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Gastbeitrag von Claudia Braunstein:

Hallo liebe Leserin, lieber Leser,

Ich bin Claudia Braunstein aus Salzburg und schreibe seit gut acht Jahren einen Food Blog. Nicht irgendeinen, sondern einen Blog mit Rezepten, Infos und Tipps für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen. Ich selbst bin von Dysphagie, so der Fachausdruck, betroffen, weil ich im Sommer 2011 an einem seltenen Karzinom am Zungenrand, übergehend in den Mundboden erkrankt bin. Zum Glück konnte ich diese schreckliche Krankheit hinter mir lassen. Allerdings erinnern mich täglich zahlreiche Einschränkungen an diese Diagnose. Vor allem die Störungen des Schluckaktes prägen meinen Alltag. Ich kann nicht einfach in ein Restaurant gehen, weil es kaum Speisen für mich gibt. Obwohl ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung an einer Form von Dysphagie leidet, wird dieses Thema in der Gesellschaft verschwiegen und tabuisiert.

Essen mit Dysphagie

Trotzdem gehe ich laufend auswärts essen. Das bedeutet eine gute Vorbereitung und auch ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein, denn nicht jeder kann diese Problematik nachvollziehen. Mein Tipp ist vorab Menükarten im Internet zu studieren und eventuell schon im Vorfeld das gewünschte Lokal per E-Mail zu kontaktieren. Das funktioniert wunderbar.

Zuhause habe ich meine Einschränkung gut im Griff. Ich gestalte Speisen so, dass auch Normalesser eine Freude haben. Ganz selten koche ich für mich extra, meist benötigt es nur ein paar Handgriffe und Speisen für Familie und Gäste sind auch dysphagie-tauglich.

Heute habe ich ein super einfaches Rezept mitgebracht. Normalerweise ist Dysphagiekost nicht sonderlich attraktiv. Dabei lautet der Trick, die Speisen in schönem Geschirr zu servieren, den Tisch auch im Alltag schön zu decken und das Gericht mit Kräutern, Obst- oder Gemüsestückchen, oder auch Salatblättern zu dekorieren. Das isst man dann einfach nicht mit. Dafür freut sich das Auge.

Rezept: Johannisbeer-Traumschaum

Jetzt im Juli ist Saison für Johannisbeeren, die bei uns in Österreich übrigens Ribisel heißen. Zusammen mit Schlagsahne kann man blitzschnell ein Dessert herrichten.

Johannisbeer-Traumschaum: 2 Portionen

  • 300 ml Schlagsahne
  • 150 g Johannisbeeren
  • 1 Spritzer Zitrone
  • 1 TL Staubzucker
  • 1 Zweig Zitronenmelisse
  •  2 Zweige Johannisbeeren und ein paar Blättchen Zitronenmelisse für die Deko zur Seite geben.

Johannisbeeren vom Zweig entfernen und mit den Blättchen der Zitronenmelisse fein pürieren. Zitronenspritzer zufügen. Durch ein Sieb streichen. Zusammen mit der Sahne fest schlagen. Das funktioniert auch gut mit einem Sahnespender.  Johannisbeer-Schaum in Gläser füllen, mit Beeren und Blättchen garnieren. Fertig ist der Traum.

Auf unserem Blog verrät uns Claudia regelmäßig neue Rezepte für Menschen mit Schluckbeschwerden.

Für Menschen mit einer Schluckstörung ist jede Mahlzeit eine Herausforderung. Beißen, Kauen und Schlucken – mit einer sogenannten Dysphagie ist das keine Selbstverständlichkeit. Freude am Essen sieht anders aus. Hier verrät demnächst die Bloggerin Claudia Braunstein, wie Dysphagiekost genussvoll geht.

Schluckstörungen können sehr individuell sein. Was für den einen funktioniert, bleibt dem anderen möglicherweise im Halse stecken. Es gilt also, sich selbst und seine Besonderheiten kennen zu lernen: Ob beispielsweise Erdbeeren als kleine Stücke oder besser als Püree dem Gaumen schmeicheln, muss jeder für sich selbst herausfinden. Möglicherweise müssen die roten Früchte auch passiert werden.

Dysphagie als Folge einer Krebserkrankung

In vielen Fällen können Schluckstörungen, auch Dysphagien genannt, als Begleiterscheinung eines Tumors im Kopf-Hals-Bereich wie zum Beispiel Zungenkrebs oder Kehlkopfkrebs auftreten. Aber auch neurologische Erkrankungen können dazu führen, dass der komplexe Vorgang gestört wird. Der Schluckakt ist gestört und Nahrung sowie Flüssigkeiten können nicht mehr richtig zum Magen transportiert werden. Die Kraft beim Beißen und Kauen kann nachlassen, Speichel unkontrolliert fließen. Das Essen bleibt den Betroffenen dann im wahrsten Sinne des Wortes im Halse stecken oder gerät sogar in die Luftröhre. Das Frühstück wird zu einem langwierigen Prozess und das Mittagessen der tägliche Mount Everest. Ein nettes Abendessen mit Freunden scheint plötzlich wie ein Albtraum. Niemand möchte im Restaurant mit scheinbar schlechten Tischmanieren auffallen und zu Hause zu kochen scheint oft auch keine Lösung. Denn Dysphagiekost klingt weder schmackhaft noch optisch ansprechend.

Dysphagiekost: Kochen aus Leidenschaft

Claudia Braunstein

Foodbloggerin Claudia Braunstein

Dysphagiekost geht lecker, genussvoll und schick! Das beweist die Bloggerin Claudia Braunstein regelmäßig mit ihren Posts. Suppen oder sogar gefüllte Paprika sind dort so köstlich angerichtet, dass sie sich von „normalen“ Speisen nicht unterscheiden. Nach ihrer Zungenkrebserkrankung wollte sich die Österreicherin nicht damit abfinden, dass jede Mahlzeit nur noch ein notwendiges Übel ist. Sie eroberte sich den Genuss beim Essen trotz Schluckstörung zurück. Dabei entdeckte Claudia Braunstein ihre Leidenschaft fürs Kochen neu. Sie experimentierte in der Küche und entwickelte eigene Rezepte. Schließlich veröffentlichte sie sogar Kochbücher über Dysphagiekost. In den nächsten Wochen wird uns Claudia Braunstein einige ihrer Rezepte verraten.

Schluckstörung: Rezepte zum Genießen

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Portrait: R.E.S Photo
Titelbild: Rawpixel.com/Shutterstock.com

Auch langjährige Raucher senken ihr Krebsrisiko, wenn sie mit dem Rauchen aufhören. Die Sucht zu überwinden ist nicht einfach, doch die Aussicht auf gewonnene Lebensjahre kann motivieren. Im besten Fall senken auch späte Tabakabstinenzler ihr erhöhtes Krebsrisiko komplett.

Die meisten Menschen fangen bereits im Jugendalter mit dem Rauchen an. Rauchen gehört zum freien Lebensgefühl, die Gedanken kreisen um das Hier und Jetzt, unmerklich wandelt sich das gelegentliche „Mal-Ziehen“ in eine Sucht. Plötzliche ist der Raucher oder die Raucherin 30 Jahre alt und kann auf eine mehr als zehnjährige Tabakkariere zurückblicken. Der naheliegende Gedanke: Nun lohnt sich das Aufhören auch nicht mehr – ist falsch!!!

Das erhöhte Krebsrisiko lässt sich senken

Wie der Deutsche Krebsinformationsdienst schreibt, können ehemalige Raucher, die mit 30 Jahren mit dem Rauchen aufhören, ihr erhöhtes Krebsrisiko wieder auf ein normales Risiko senken. Dieser Umkehreffekt kann jedoch einige Jahre dauern. Selbst wer erst mit 40 Jahre das Rauchen einstellt, senkt sein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken.

Tabakkonsum verursacht nicht nur Lungenkrebs

Da Tabak inhaliert wird, verbinden viele dessen Konsum mit der Entstehung von Lungenkrebs. Tatsächlich ist diese nur eine von vielen Krebsarten, die in Verbindung mit dem blauen Dunst steht. Ebenso verursacht Rauchen Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs, Krebs der Gallenblase und Gallenwege, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Vulvakarzinom, Blasen- und Harnleiterkrebs oder Nierenkrebs. Dazu ist der Tabakkonsum für fast alle Kopf-Hals-Tumor verantwortlich. Hierzu zählen Krebs der Mundhöhle, des Mund- und Nasenrachenraums, der Nasenhöhle, der Nasennebenhöhle sowie des Kehlkopfes.

Früh erkannter Krebs rettet Leben

Auch wer früh mit dem Rauchen aufhört oder nie einen Glimmstängel anrührte, sollte regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen. Denn grundsätzlich gilt: Je früher Krebs erkannt wird, desto besser ist er behandelbar. In Deutschland gibt es unterschiedliche organisierte Programme zur Krebsfrüherkennung. Diese sind Geschlecht und Alter angepasst und werden von den Krankenkassen übernommen. Allerdings decken die Programme nicht alle Krebsarten ab.

Spät erkannte Tumoren

Insbesondere Tumoren im Kopf-Hals-Bereich werden oft spät erkannt. Die Symptome sind diffus und die Diagnose ist häufig sehr aufwendig. Zudem gibt es noch kein einheitliches und durch die Krankenkassen bezahltes Programm zu Früherkennung von Kopf-Hals-Tumoren. Deswegen forschen wir derzeit an einem Krebstest, der nur anhand einer Speichelprobe erkennt, ob ein Tumor im Kopf-Hals-Bereich vorliegt.

Deutscher Krebskongress

In dieser Woche fand der Deutsche Krebskongress (DKK) zum 32. Mal statt. Die zahlreichen Vorträge und Diskussionen standen unter dem Motto „Krebsmedizin heute: präventiv, personalisiert, präzise und partizipativ“. Der Kongress ist der größte und bedeutendste Fachkongress zur Krebsdiagnostik und -therapie im deutschsprachigen Raum. Er wird von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe gemeinsam ausgerichtet.

Prof. Dürst auf dem Deutschen Kresbkongress

Mitgründer Prof. Dürst beim Vortrag auf dem Deutschen Krebskongress

Während unseres Besuches war das Angebot an interessanten Veranstaltungen überwältigend: Bis zu 20 sehr interessante Fachvorträge und Sessions verliefen parallel – von morgens 8 Uhr bis abends 19 Uhr. Unsere oncgnostics-Themen rund um Zervixkarzinom, Eierstockkrebs und Kopf-Hals-Tumoren wurden dabei aus klinischer Sicht in all ihren Facetten beleuchtet. Auch unser Mitgründer Prof. Dürst hielt einen Vortrag zu neuen molekulardiagnostischen Methoden im Bereich Nachsorge des Zervixkarzinoms.

Der Kongress ist das Forum für Kliniker im Bereich Krebs schlechthin, umgangssprachlich gesagt, „treffen sich hier einfach alle“. Wir haben den Kongress genutzt, um uns über den neusten Stand der aktuellen Forschung zu informieren und mehr über (angrenzende) Arbeitsgebiete zu erfahren. Wir haben aufschlussreiche und interessante Gespräche mit Klinikern führen können, vor allem hinsichtlich möglicher Studien zu GynTect und entsprechender Kooperationen.

Wir freuen uns mit einem guten Gefühl auf den 33. Deutschen Krebskongress 2017.