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In einer Studie verglichen wir GynTect® mit zwei weiteren Tests, die in der Gebärmutterhalskrebsvorsorge bei auffälligen Befunden zur Abklärung verwendet werden: der cobas® HPV-Test, speziell in seiner Eigenschaft zur Typisierung der beiden häufigsten HPV-Typen, sowie CINtec® Plus, beide von der Firma Roche Diagnostics.

Studie

Wir führten GynTect® an 632 Patientenproben durch, die im Rahmen der normalen Krebsvorsorge zur Pap- und zur HPV-Befundung an CytoMol, unser Partnerlabor in Frankfurt, sowie an ZyDoLab, Dortmund, eingesendet worden waren. CytoMol führte an den Proben aus dem eigenen Labor neben Zytologie und cobas HPV-Test auch an einer Auswahl den Abklärungstest CINtec® Plus durch. Anschließend verglichen wir sämtliche Ergebnisse miteinander.

Ergebnis

Durch Cobas® HPV Test und CINtec® Plus wurden sowohl Krebsvorstufen als auch Karzinome gleichermaßen positiv getestet, ohne diese voneinander zu unterscheiden. Im Gegensatz dazu erkannte GynTect® zwar auch alle Krebsfälle, die Erkennungsrate bei den Krebsvorstufen jedoch nahm mit dem Schweregrad der Vorstufe zu.
Bei gesunden Frauen zeigen GynTect® und CINtec® Plus die gleiche sehr niedrige Erkennung, während der cobas® HPV Test mehr Frauen als positiv testete. Hier stößt die klinische Aussagekraft an ihre Grenzen, denn der cobas® HPV Test unterscheidet nicht zwischen einer HPV-Infektion und einer Krebserkrankung. Hier bedarf es in der Regel weitere Abklärungstests.

Zusammenfassung

Alle drei Tests erkennen zuverlässig bereits vorhandenen Krebs (Sensitivität=100%), jedoch unterscheidet GynTect® die unterschiedlichen Vorstufen besser (höhere Spezifität). Somit erhalten gesunde Frauen mit Hilfe von GynTect® schnelle Gewissheit, ohne sich unnötigen invasiven Maßnahmen oder Therapien unterziehen zu müssen. Die ideale Krebsvorsorge aus Sicht vieler klinischer Experten wäre daher ein HPV-Test zum Screening, mit Abklärung durch einen molekularbiologischen Test wie GynTect.
Die ausführliche Publikation zur Studie wurde im BMC Cancer veröffentlich und lässt sich hier herunterladen.

Hintergrund

Pap- und HPV-Test sind zentrale Bestandteile in der Gebärmutterhalskrebsvorsorge. Denn eine Infektion mit HPV (Humane Papillomviren) kann noch Jahre später zu Gebärmutterhalskrebs führen. Mit Hilfe eines Pap-Tests wird nachgewiesen, ob auffällige Zellveränderungen im Bereich des Muttermundes und des Gebärmutterhalses vorliegen. Diese beiden Tests stellten einen Meilenstein in der Gebärmutterhalskrebsvorsorge dar. Doch haben diese Methoden ihre Schwächen. Denn nicht jede Frau mit einem auffälligen Pap-Test-Ergebnis und/oder einer HPV-Infektion entwickelt auch tatsächlich Gebärmutterhalskrebs. Auf die betroffenen Frauen kommen häufig unnötige invasive Eingriffe und eine lange, belastende Zeit der Ungewissheit zu. An dieser Stelle setzt unser Abklärungstest GynTect® an. Er klärt ab, ob bei auffälligem Pap-Befund oder positivem HPV-Testergebnis tatsächlich Gebärmutterhalskrebs vorliegt oder entstehen wird.

 

Dr. Axel Gerick

Bildrechte: Dr. Axel Gerick

 

Herr Dr. Gerick, können Sie uns bitte kurz Ihre Praxis vorstellen? Welche Schwerpunkte setzen Sie?

Dr. Gerick:

Es handelt sich um eine gynäkologische Einzelpraxis mit ca. 1200 Patientinnen im Quartal.

Das ganze Spektrum der ambulanten Gynäkologie wird abgedeckt, einschließlich kleinerer Eingriffe wie Ausschabungen und Konisationen. Außerdem Schwangerenvorsorge, Empfängnisverhütung und natürlich Krebsvorsorge.

 

 

 

Welche Bedeutung haben Krebsvorsorgeuntersuchungen aus Ihrer Sicht?

Dr. Gerick:

Krebsvorsorgeuntersuchungen sind eine der größten Errungenschaften der modernen Medizin. Durch sie können Krebserkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden. In vielen Fällen werden dadurch lebenslange Beeinträchtigungen oder gar Todesfälle vermieden.

 

Die Vorsorge für Gebärmutterhalskrebs wurde geändert. Frauen sollen in Zukunft ab einem Alter von 35 Jahre das sogenannte Co-Testing erhalten. Das heißt, zusätzlich zum Pap-Test wird auch ein HPV Test durchgeführt, dafür wird der Testzeitraum zwischen doppelt-negativen Befunden auf 3 Jahre verlängert.

Was halten Sie von der neuen Regelung?

Dr. Gerick:

Ich bin mir nicht sicher, ob das gut ist. Fast, aber nicht alle krankhaften Zellveränderungen sind HPV-bedingt. Das heißt, fast alle solche Veränderungen werden durch den HPV-Test erkannt, aber eben nicht alle.

Andererseits sind die Zeiträume, in denen sich diese Zellveränderungen zu Krebs auswachsen könnten, sehr lang und drei Jahre Abstand dürften normalerweise keine katastrophalen Folgen haben.

 

Seit Dezember 2017 ist nun endlich die neue S3 Leitlinie zur Prävention des Zervixkarzinoms veröffentlicht worden. Wie sehen Sie diese hinsichtlich der Kompatibilität mit der in der letzten Frage genannten neuen Vorsorgeorganisation?

Dr. Gerick:

Ebenso ambivalent wie meine Antwort auf die vorhergehende Frage.

 

Wie verfahren Sie, wenn sich bei einer Patientin in der Vorsorgeuntersuchung ein auffälliger Befund ergibt?

Dr. Gerick:

Ich folge den Empfehlungen des Zytologen. Ferner biete ich GynTect an, um der Patientin mehr Sicherheit bieten zu können.

 

Was empfinden die Frauen, wenn sie ein auffälliges Ergebnis erhalten? Wie können Sie da unterstützen?

Dr. Gerick:

Das ist sehr verschieden und hängt vom Bildungsgrad und der psychischen Verfasstheit ab. Das Spektrum reicht also von Katastrophe und Verzweiflung bis „Et hät noch immer jot jange.“ (Rheinisch: Es ist noch immer gut gegangen.)

 

GynTect-PRO ist eine multizentrische Studie zum prognostischen Wert von GynTect, an der Ihre Praxis als Studienzentrum teilnimmt. Warum ist die Studie für Sie interessant und was erhoffen Sie sich von den Ergebnissen der Studie?

Dr. Gerick:

Ich erhoffe mir, in möglichst vielen Fällen meine Patientinnen beruhigen zu können.

 

Vielen Dank, Herr Dr. Gerick, für das Interview!

Deutscher Krebskongress

Rund 12.000 Experten der Krebsforschung tauschten sich vom 21. bis 24. Februar auf dem Deutschen Krebskongress über aktuelle Forschungsergebnisse der Onkologie aus.

Großes Interesse weckte Prof. Dr. Matthias Dürst, Leiter der “Gynäkologischen Molekularbiologie” an der Universitätsfrauenklinik Jena. Prof. Dürst stellte dem interessierten Fachpublikum aktuelle Studienergebnisse zum Früherkennungstest GynTect vor. Dabei ging es vor allem darum, die Vorhersagegenauigkeit von GynTect zu belegen, ob bei Zellveränderungen Gebärmutterhalskrebs entstehen wird oder nicht.

Bisherige Ergebnisse wurden bekräftigt, dass mit GynTect Karzinome mit 100%iger Wahrscheinlichkeit erkannt werden. Auch Zellveränderungen der CIN3-Stufe (höchste Stufe von Zellveränderungen, bevor Krebs ausbrechen kann), die sich zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln werden, erkennt GynTect zu 60 bis 80%. Beeindruckt waren die Teilnehmer von der hohen Spezifität des Tests: über 98% der Proben von gesunden Frauen waren auch negativ für GynTect.

Die Daten weisen damit darauf hin, dass GynTect in der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge großes Potenzial hat, da der Test vielen Frauen eine unnötige Operation und deren mögliche Folgeerscheinungen ersparen kann, nämlich die erhöhte Wahrscheinlichkeit, eine Früh- oder Fehlgeburt zu erleiden. GynTect kann also eine echte “Perspektive” für Frauen sein, um bei auffälligem Befund Klarheit zu erhalten, ob eine Operation tatsächlich notwendig ist. Denn GynTect konkretisiert die Krebswahrscheinlichkeit bei Zellveränderungen. Ein negatives Testergebnis hilft unnötige Operationen zu vermeiden, während ein positives Testergebnis rechtzeitiges Handeln und dadurch eine möglichst schonende Behandlung ermöglicht. Gerade dem ersten Teil des diesjährigen Kongressmottos “Perspektiven verändern Krebs – Krebs verändert Perspektiven” hat sich oncgnostics damit verschrieben.

GynTect Cubes

In dem slowakischen Klinikmagazin “Newslab” ist ein Artikel über GynTect erschienen.

Die Autoren von oncgnostics verglichen GynTect – Ergebnisse aus einhundert Abstrichen des Gebärmutterhalses mit histologischen bzw. zytologischen Ergebnissen. Es wurden Abstriche von Frauen, bei denen Gebärmutterhalskrebs oder die Vorstufe CIN 3 oder CIN 1 bzw. 2 vorliegt sowie gesunde Frauen getestet.

 

GynTect erkannte alle Proben, bei denen Gebärmutterhalskrebs vorlag, zu 100%. Bei den Proben, die die Vorstufe CIN 3 aufwiesen, testete GynTect 62% positiv, bei denen mit CIN 1 oder 2 wurden 50% mit GynTect erkannt. Lediglich 1,7% der Proben von gesunden Frauen ergaben ein positives Testergebnis durch GynTect.

 

GynTect erkennt also alle Fälle, bei denen Gebärmutterhalskrebs vorliegt. Proportional zur Schwere der Läsion steigt außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass GynTect positiv testet. Die Studie bekräftigt damit die Hoffnung, dass GynTect eine prognostische Wirkung hat und – neben der sicheren Erkennung von bereits bestehenden Krebsfällen und Krebsvorstufen – nur die Vorstufen erkennt, die sich auch zu einer bösartigen Krebserkrankung fortentwickeln. Es ist bekannt, dass sich viele CIN Vorstufen wieder zurückentwickeln und von allein ausheilen. Bislang gibt es noch keinen Test, der hier unterscheiden kann.

 

 

Artikel über GynTect in NewslabDas Magazin “Newslab” erscheint zweimal jährlich und umfasst mehrere Fachpublikationen aus verschiedenen Bereichen der Labordiagnostik sowie wissenschaftliche Studien aus eigenen oder Partnerlaboren. Neben Fachpublikationen werden in dem Magazin auch Leitlinien verhandelt, die die Entscheidungsfindung von Ärzten und anderem medizinischen Personal erleichtern sollen. Außerdem sind die Artikel des Magazins maßgebend für Entscheidungen der Krankenkassen.

Für GynTect bedeutet der Artikel einen erheblichen Zuwachs an Bekanntheit in der slowakischen Fachwelt.

 

Den in englischer Sprache verfassten Artikel können Sie hier herunterladen.