Jena, 15. Mai 2024. Eine aktuelle Medienstudie der oncgnostics GmbH belegt, dass Publikumsmedien zwar das Thema Gebärmutterhalskrebs redaktionell behandeln, hier aber nicht auf die damit verbundenen psychischen Belastungen der betroffenen Frauen eingehen. Frau Dr. Martina Schmitz, Gründerin und Geschäftsführerin von oncgnostics zur Studie: „Wir sind überrascht, dass die psychische Belastung kaum thematisiert wird. Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Gebärmutterhalskrebs sind omnipräsent. Es scheint noch immer ein Tabu zu sein, über psychische Auswirkungen zu sprechen. Denn bereits ein erhöhtes Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, belastet Frauen sehr.“

Das Team untersuchte über ein Jahr lang alle redaktionellen Veröffentlichungen in Publikumsmedien, die über die Suchmaschine Google gefunden wurden zum Schlagwort Gebärmutterhalskrebs. Lediglich ein einziger Artikel nannte Empfehlungen für geeignete Ansprechpartner bei seelischem Druck.

Studie

Im Zeitraum von über einem Jahr, von Anfang Januar 2023 bis Ende März 2024, recherchierte das Team von oncgnostics über die Suchmaschine Google insgesamt 162 Treffer redaktioneller Art zum Thema Gebärmutterhalskrebs, also Onlineveröffentlichungen von Tageszeitungen, Zeitschriften, Radiosendern und TV-Beiträgen sowie reinen Onlineredaktionen. Ausgenommen waren werbliche Texte wie beispielsweise Praxiswebsites oder Wissensportale wie Wikipedia. Das Team analysierte dann jeden Artikel, welche Themen darin behandelt wurden, also nach den Kategorien Diagnosen und Früherkennung, Ursachen, HPV-Impfung, Promis, Behandlungsmöglichkeiten oder seelische Belastungen, wobei auch mehrere dieser Punkte pro Artikel zutreffend sein konnten.

Studienergebnis

66 Artikel behandelten das Thema HPV-Impfung, wobei davon 37 Artikel die HPV-Impfung als Hauptthema behandelten, und 29 die HPV-Impfung ergänzend beschrieben. Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wurde in insgesamt 55 Artikeln aufgegriffen, wovon 45 das Thema priorisierten. 46-mal fand das oncgnostics-Team Artikel, die sich mit Promis beschäftigten, die entweder an Gebärmutterhalskrebs erkrankten und sich dazu öffentlich äußerten, oder daran starben. 20 Artikel, und damit etwa jeder achte, widmeten sich restlichen Themen, wie dem Fall der indischen Influencerin, die den eigenen Tod durch Gebärmutterhalskrebs vortäuschte. 15 Artikel konzentrierten sich auf die Behandlungsmöglichkeiten, wovon 12 diese auch als Hauptthema innehatten. 5 Artikel behandelten die Gebärmutterhalskrebsursachen, wovon nur ein Artikel die Ursachen als Hauptthema hatte.

Seelische Belastung nicht thematisiert

Die seelische Belastung fand sich in nur einem Artikel als Hauptthema wieder, der lediglich berufliche Personengruppen nannte, die bei einer Erkrankung aufgesucht werden können, wie beispielsweise Therapeuten. In 18 weiteren Artikeln wurde zwar das Thema Ängste behandelt, aber diese Artikel basierten überwiegend auf Aussagen von Teilnehmern in Doku-Soaps, wie Dschungel-Camp, es wurden aber keine Lösungen oder Empfehlungen gegeben, diesen Ängsten und den seelischen Belastungen zu begegnen.

Psychische Belastungen in der Gebärmutterhalskrebsvorsorge

Drei Monate für unnötige seelische Belastung

„Frauen“, so Schmitz, „leiden ab dem Moment unter seelischem Druck, sobald die konkrete Gefahr der Gebärmutterhalskrebserkrankung zum Beispiel bei der Routineuntersuchung im Raum steht. Die Belastung beginnt meistens, wenn der HPV-Test positiv ist und Frauen einen PAP-Abstrich erhalten, der dann auch auffällig ist. Nun muss die Patientin beispielsweise mindestens drei Monate warten, bis die Untersuchung wiederholt wird. Und wenn dieses Ergebnis noch nicht eindeutig ist, muss die Patientin nicht selten mit weiteren Testwiederholungen bis zu zwei Jahren warten, bis eine klare Aussage möglich ist. Das ist eine unnötige seelische Folter. Warum mutet man Frauen viele Monate Ungewissheit zu, wenn es auch in drei Tagen geht?“

Möglichkeiten der schnellen Diagnose und damit Gewissheit

Schmitz sieht in Diagnoseverfahren, die auf krebsspezifischer DNA-Methylierung beruhen, die beste Möglichkeit, um Frauen bei Unsicherheit einer Gebärmutterhalskrebserkrankung ein schnelles Ergebnis zu liefern. Schmitz: „Es gibt einfache Möglichkeiten für rund 150,- Euro, um Frauen mindestens drei Monate psychische Belastung zu ersparen. Doch das thematisieren die Medien leider nicht.“

Fazit

162 Artikel beschäftigten sich von Januar 2023 bis einschließlich März 2024 mit dem Thema Gebärmutterhalskrebs, wobei die HPV-Impfung mit 66 Artikeln am stärksten behandelt wurde. Die Möglichkeiten der Früherkennung fanden in 55 Artikeln auf Platz zwei Beachtung. Die seelische Belastung bei Gebärmutterhalskrebsverdacht oder Erkrankung daran ist in nur einem einzigen Artikel zu finden, welcher Berufsgruppen als Gesprächspartner nannte, wie Psychologen. Neue medizinische Möglichkeiten einer schnellen Aussage, ob eine Gebärmutterhalskrebserkrankung vorliegt oder nicht, wurden nicht genannt, obgleich genau diese den betroffenen Patientinnen und Angehörigen nach Ansicht von Frau Dr. Schmitz am besten helfen würden.

 

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Grafik: oncgnostics GmbH

Die 36. International Papillomavirus Conference & Basic, Clinical and Public Health Scientific Workshops (IPVC 2024) findet in diesem Jahr in Edinburgh statt. Wir freuen uns auf einen interessanten und wissenschaftlichen Austausch.

Anschrift: EICC, The Exchange, Edinburgh,EH3 8EE, Schottland

Vom 11. bis 14. November findet in Düsseldorf wieder die Medica statt – eine der weltweit größten medizinischen B2B-Fachmessen weltweit. Auch wir werden wieder dort vertreten sein.

EUROGIN – der weltweit führende Kongress über HPV Infektionen und damit verbundenen Krebserkrankungen findet in diesem Jahr in Stockholm statt. Wir freuen uns darauf, Sie an unserem Stand zu begrüßen!

Auf dem 36. Deutschen Krebskongress in Berlin stellen wir den aktuellen Stand der OncSaliva-Studie in einer Posterausstellung vorgestellt. Die Studie hat die Entwicklung epigenetischer Tumormarker zum Nachweis von Kopf-Hals-Tumoren in Speichelproben zur Anwendung als in-vitro-Diagnostikum zum Ziel. Wir freuen uns darauf, Sie auf dem Deutschen Krebskongress zu sehen!

Jena, 6. Dezember 2023. Das Jenaer Unternehmen Oncgnostics GmbH stellte zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover im Rahmen einer dreijährigen Studie fest, dass Frauen trotz kostenfreier Selbsttests von zuhause die Gebärmutterhalskrebsvorsorge zunehmend vernachlässigen. In der zweistufigen Studie erhielten die Frauen einen HPV-Selbsttest zugesandt, der nach Anwendung an die Hochschule zur Untersuchung gesendet wurde. Die HPV-positiven Testergebnisse untersuchte Oncgnostics im zweiten Schritt auf eine Gebärmutterhalskrebserkrankung. 20.000 Frauen erhielten den Selbsttest, aber weniger als jede fünfte Frau nutzte diese Möglichkeit.

Die Studie

In dem Studienprojekt erhielten 20.000 Frauen von Juni 2021 bis Juni 2023 von der Medizinischen Hochschule Hannover die Möglichkeit auf einen kostenlosen HPV-Selbsttest. Die Patientinnen konnten wählen zwischen einer Urin-Probe oder einem Abstrich, welche sie dann an die Hochschule per Post sendeten. Oncgnostics war die Kooperations-Partnerin, die dann die 133 Proben von der Hochschule erhielt, welche HPV positiv waren, um diese mit “GynTect” zu analysieren, ob dort eine unerkannte Krebserkrankung vorliegt. Tatsächlich identifizierte das Labor von Oncgnostics mit dem eigenen entwickelten Testverfahren  11 Frauen, die positiv waren. Neben dem Ziel herauszufinden, wie hoch die Quote der unerkannten Gebärmutterhalserkrankungen ist, lag den Wissenschaftlern ein weiter Aspekt im Fokus: Kann ein kostenloser Selbsttest von zuhause ohne die Notwendigkeit eines Praxisbesuchs die Bereitschaft zu einer Gebärmutterhalskrebsvorsorge erhöhen?

Die Überraschung

Dr. Martina Schmitz, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin bei Oncgnostics: „Wir waren fassungslos. Nicht einmal 20 Prozent der Frauen nutzten diese einfache, moderne Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchung.“ Schmitz vermutet zwar, dass viele Frauen einem Selbsttest mit Abstrich per Versand nicht die seriöse Qualität zuschreiben, wie bei einer Facharztpraxis vor Ort. Dabei, so Schmitz, sei es oft das gleiche Labor und exakt das gleiche Diagnoseverfahren, und wundert sich: „Menschen bestellen ihre Medikamente von zuhause in Onlineapotheken. Warum nutzen Frauen keinen Vorsorge-Selbsttest per Post bequem von zuhause?“ Sie sieht aber noch einen weiteren Aspekt: „Die einfachste Vorsorge ist die, die ohne Aufwand in den Tagesablauf integriert werden kann. Ein Abstrich zuhause durchzuführen, der das Leben retten kann, und per Post versendet werden kann, ist aktuell die einfachste Möglichkeit der Früherkennung. Anscheinend wird die Gefahr von Gebärmutterhalskrebs unterschätzt. Dabei kann eine Vorsorgeuntersuchung Leben retten!“

Warum diese Studie?

Um eine repräsentative Aussage treffen zu können, wurde per Zufallsstichprobe aus der Region Hannover Frauen im Alter von 30 bis 65 Jahren ein HPV-Selbsttest zur Verfügung gestellt. Die wissenschaftliche Frage war: Kann die Quote der teilnehmenden Frauen für eine Gebärmutterhalskrebsvorsorge erhöht werden, wenn der typische Gang zur Arztpraxis wegfällt? Diese Frage basiert auch auf der Beobachtung, dass durch die Corona-Pandemie die Zahl der Krebsvorsorgeuntersuchungen rückläufig war, und die Zahl der nun diagnostizierten Krebserkrankungen steigt. Schmitz: „Durch Corona stiegen die Essenlieferungen nach Hause, es gibt mehr Homeoffice, der Onlineeinkauf nimmt zu. Also wäre doch eine Krebsvorsoge von zuhause der logische Schritt. Jetzt sehen wir die Befürchtung bestätigt, dass die Notwendigkeit einer Krebsvorsorge nicht allen klar ist. Noch einfacher als in dieser Studie ist eine Vorsorgeuntersuchung nicht möglich. Und dennoch nutzen sehr viele Frauen diese Chance nicht.“

HPV = HPV steht für “Humanes Papillomavirus”. Bei Menschen sind HPV-Infektionen mit mehr als 200 verschiedene Arten weit verbreitet. HPV ist hauptverantwortlich für Gebärmutterhalskrebs.

Gebärmutterhalskrebs: Die Erkrankungshäufigkeit liegt bei etwa 5.000 Frauen in Deutschland pro Jahr, etwa 1500 Frauen sterben jährlich daran. Gebärmutterhalskrebs ist zudem in Deutschland die dritthäufigste Krebserkrankungen bei Frauen unter 60 Jahren.

Das aus dem Universitätsklinikum Jena heraus gegründete Biotech-Start-up Oncgnostics GmbH bietet mit GynTect eine Neuheit im Bereich der Krebsdiagnostik an. Der seit 2015 marktfähige Gebärmutterhalskrebsnachweis GynTect stellt über einen Abstrich Erbgutveränderungen in den untersuchten Zellen fest. Für betroffene Patientinnen bietet der Test ohne Risiken schnell und zuverlässig Gewissheit. Derzeit entwickelt das Start-up weitere Tests für Krebsarten im Kopf-Hals-Bereich. Das Kollegium aus Forscherinnen um die Gründer Dr. Alfred Hansel (CEO) und Dr. Martina Schmitz (CSO) gewann für seinen Diagnoseansatz unter Anderem zweimal den Innovationspreis Thüringen (2014, 2017).

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Molekularbiologische Krebs-Diagnostik - oncgnostics auf der MEDICA
  • Zwei Tests auf Gebärmutterhalskrebs mit unterschiedlicher Zielstellung in der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge
  • Flüssigbiopsie für eine schnelle und schonende Diagnostik für Kopf-Hals-Tumore
  • Aktuelle Studien: Methylierungstest GynTect sensitiver als zytologische Untersuchung
  • Neuer Investor ermöglicht vertrieblichen Ausbau in den ASEAN-Staaten
  • Auf der MEDICA am Gemeinschaftsstand des medways e.V. in Halle 3, Stand G74

Jena / Düsseldorf, 02. November 2023Die oncgnostics GmbH stellt auf der MEDICA, der größten Messe der Medizinbranche, ihre molekularbiologische Krebsdiagnostik, ihre Produkte und aktuellen Studienergebnisse vor. Oncgnostics entwickelt patentierte, hochinformative Biomarker. Diese Technologie verbessert die bestehende Gebärmutterhalskrebsdiagnostik und legt außerdem, unter Verwendung von Flüssigbiopsie, den Grundstein für eine Früherkennung von Kopf-Hals-Tumoren.

Molekularbiologische Krebsdiagnostik

DNA-Methylierungen bilden die Grundlage der Arbeit von oncgnostics. Diese spezifischen Veränderungen treten auf, wenn Krebs entsteht oder bereits vorhanden ist. Die Tests von oncgnostics weisen diese Veränderungen nach.

Tests auf Gebärmutterhalskrebs: Vorsorge verbessern

Der Abklärungstest GynTect wird in der Gebärmutterhalskrebsdiagnostik eingesetzt und in mehreren europäischen Ländern sowie unter exklusiver Lizenz in China vertrieben. In China ist es der erste Methylierungstest zur Triage von HPV-positiven Fällen. In Deutschland und Europa schließt GynTect durch seine schnellen und sicheren Ergebnisse Lücken in der Abklärung von Screening-Auffälligkeiten.

ScreenYu Gyn ist eine Weiterentwicklung von GynTect. Der Abklärungstest nutzt nur eine methylierte DNA-Region, wohingegen mit GynTect sechs methylierte DNA-Regionen nachgewiesen werden. Damit ist ScreenYu Gyn für die Automatisierung geeignet, was neue Anwendungsgebiete eröffnet.

Flüssigbiopsie als Schlüssel für eine Kopf-Hals-Tumor-Diagnostik

Tumore im Kopf-Hals-Bereich gehören weltweit zu den fünf häufigsten Krebserkrankungen. Dennoch gibt es keine etablierte Früherkennung für diese Tumorart. Die meisten Diagnostikmethoden sind teuer und aufwendig und mit einer invasiven Biopsie verbunden.

Um das Ziel einer etablierten Früherkennung für Kopf-Hals-Tumore zu erreichen, setzt oncgnostics auf molekularbiologische Diagnostik unter Verwendung von Flüssigbiopsien wie Speichel- oder Abstrichproben. In der aktuell laufenden Studie OncSaliva wird die Tauglichkeit epigenetischer Tumormarker zur Erkennung von Kopf-Hals-Tumoren erprobt.

Studie: GynTect ist sensitiver als Pap-Test

GynTect erkennt alle Krebsfälle, während die zytologische Untersuchung zwei Fälle übersieht. Zu diesem Ergebnis kam eine großangelegte Studie, die als Grundlage für die Zulassung des Tests in China diente. Des Weiteren war in der Studie die Spezifität und die Sensitivität für die Erkennung hochgradiger Krebsvorstufen ebenfalls besser bzw. gleichwertig. Somit hat GynTect eine bessere klinische Performance als der sogenannte Pap-Test.

Chinesischer Investor eröffnet neue Möglichkeiten in Vertrieb und Forschung

Als weiterer starker Partner investierte im Juli das in Hong Kong ansässige Unternehmen Grande Bio-tech Co. Ltd. in die oncgnostics GmbH. Ein Ziel dieser Partnerschaft ist der vertriebliche Ausbau der von oncgnostics entwickelten Tests in den ASEAN-Staaten.

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Über oncgnostics:

Das aus der Universitätsklinik Jena ausgegründete Biotech-Start-Up Oncgnostics GmbH entwickelt basierend auf epigenetischen Veränderungen im Erbgut molekularbiologische Tests für die Krebsdiagnostik. Mit GynTect brachte das Unternehmen eine Neuheit im Bereich der Gebärmutterhalskrebsvorsorge auf den Markt. Derzeit entwickelt das Start-Up weitere Tests für Krebsarten im Kopf-Hals-Bereich. Das Kollegium aus Forscher:innen um die Gründer Dr. Alfred Hansel (CEO) und Dr. Martina Schmitz (CSO) gewann für seinen Diagnoseansatz unter Anderem zweimal den Innovationspreis Thüringen (2014, 2017).

 

Kostenfreies Bildmaterial: www.oncgnostics.com/downloads

 

Kontakt:
Ines Sommer
Löbstedter Straße 41
07749 Jena
Tel.: 03641/55485 51
pr(at)oncgnostics.com

2023 PM Oncgnostics Investment

Jena, 5. September 2023. Das in Hong Kong (China) ansässige Unternehmen Grande Bio-tech Co. Ltd. investiert in Millionenhöhe in das Jenaer Unternehmen für Diagnostik Oncgnostics GmbH. Oncgnostics entwickelte den Krebstest Gyntect zum schnellen Nachweis von Gebärmutterhalskrebs. Dieser Test wird seit 2022 in Kooperation auch in China mit ansässigen Geschäftspartnern vertrieben und eingesetzt. Nach diesem erfolgreichen Einsatz des Tests von Oncgnostics in China entscheidet sich das Unternehmen Grande Bio-tech Co. Ltd. für ein finanzielles Engagement. Ziel ist nun der vertriebliche Ausbau auch in den ASEAN-Staaten für die von Oncgnostics entwickelten Tests.

Oncgnostics in China seit 2022

Der Test Gyntect erhielt nach langjähriger enger Zusammenarbeit mit Oncgnostics‘ chinesischem Partner im Jahr 2022 die Zulassung für den chinesischen Markt. Seitdem wird der Test in China unter dem Namen Gong An Li eingesetzt. Die in Hong Kong ansässige Holding Grande Bio-tech Co. Ltd realisiert nun eine Investition in Millionenhöhe. Dr. Alfred Hansel, Geschäftsführer bei Oncgnostics und verantwortlich für die internationale Geschäftsentwicklung: „Nicht jedes medizinische Produkt erhält eine Zulassung für China. Wir haben es geschafft. Nun kommt der nächste Schritt, nämlich ganz Asien. So ein Erfolg ist nur mit starken Partnern möglich.“ Einer dieser Partner ist jetzt das Unternehmen Grande Bio-tech Co. Ltd. mit Herrn Hu Mu als Geschäftsführer: „Oncgnostics ist für uns der richtige Partner, um in der Krebsfrüherkennung große Schritte gehen zu können.“

bm-t und HTGF ermöglichen Mega-Deal

Herr Michael Thiele, Senior Investment Manager bei der bm-t, Beteiligungsmanagement Thüringen GmbH, sagt: „Oncgnostics ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass Unternehmen aus Thüringen auf Weltniveau arbeiten und neben Kunden auch Investoren begeistern können. Deswegen bauen wir unser Engagement mit Hinblick auf die Pipeline Produkte bei Oncgnostics weiter stark aus.“ Dr. Bernd Goergen, Partner HTGF, High-Tech-Gründerfonds: „Als Investor der ersten Stunde kennen wir das Potenzial der Technologie von Oncgnostics. Daher haben auch wir an dieser Finanzierungsrunde teilgenommen.“

Der GynTect-Test

Gyntect ist ein Abstrichtest, der binnen weniger Stunden sehr genau klärt, ob eine Krebsvorstufe oder ein Tumor am Gebärmutterhals vorliegen. „Mit diesem Test ist es möglich geworden, Aussagen über eine mögliche Krebserkrankung schnell und sicher zu treffen. Eine sonst übliche monatelange Unsicherheit bis zur Folgeuntersuchung gibt es somit nicht mehr,“ sagt Dr. Martina Schmitz, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Leiterin von Oncgnostics. Gleichzeitig kann im Falle eines erhöhten Krebsrisikos oder Krebserkrankung schneller behandelt werden. Der Nachweis ermittelt Veränderungen am Zellerbgut und kommt ohne operative Gewebeentnahme aus.

 Das aus der Universitätsklinik Jena ausgegründete Biotech-Start-Up Oncgnostics GmbH entwickelt basierend auf epigenetischen Veränderungen im Erbgut molekularbiologische Tests für die Krebsdiagnostik. Mit Gyntect brachte das Unternehmen eine Neuheit im Bereich der Gebärmutterhalskrebsvorsorge auf den Markt. Derzeit entwickelt das Start-Up weitere Tests für Krebsarten im Kopf-Hals-Bereich. Das Kollegium aus Forscherinnen um die Gründer Dr. Alfred Hansel (CEO) und Dr. Martina Schmitz (CSO) gewann für seinen Diagnoseansatz unter Anderem zweimal den Innovationspreis Thüringen (2014, 2017).

Liquid Biopsy (dt. Flüssigbiopsie) gilt immer mehr als die Methode der Zukunft für eine zuverlässige und minimal-invasive Krebsdiagnostik. Auch wir setzen in unserer Entwicklung eines molekularbiologischen Tests für Kopf-Hals-Tumoren auf diese Technologie. Denn unser Ziel ist es, einen Screeningtest zu entwickeln, der auch Tumoren in dieser schwer zugänglichen Region des Körpers auf diese Art nachweist.

Definition Liquid Biopsy

Vereinfacht ausgedrückt können bei der Liquid Biopsy über Körperflüssigkeiten Informationen gewonnen werden, die Aufschluss über eine vorliegende Krebserkrankung geben und zur Diagnose beitragen. Um eine Flüssigbiopsie zu entnehmen, wird eine nicht- oder minimal-invasive Probeentnahme durchgeführt. Solche Flüssigkeiten können Blut, Speichel, Abstriche, Urin, Liquor oder Sputum sein.

In den Anfängen der Flüssigbiopsie wurde als Probenmaterial vor allem Blut verwendet. Wir setzen in der Entwicklung unseres Tests auf Kopf-Hals-Tumoren auf Speichel und Abstrichproben. Denn wir sehen den Vorteil gegenüber Blutproben darin, dass Speichel- und Abstrichproben lokal viel näher an der vermuteten Gewebeveränderung gesammelt werden und gehen davon aus, dass es viel wahrscheinlicher ist, in diesen Proben tumorspezifische Erbinformationen zu finden. Zudem sind diese Art Proben lange bei Raumtemperatur stabil und lassen sich auch ohne medizinisches Personal sammeln.

Vorteile von Flüssigbiopsie

Der große Vorteil der Flüssigbiopsie besteht darin, dass Krebsarten diagnostiziert oder untersucht werden können, bei denen eine Gewebeprobe sehr aufwendig oder sogar risikoreich ist. Durch eine DNA-Analyse im Labor können Rückschlüsse auf mögliche Krebserkrankungen gezogen werden, da Tumoren spezifische Veränderungen der DNA bewirken. So auch epigenetische Modifikationen der DNA, die über epigenetische Tumormarker schon frühzeitig bei der Entstehung von Krebs nachgewiesen werden können.

Grundsätzlich hat der Einsatz von Flüssigbiospien folgende Vorteile:

  • Die Entnahme der Probe ist risiko- bzw. komplikationsarm.
  • Die Flüssigbiopsie kann bei Patienten und Patientinnen angewendet werden, bei denen eine invasive Gewebebiopsie nicht möglich ist.
  • Das Probematerial kann regelmäßig entnommen werden, denn die Körperflüssigkeiten bilden sich stetig nach. Somit können Tumorerkrankungen minimal-invasiv beobachtet werden.
  • Hochrisikopatienten und -patientinnen können durch Vorsorgeuntersuchungen frühzeitiger diagnostiziert werden.
  • Eine Liquid Biopsiy kann dazu beitragen, Kosten und Zeit zu sparen.
  • Die neue Diagnostikmethode kann die Sterberate bestimmter Erkrankungen senken.

Einsatzmöglichkeiten von Liquid Biopsy

Die Einsatzmöglichkeiten von einer Liquid Biopsy sind vielfältig. Sie kann nicht nur in der Früherkennung von Tumorerkrankungen eingesetzt werden, sondern auch zur Beobachtung und einer frühzeitigen Erkennung von Rezidiven von Tumoren, um den Patienten eine zielgerichtete Therapie zu ermöglichen. Auch in der Nachsorge ist der Einsatz von Flüssigbiopsie denkbar, um frühzeitig Rezidive zur erkennen.

Wir setzen auf Liquid Biopsy, um einen Test für Kopf-Hals-Tumoren zu entwickeln, der den Grundstein für eine nicht-invasive und flächendeckende Früherkennung bildet.

oncgnostics entwickelt Test für Kopf-Hals-Tumore

Wir von oncgnostics entwickeln einen Test, der anhand von Speichel- und Abstrichproben Tumoren im Kopf-Hals-Bereich erkennt. Als Spezialisten für die Entwicklung von in-vitro-diagnostischen Tests anhand epigenetischer Marker wollen wir eine Lücke in der Vorsorge dieser Tumorart schließen. Denn leider werden Tumoren im Kopf-Hals-Bereich meist erst spät erkannt, da sie häufig erst in fortgeschrittenen Stadien Symptome auslösen, die Region schwer zugänglich für bildgebende Verfahren ist und es kein organisiertes Vorsorgeprogramm gibt.


Quellen:

Deutsche Krebsgesellschaft
www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/diagnosemethoden/liquid-biopsy.html

Krebsinformationsdienst
www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/iblatt-liquid-biopsy.pdf

“Liquid biopsy” – schon reif für die Therapieentscheidung?
Carmen M. T. Roeper, Inka Hoehne, Noemi Schlepper, Claudia Koch, Klaus Pantel, Daniel J. Smit

Wir nehmen an der 32. Jahrestagung der Vereinigung Mitteldeutscher HNO-Ärzte (MDHNO) in Quedlinburg teil.