbesondere der Risikogruppen fehlt bisher. Ein Forschungsanliegen der oncgnostics GmbH ist es daher, einen nicht-invasiven Test zur Früherkennung für Kopf-Hals-Tumoren zu entwickeln. Krebszellen sollen hierbei bereits in Speichelproben nachgewiesen werden. So sollen oben genannte Beschwerden zukünftig unkompliziert auf Krebs abgeklärt werden können.

Inwiefern eine Tumorerkrankung am Kehlkopf geheilt werden kann, hängt maßgeblich vom Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person ab. Je früher die Erkrankung festgestellt wird, desto höhere Chancen auf eine vollständige Heilung bestehen. In einer regelmäßigen und langfristigen Nachsorge wird später kontrolliert, ob der Krebs zurückkommt oder innerhalb des Körpers streut.

Quelle:

ONKO-Internetportal unter krebsgesellschaft.de

[1] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kehlkopfkrebs.html

[2] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kehlkopfkrebs/definition-und-haeufigkeit.html

[3] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kehlkopfkrebs/symptome.html

[4] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kehlkopfkrebs/ursache-und-risikofaktoren.html

 

Titelbild: SciePro/Shutterstock.com (bearbeitet)

Auch langjährige Raucher senken ihr Krebsrisiko, wenn sie mit dem Rauchen aufhören. Die Sucht zu überwinden ist nicht einfach, doch die Aussicht auf gewonnene Lebensjahre kann motivieren. Im besten Fall senken auch späte Tabakabstinenzler ihr erhöhtes Krebsrisiko komplett.

Die meisten Menschen fangen bereits im Jugendalter mit dem Rauchen an. Rauchen gehört zum freien Lebensgefühl, die Gedanken kreisen um das Hier und Jetzt, unmerklich wandelt sich das gelegentliche „Mal-Ziehen“ in eine Sucht. Plötzliche ist der Raucher oder die Raucherin 30 Jahre alt und kann auf eine mehr als zehnjährige Tabakkariere zurückblicken. Der naheliegende Gedanke: Nun lohnt sich das Aufhören auch nicht mehr – ist falsch!!!

Das erhöhte Krebsrisiko lässt sich senken

Wie der Deutsche Krebsinformationsdienst schreibt, können ehemalige Raucher, die mit 30 Jahren mit dem Rauchen aufhören, ihr erhöhtes Krebsrisiko wieder auf ein normales Risiko senken. Dieser Umkehreffekt kann jedoch einige Jahre dauern. Selbst wer erst mit 40 Jahre das Rauchen einstellt, senkt sein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken.

Tabakkonsum verursacht nicht nur Lungenkrebs

Da Tabak inhaliert wird, verbinden viele dessen Konsum mit der Entstehung von Lungenkrebs. Tatsächlich ist diese nur eine von vielen Krebsarten, die in Verbindung mit dem blauen Dunst steht. Ebenso verursacht Rauchen Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs, Krebs der Gallenblase und Gallenwege, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Vulvakarzinom, Blasen- und Harnleiterkrebs oder Nierenkrebs. Dazu ist der Tabakkonsum für fast alle Kopf-Hals-Tumor verantwortlich. Hierzu zählen Krebs der Mundhöhle, des Mund- und Nasenrachenraums, der Nasenhöhle, der Nasennebenhöhle sowie des Kehlkopfes.

Früh erkannter Krebs rettet Leben

Auch wer früh mit dem Rauchen aufhört oder nie einen Glimmstängel anrührte, sollte regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen. Denn grundsätzlich gilt: Je früher Krebs erkannt wird, desto besser ist er behandelbar. In Deutschland gibt es unterschiedliche organisierte Programme zur Krebsfrüherkennung. Diese sind Geschlecht und Alter angepasst und werden von den Krankenkassen übernommen. Allerdings decken die Programme nicht alle Krebsarten ab.

Spät erkannte Tumoren

Insbesondere Tumoren im Kopf-Hals-Bereich werden oft spät erkannt. Die Symptome sind diffus und die Diagnose ist häufig sehr aufwendig. Zudem gibt es noch kein einheitliches und durch die Krankenkassen bezahltes Programm zu Früherkennung von Kopf-Hals-Tumoren. Deswegen forschen wir derzeit an einem Krebstest, der nur anhand einer Speichelprobe erkennt, ob ein Tumor im Kopf-Hals-Bereich vorliegt.

Mit der Entwicklung des Pap-Tests legte der Pathologe George Nicholas Papanicolaou den Grundstein für eine systematische Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung. Nach rund 100 Jahren hat sich die Gebärmutterhalskrebsvorsorge weiterentwickelt.

In den 1920ern forschte George Nicholas Papanicolaou intensiv und veröffentlichte dann 1928 seine Ergebnisse zum Papanicolaou-Test, kurz Pap-Test genannt. Der Pap-Test machte eine frühe Untersuchung des Zellgewebes am Gebärmutterhals möglich und damit auch eine frühe Erkennung von Gebärmutterhalskrebs. In Deutschland gibt es eine systematische Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung mit Verwendung des Pap-Tests seit 1971. Der Erfolg konnte sich sehen lassen: Die Neuerkrankungs- und Sterblichkeitsrate sank um etwa 60 bis 70 Prozent.

Wie funktioniert der Pap-Test?

Beim Pap-Test werden Gewebeproben unter dem Mikroskop auf Zellveränderungen untersucht. So können Krebsvorstufen oder bereits Gebärmutterhalskrebs früh erkannt werden. Dafür entnimmt der Frauenarzt eine Abstrichprobe vom Gebärmutterhals. Die Ergebnisse des Pap-Tests werden in verschiedene Gruppen Pap I bis Pap V eingeteilt und weisen auf den Schweregrad der Veränderung hin.

Kritik am Pap-Test

Ohne Zweifel stellt die Erfindung des Pap-Tests vor fast 100 Jahren und dessen systematische Einführung vor rund 50 Jahren einen Meilenstein in der Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung dar. Doch gibt es auch Kritik am Pap-Test. Denn sein Ergebnis kann falsch negativ sein. Das bedeutet, dass Zellveränderungen übersehen werden. Ebenso kann ein Pap-Test falsch positiv sein. Das bedeutet, dass eigentlich gesunde Frauen einen auffälligen Befund erhalten. Der falsche Alarm ist nicht nur nervenaufreibend für die Patientin, sondern kann auch zu Übertherapien führen.

Pap-Test in der aktuellen Gebärmutterhalskrebsvorsorge

In der aktuellen Gebärmutterhalskrebsvorsorge ist der Pap-Test noch immer nicht wegzudenken. Doch wurde Anfang 2020 ein neues Programm zur Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung etabliert. Frauen ab 20 Jahren haben noch immer jährlich Anspruch auf einen Pap-Test, bei Frauen ab 35 Jahren bekommt der Pap-Test dann jedoch Verstärkung durch einen HPV-Test, in Form des Co-Testings. Dieser weist eine Infektion mit Humanen Papillomviren nach, denn bestimmte HPV-Typen können Gebärmutterhalskrebs verursachen. Und auch wir von der oncgnostics GmbH erforschen und entwickeln intensiv neue Möglichkeiten, um Gebärmutterhalskrebs schonend und sicher zur erkennen.

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Normalerweise spielt sich in einem Labor vieles hinter verschlossenen Türen ab. Strenge Qualitäts- und Hygieneregeln gewähren nur Mitarbeitern Eintritt. Doch anlässlich des Welttages des Labors öffnen wir heute unsere Tür – in Form unseres brandneuen Videos zur Durchführung von GynTect, unseres Tests auf Gebärmutterhalskrebs.

Schritt für Schritt leitet unser Tutorial interessierte Laboranten durch die Abläufe unseres molekularbiologischen Tests GynTect zur Abklärung von Gebärmutterhalskrebs. Endlich können nun auch Gynäkologen sehen, was mit der zervikalen Abstrichprobe passiert, die sie für GynTect zum Labor geschickt haben.

Der Videodreh: ein nachgebautes Labor

Während das Video in wenigen Minuten die wichtigsten Informationen auf den Punkt bringt, war dessen Dreh ein aufwendiges und aufregendes Ereignis für uns. Einen ganzen Tag lang drehte Kameramann Eberhard Schorr – nein, nicht im Labor, sondern an einem separaten Set. Platz- und Lichtverhältnisse wären im Labor nicht ausreichend gewesen.

Videodreh für die Anleitung zur Durchführung von GynTect

Applikationsspezialistin vor der Kamera

Normalerweise führt unsere Applikationsspezialistin Kristin Knoll die Arbeitsschritte im Labor routiniert und zügig aus. Für den Video-Dreh galt es aber plötzlich ganz neue Dinge zu beachten: „Für den Dreh hatte ich nur das nötigste Labor-Equipment zur Verfügung und es stand auch nicht alles am gewohnten Platz. Das war notwendig, denn wir haben die Geräte so drapiert, dass sie für die Kamera gut erkennbar sind. Ich musste außerdem die Arbeiten viel langsamer durchführen als gewohnt“, erzählt Kristin Knoll. „Zudem habe ich darauf geachtet, dass meine Finger bei der Arbeit keine wichtigen Details verdecken.“

Laborarbeit aus einem anderen Blickwinkel

Der Videodreh ließ die erfahrene Applikationsspezialistin die Abläufe des GynTect-Tests aus einem anderen Blickwinkel wahrnehmen. Zwar weiß Kristin Knoll wie sie Kunden und interessierten Laboranten die Arbeitsschritte verständlich erklärt, doch beim Videodreh wurden die einzelnen Schritte noch einmal ganz genau unter die Lupe genommen. „Manche Szenen mussten wiederholt werden, damit die Kamera unterschiedliche Perspektiven einnehmen konnte. Da galt es, die einzelnen Arbeitsschritte gut im zu Blick zu behalten.” Auch musste Kristin Knoll gleichzeitig an die Interessen unserer Kunden, also den zukünftigen Zuschauern des Videos, denken. „Da der Kameramann natürlich die Abläufe im Labor nicht kannte, entschied ich, was besonders wichtig ist und was wir im Video zeigen wollen.“

GynTect-Video ab sofort verfügbar

Das Video zur Durchführung von GynTect soll bestehende Kunden und Partner bei der Laborarbeit unterstützen. Interessierte Laboranten oder Ärzte erhalten durch das Video einen Einblick in unseren molekularbiologischen Test zur Abklärung von Gebärmutterhalskrebs. Wer nur einen schnellen Überblick benötigt, kann sich diesen in rund 50 Sekunden verschaffen. Wer genau wissen will, wie GynTect durchgeführt wird, dem steht unser gut sieben minütiges Tutorial zur Verfügung. Beide Videos sind auch in Englisch (kurz/lang) verfügbar.

Frohe Ostern! Wir verabschieden uns aus dem coronabedingten Homeoffice und begrüßen den Osterhasen … nun ja, zu Hause! Die letzten Wochen waren besonders, verrückt und zugleich war es auch toll zu sehen, wie wir alle an einem Strang gezogen haben. Während einige Kolleginnen ins Homeoffice abtauchten, hielt der Rest im Labor und Büro die Stellung – natürlich mit Mindestabstand! Nun freuen wir uns auf ein ebenso besonderes und verrücktes Osterfest mit vielen familiären Videokonferenzen. Wir wünschen schöne Tage und viel Gesundheit!

 

Das Gesundheitssystem in Kuba schaute sich Dr. Alfred Hansel Anfang März genau an. Der oncgnostics Geschäftsführer reiste zum „Cuban-German Healthtech Summit“ nach Havana. Gebärmutterhalskrebs und seine Früherkennung ist auch in Kuba ein großes Thema.

Oncgnostics Geschäftsführer Dr. Alfred Hansel machte sich vor Ort ein Bild sowohl vom kubanischen Gesundheitssystem als auch vom dazugehörigen Markt. Im Rahmen einer vom Bundeswirtschaftsministerium organisierten Delegationsreise trafen die Vertreter von 10 deutschen Unternehmen aus der Medizinbranche mit Vertretern der kubanischen Gesundheitswirtschaft zusammen. Letztere gaben einen Einblick in ihre Arbeit und in das kubanische Gesundheitssystem, während die deutschen Unternehmen sich in Kurzvorträgen dem kubanischen Publikum vorstellten. In anschließenden bilateralen Gesprächen wurden dann Kooperationsmöglichkeiten diskutiert. Besonders intensiven Austausch hatte Dr. Hansel mit dem Clinical-Surgical Hospital „Hermanos Ameijeiras“ das sich sehr für den von der oncgnostics GmbH entwickelten Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungstest GynTect interessierte und Dr. Hansel zu Einzelgesprächen einlud.

Früherkennung auf Gebärmutterhalskrebs

Das kubanische Gesundheitssystem ist fortschrittlich. Der Pap-Test wird bereits seit Ende der 1960er Jahre für die Gebärmutterhalskrebsvorsorge eingesetzt. Alle drei Jahre können kubanische Frauen den Test durchführen lassen. Mit Erfolg: Die Zahl der Neuerkrankungen und auch die Todesrate sank stetig. Doch seit den 1990er Jahren wendet sich der Trend. Es erkranken wieder mehr Frauen an Gebärmutterhalskrebs und es sterben auch mehr Frauen daran. Die Gründe dafür sind noch nicht bekannt. Möglicherweise ist das Untersuchungsintervall von drei Jahren nicht ausreichend. Außerdem gehen nur etwa 70% der Frauen tatsächlich regelmäßig zur Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung.

Zusammenarbeit an Studie

Das Clinical-Surgical Hospital „Hermanos Ameijeiras“, größte Klinik in ganz Kuba und Referenzzentrum für Forschung und Lehre, möchte in Kürze mit einer Studie dazu beitragen, die Gebärmutterhalskrebsvorsorge in Kuba zu verbessern.

„Vertreter der Klinik zeigten großes Interesse an unserem Test auf Gebärmutterhalskrebs GynTect. Aktuell haben sie eine Studie in den Startlöchern, die die Überlegenheit des HPV-Tests gegenüber dem Pap-Abstrich aufzeigen soll. Wir haben intensiv über eine Erweiterung der Studie durch den Einsatz von GynTect gesprochen. In den nächsten Tagen arbeiten wir die in Kuba angestoßenen Überlegungen aus, um diese möglicherweise bald umzusetzen,“ erzählt Dr. Alfred Hansel.

Seit diesem Jahr ist neben dem Pap-Test auch der HPV-Test Teil des geregelten Programms zur Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung. Dieses Vorgehen wird Co-Test oder auch Kombinationsuntersuchung oder Kombinationstest genannt. Welchen Nutzen bringt die zusätzliche Untersuchung??

Während Frauen ab 20 Jahre weiterhin einmal jährlich bei ihrem Frauenarzt den Pap-Test erhalten können, kommt für Frauen ab 35 Jahre seit Januar 2020 der HPV-Test hinzu. Wahrscheinlich merkt kaum eine Frau den Unterschied bei ihrem Gynäkologen, denn für beide Tests nimmt dieser mit einem kleinen Bürstchen eine gynäkologische Abstrichprobe. Um beide Tests zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs.

Gebärmutterhalskrebs entsteht aus einer HPV-Infektion

Für Gebärmutterhalskrebs ist praktisch immer eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) verantwortlich. Die Viren werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Selbst Kondome bieten keinen hundertprozentigen Schutz. In den meisten Fällen heilt diese Infektion aber von selbst aus. Die betroffenen Frauen merken noch nicht einmal etwas davon. In wenigen Fällen ist die HPV-Infektion jedoch hartnäckig und hält mehrere Jahre an. Dann können sich Zellveränderungen an der Schleimhaut des Gebärmutterhalses entwickeln. Auch diese können sich von selbst zurückbilden. In seltenen Fällen entwickelt sich aber daraus Gebärmutterhalskrebs. Diese Entwicklung dauert allerdings mehrere Jahre.

Der Pap-Test oder die zytologische Untersuchung

Zellveränderungen an der Schleimhaut des Gebärmutterhalses können mit dem Pap-Test entdeckt werden. Dabei nimmt der Frauenarzt mit einem speziellen Bürstchen eine Abstrichprobe am äußeren Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhalskanal. Diese Probe wird dann an ein Labor geschickt. Dort wird sie eingefärbt und unter dem Mikroskop untersucht.

Frauen mit auffälligen Pap-Befunden haben nicht automatisch Krebs. Viele Zellveränderungen heilen von selbst aus. Je nach Schweregrad des Pap-Befundes entscheiden sich Arzt und Patientin für eine Wiederholung des Pap-Testes nach einigen Monaten, oder der Arzt empfiehlt eingehendere Untersuchungen, wie eine Kolposkopie mit gegebenenfalls Gewebeentnahme, also Biopsie.

Test auf HPV ab 35 Jahre

Da sich Gebärmutterhalskrebs aus einer HPV-Infektion entwickelt, werden Frauen ab 35 Jahre außerdem auf Humane Papillomviren getestet. Jüngere Frauen infizieren sich sehr viel häufiger mit HPV, so dass bei ihnen ein positives Ergebnis nicht so aussagekräftig wäre. Bei Frauen ab 35 Jahre sind dagegen HPV-Infektionen sehr viel seltener. Damit kann im Fall eines unauffälligen Befundes beim Pap-Test zusammen mit einem negativen Ergebnis aus dem HPV-Test auch der Abstand der Untersuchungen auf drei Jahre verlängert werden, denn: Frauen mit einem negativen HPV-Test, können sich sehr sicher sein, zum aktuellen Zeitpunkt und auch in den folgenden 3 Jahren kein Risiko für Gebärmutterhalskrebs zu haben.

Liegt bei Frauen ab 35 Jahre eine HPV-Infektion vor, wird meist viel häufiger eine Gewebeveränderung festgestellt. Diese muss wiederum mit Maßnahmen wie Kolposkopie und gegebenenfalls Biopsie abgeklärt werden. Trotzdem ist auch bei ihnen ein positiver HPV-Test noch kein Grund zur Panik. Wie bereits beschrieben, heilen die meisten Infektionen von allein aus. Diejenigen mit ernsthafter Erkrankung werden mit dieser Methode aber gegebenenfalls viel früher entdeckt und haben damit sehr viel bessere Chancen auf vollständige Heilung.

Co-Testing aus Pap- und HPV-Test

Da kein Test zu einhundert Prozent sicher ist, soll die Kombination aus Pap- und HPV-Test diese Lücke schließen. Wie es nach dem Co-Test, auch Co-Testing genannt,  weiter geht, hängt von den unterschiedlichen Ergebnissen ab.

Liegt beispielsweise keine HPV-Infektion vor, der Pap-Befund ist aber leicht auffällig, wird die Co-Testung nach etwa 1 Jahr wiederholt. Ebenso wird der Kombinationstest wiederholt, wenn die betroffene Frau zwar HPV-positiv ist, aber der Pap-Befund keine oder nur eine leichte Auffälligkeit aufweist.

Hat eine Frau eine HPV-Infektion und bekommt gleichzeitig einen stärker auffälligen Pap-Befund, wird über eine Kolposkopie gegebenenfalls mit Biopsie der Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs abgeklärt.

Humane Papillomviren sind eine Gruppe von Viren, die weit verbreitet sind. In den meisten Fällen bemerken die Betroffenen von ihrer Infektion gar nichts. Bestimmte HPV-Typen sind jedoch für die Entstehung von Tumoren, wie Gebärmutterhalskrebs, verantwortlich.

Fast jeder Mensch infiziert sich irgendwann in seinem Leben mit HPV. Übertragen werden die HP-Viren hauptsächlich über Hautkontakt, aber auch durch Geschlechtsverkehr. Oft bleibt die Infektion unentdeckt, da keine Symptome bemerkt werden und die Infektion heilt von selbst wieder aus. Es können jedoch auch harmlose oder unangenehme Warzen, wie beispielsweise Genitalwarzen, entstehen. In wenigen Fällen und bei bestimmten HPV-Typen kommt es zu einer chronischen HPV-Infektion, die mehrere Jahre andauern kann. Dabei können bösartige Zellveränderungen entstehen. Krebsvorstufen oder Krebs können die Folge sein. HP-Viren sind insbesondere für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Aber auch Tumore im Mundbereich sowie an Scheide, Penis und im Analbereich sind auf Humane Papillomviren zurückzuführen.

HPV-Hochrisiko-Typen

Nicht alle HP-Viren verursachen Krebs. Bisher sind laut dem Robert Koch-Institut über 200 HPV-Typen vollständig identifiziert. Sie lassen sich in fünf verschiedene Arten einteilen: Alpha-, Beta-, Gamma-, Mu- und Nu-HPV. Nur die Gruppe der Alpha-HPV kann beim Menschen die Haut und Schleimhaut infizieren.

Generell lassen sich die Typen in Hochrisiko- und Niedrigrisikotypen einteilen. Die Niedrigrisikotypen („low-risk“ Viren) können zu Warzen im Genitalbereich führen. Eine lebensbedrohliche Erkrankung ist durch sie jedoch kaum zu befürchten. Hochrisikotypen (high-risk Viren) können bösartige Zellveränderungen, also Krebs, verursachen.

Schutz vor einer HPV-Infektion

Eine Impfung gegen HPV ist der wirksamste Schutz vor einer HPV-Infektion. Denn auch Kondome schützen beim Sex nicht ausreichend. Kinder ab neun Jahre können gegen bestimmte Hochrisiko-HPV-Typen geimpft werden. Generell gilt: Am besten sollte die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Das gilt sowohl für Jungen als auch für Mädchen. Denn die Impfung schützt nicht nur vor Gebärmutterhalskrebs. Auch andere Krebsarten stehen in Verbindung mit HPV. Zusätzlich zur Impfung sollten Frauen regelmäßig zu ihrem Frauenarzt zur Krebsvorsorge gehen.